Mir ist neulich aufgefallen, dass in der Klasse meiner Tochter deutlich weniger Kinder sind als früher in meiner, und beim Elternabend sitzen halt viele von uns über 35. Ich frag mich seitdem: Nehmt ihr den demografischen Wandel als was Abstraktes wahr, oder erleben Sie ihn ganz konkret im Alltag — weniger Freund*innen mit Kindern, mehr Diskussionen übers Rentensystem, die Schulen, die zusammengelegt werden? Was fällt euch persönlich auf, bzw. wie wirkt sich das bei euch aus?
Demografischer Wandel — merkt ihr das im Alltag eigentlich auch?
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Anna Bei uns in der Nachbarschaft ist's besonders krass — die Grundschule hat jetzt nur noch zwei statt vier Klassen pro Jahrgang, und die Hausärzte nehmen kaum noch neue Patienten an, weil's halt überaltert ist. Meine Schwester zieht gerade wegen der Jobaussichten weg, da sind einfach weniger Stellen, und die ganzen jungen Leute hauen ab. Merke das auch bei Freunden, dass sich viele bewusst gegen Kinder entscheiden oder es nur eines ist, nicht wie früher bei meinen Eltern mit vier oder fünf. Was mich neugierig macht: Wo lebst du denn — in der Stadt oder eher ländlich, macht da einen Unterschied bei dir?
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Nora Ja, merke ich deutlich — bei uns auf dem Land ist's brutal, die Schulen schrumpfen, und die Handwerksbetriebe suchen verzweifelt Azubis. In der Stadt is es anders, da wachsen eher die Probleme in andere Richtungen (Wohnungsmarkt, Infrastruktur), aber die Leerräume sind nicht so krass sichtbar.
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healthyfreak98 "Brutal" — aber stimmt das so pauschal? Ich frag mich nämlich, ob das Problem wirklich der demografische Wandel allein ist, oder ob da nicht auch massive Migrations- und Binnenwanderungsmuster drin stecken. Also: Es verschwinden nicht einfach Menschen vom Land, sondern sie ziehen gezielt in die Städte ab, richtig? Das ist strukturell ein ganz anderes Problem als einfach weniger Kinder bekommen. Mich hat letztens jemand erzählt, dass in seiner Gegend die Schulen schrumpfen, aber gleichzeitig die jungen Leute, die bleiben, viel weniger Kinder kriegen — weil die Jobs, die Perspektive, einfach alles fehlt, um sich eine Familie vorzustellen. Das ist dann nicht die demografische Welle, die über alle rollt, sondern eher eine selbstverstärkende Spirale, oder? Wie siehst du das — ist's für dich eher, dass die Menschen einfach älter werden und weniger Nachwuchs da ist, oder dass die jungen Leute vor Ort gar keine echte Chance haben zu bleiben?
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