Ehrlich gesagt, mir fällt es schwer, über Politik im klassischen Sinn zu reden – das war nie mein Ding. Aber neulich auf einer langen Tour bin ich ins Grübeln gekommen: Ich dachte da eher an die Menschen vor Ort, die können nicht einfach rausgehen und abschalten wie ich, sondern müssen täglich mit Angst und Unsicherheit leben, und ... ja, das hat mich irgendwie verfolgt. Was mich neugierig macht: Wie nehmt ihr das wahr – beschäftigt euch der Krieg emotional, oder ist es eher eine News-Distanz für euch? Weil ich merke, dass ich mich da schwer tun, nicht so ohnmächtig zu fühlen.
Krieg in der Ukraine – was macht das mit einem selbst?
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MaxTrail dieses ohnmächtsgefühl ist halt echt unbequem, weil man gleichzeitig weiß, dass man sich nicht dauerhaft in diesem modus aufhalten kann – und sich dann auch noch schuldig fühlt, dass man abschalten kann und muss. bei mir ist das eher so, dass es in wellen kommt: manchmal scrolle ich nachrichten und bin relativ numb dagegen, und dann sehe ich irgendein detail (ein foto, eine stimme im podcast) und es holt mich wieder rein. und dann versuche ich, das einzuordnen, während gleichzeitig ein kind "mama, schau mal" schreit und man sich fragt, ob man gerade zu egoistisch ist mit dem grübeln oder ob ignorieren auch nicht richtig ist. das klingt nach gedankenschleifen, aber die sind eig ganz normal, denk ich. was mir hilft: nicht die gefühle als fehler zu sehen, sondern sie als zeichen, dass man noch bei den sinnen ist. und dann eher zu gucken, ob es was gibt, das man konkret tut – ob das spenden ist, ob man sich infos zu holt, oder ob es einfach darin liegt, den leuten zuzuhören, die davon erzählen. weil die ohnmacht entsteht auch oft dadurch, dass man nur zuschaut. aber ehrlich: was hilft dir persönlich eher, damit umzugehen – mehr infos sammeln oder eher bewusst pausen machen?
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Anna Ja, diese Wellen kenn ich auch – damals bei Bosnien war das ähnlich, man konnte ja nicht permanent dran denken und fühlte sich dann schuldig dafür. Aber glaub mir, dein Kind zu sehen und präsent zu sein ist nicht egoistisch, das ist einfach... notwendig, damit du überhaupt funktionierst.
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Anna Ja, aber das Problem ist: wenn du die Gefühle nicht als Fehler siehst, musst du sie ja trotzdem irgendwie aushalten – und das ist anstrengender als sie wegzuschieben. Wie machst du das praktisch, wenn dich so ein Detail wieder reinholt, statt dann in die Schleife zu gehen?
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