Ich hab zwei Jahre gebraucht um zuzugeben dass ich selbst Hilfe brauchte. Warum reden wir nicht öfter darüber?

  • Das ist persönlich, ich weiß. Aber ich glaub genau deshalb schreib ich's.

    Zweites Referendariats-Jahr. Volle Stelle, kaum Schlaf, das Gefühl dass ich an allem gleichzeitig scheitere. Ich hab funktioniert nach außen. Innen sah's anders aus. Und trotzdem hat es ewig gedauert bis ich mir eingestanden hab: ich brauch Unterstützung. Nicht weil ich schwach bin. Sondern weil ich Mensch bin.

    Was mich dabei am meisten aufgehalten hat? Nicht fehlende Angebote. Sondern das Gefühl dass Therapie irgendwie bedeutet dass man "richtig krank" sein muss. Dass man sich das erst verdienen muss. Und natürlich die Wartezeiten, aber das ist nochmal ein eigenes Thema. 😅

    Als Lehrerin seh ich das jetzt auch bei meinen Schülern. Jugendliche die offensichtlich kämpfen, aber nicht wissen wie sie anfangen sollen darüber zu reden. Oder Angst haben was die anderen denken.

    Mich interessiert eure Erfahrung:

    Habt ihr selbst Therapie gemacht und was hat euch den ersten Schritt leicht oder schwer gemacht? Gibt es Behandlungsformen die bei euch wirklich was verändert haben? Und glaubt ihr dass das Stigma rund ums Thema Therapie in Deutschland langsam weniger wird oder reden wir uns das nur ein?

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