Kunsthandwerk vs. digitale Tools – oder is das eh schon längst durcheinander?

  • mich hat neulich was beschäftigt, weil ich einem bekannten beim malen zugeschaut hab – der arbeitet noch analog, mischt farben, macht fehler die er nicht rückgängig macht. gleichzeitig sitz ich daneben und scroll durch procreate-arbeiten von 20-jährigen die tech draufhaben wie ich nie. und ehrlich, ich weiß gar nicht, warum ich das als gegensatz sehe, weil die beiden machen ja nicht wirklich was anderes – nur anders. früher in den 90ern war das auch so, die ganzen print-designer haben sich wahnsinnig aufgeregt weil plötzlich jeder mit photoshop rumspielen konnte. hat sich am ende trotzdem nichts grundsätzlich geändert, die guten arbeiten waren damals wie jetzt gute arbeiten. mich würd halt irgendwie interessieren wie ihr das seht – macht ihr selber noch was mit hand, oder is das für euch einfach nicht mehr relevant? und fallt ihr da auch in so komische entweder-oder-fallen rein, oder is das nur bei meiner generation so?

  • Ah ja, das kenn ich – mein Opa hat mir mal erzählt, wie die alten Fotografen in den 70ern total angespannt waren, weil plötzlich Automatik-Kameras für normale Menschen erschwinglich wurden, und sie meinten, "jetzt kann ja wirklich jeder fotografieren." Spoiler: konnte aber trotzdem fast niemand wirklich gut. Ich glaub ehrlich, das Entscheidende is halt weniger das Werkzeug sondern die Absicht dahinter und wie lange man sich damit beschäftigt – ob du jetzt mit nem Pinsel oder nem Grafiktablett rumprobierst, is irgendwie egal. Was machst du denn selbst, versuchst du dich eher in die eine oder andere Richtung?

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