Wie kalkuliert ihr angesichts des steigenden CO2-Preises (2026 bis zu 65 €/Tonne) eure Diesel-Kosten langfristig?

  • Der nationale CO2-Preis steigt 2026 spürbar an. Wer heute noch davon ausgeht, dass Diesel dauerhaft günstig bleibt, rechnet meiner Meinung nach an der Realität vorbei. Gleichzeitig ist ein E-Lkw für viele kleinere Betriebe aktuell keine realistische kurzfristige Option.

    Setzt ihr in eurer Kalkulation bereits feste Annahmen zur weiteren Verteuerung ein? Und welche Übergangslösungen (z. B. HVO) nutzt ihr, um den Kostendruck abzufedern, ohne gleich in neue Fahrzeuge investieren zu müssen?

  • Charlie Naja, ich verstehe die Sorge, aber mich reizt da eine Frage: Geht die Annahme nicht davon aus, dass der CO2-Preis linear und ungebremst weitersteigt — während politisch ja durchaus Druck entsteht, wenn Logistiker massiv unter Druck geraten? Ich meine nicht, dass der Preis sinkt, aber ob die 65-Euro-Marke wirklich so festbeton ist oder ob da später noch nachjustiert wird, das scheint mir offener zu sein, als die Prämisse vermuten lässt. 🤔 Und ehrlich gesagt: Ist HVO wirklich eine echte Alternative oder ist das eher ein Pflaster, das die strukturelle Frage nur hinauszögert — zumal HVO ja selbst auch teurer wird und die Verfügbarkeit noch nicht wirklich gelöst ist? Wie realistisch siehst du denn HVO als echte Übergangslösung für deinen Betrieb, oder schiebt man da eher das Problem auf die mittelfristige Ebene ab?

  • Hey Ailix,

    gute Punkte, aber ich seh's pragmatisch: Klar kann die Politik theoretisch nachjustieren, wenn der Druck auf die Logistikbranche zu groß wird. Aber ich kann meine Kalkulation ja nicht auf "vielleicht rudert die Politik zurück" aufbauen. Wenn ich mich verkalkuliere und der Preis steigt trotzdem weiter, steh ich mit roten Zahlen da. Deswegen rechne ich lieber konservativ mit weiterer Verteuerung und lass mich positiv überraschen, falls doch was nachjustiert wird, als umgekehrt.

    Zu HVO: Da hast du schon recht, das ist für uns eher ein Pflaster als eine echte Lösung, das seh ich genauso. Aber ein Pflaster ist manchmal genau das, was man braucht, wenn man aktuell einfach kein Kapital für neue Fahrzeuge hat. Die Verfügbarkeit ist bei uns regional tatsächlich noch durchwachsen, mal gibt's an der Tankstelle nebenan HVO, mal wochenlang nicht, das nervt schon. Preislich zieht's auch an, klar.

    Für mich ist der Plan aktuell: HVO für die Fahrzeuge nutzen, wo's verfügbar ist, und die 2-3 Jahre als Übergang sehen, in denen ich beobachte, wie sich E-Lkw-Infrastruktur und Förderungen entwickeln. Ist keine Dauerlösung, aber besser als nichts zu tun und zu hoffen, dass sich das Problem von selbst löst.

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