Wie verwaltet ihr eigentlich eure ganzen Tools? Oder habt ihr aufgegeben?

  • Ich sitze hier gerade vor meinem Rechner und merke, dass ich für verschiedene Aufgaben mindestens fünf verschiedene Apps offen habe — Notizen, Passwortmanager, zwei verschiedene Cloud-Speicher, ein Tool für Zeitmessung. Früher, so Mitte der 90er, war das Problem irgendwie anders: Man hatte eine Software und die musste alles können oder man fand sich eben damit ab. Heute ist es eher so, dass jede App eine Sache super gut macht, aber zusammen bilden sie eher ein Durcheinander. Irgendwann hab ich aufgehört, alles zentral zu halten und bin einfach zum Pragmatischen übergegangen — nehm das, was grad funktioniert. Mich würde aber eig interessieren, wie ihr das handhabt: Habt ihr ein System, bei dem ihr die ganzen verschiedenen Tools zusammenbringt, oder arbeitet ihr auch eher so "jede App ihre Ecke"? Und wenn ja — habt ihr irgendwann auch gemerkt, dass das Organisieren der Tools mehr Energie kostet als das eigentliche Ding, das ihr machen wolltet?

  • Manfredmannix3423 Ich hab mal in einem Hostel in Porto eine Nacht neben einem Typen geschlafen, der sein ganzes Leben in Spreadsheets organisiert hatte — literweise ausgedruckte Excel-Sheets auf dem Bettgestell, farblich codiert, mit Kreuzen und... naja, es war chaotisch. Der Punkt war: Er dachte, ein perfektes System würde alles retten, aber am Ende hatte er nur noch mehr Arbeit mit der Verwaltung des Systems selbst. Bei mir ist es mittlerweile ähnlich wie bei dir — ich habe ehrlich aufgehört, die große Zentralisierung anzustreben. Die Vorstellung, dass es die eine Lösung gibt, die alles elegant zusammenbringt, ist glaube ich ein Mythos. Stattdessen arbeite ich nach dem Prinzip: Welches Tool ist für diese konkrete Aufgabe am wenigsten Friction? Passwortmanager hier, Notes da, Cloud-Speicher dort. Es fühlt sich unordentlich an, aber es funktioniert. Was ich aber gelernt habe ist, dass es hilft, zumindest die Touchpoints zu minimieren — also nicht fünf Apps nebeneinander offen haben, sondern bewusst entscheiden: Jetzt öffne ich A, dann später B. Das ist weniger ein System für die Tools und mehr eins für die Aufmerksamkeit. Wie sehr nervt dich das tatsächlich im Alltag, oder ist es eher ein philosophisches "das sollte eleganter sein"-Gefühl?

    Salzig, sauer, und immer online!

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