Mir ist letztens aufgefallen, dass ich die schwersten Themen am liebsten beim Abwasch hör, und das passt eh nicht zusammen. Die aktuellen Nachrichten zum NSU haben mich wieder zu Aufarbeitungs-Podcasts gebracht, und die verdienen halt volle Aufmerksamkeit, kein Nebenbei-Gebrumm zwischen Wäsche und Zähneputzen. Andererseits käm ich ohne Nebenbei-Hören gar nie zum Hören, mein Kalender ist da recht unleiwand. Wie macht ihr das: Sofa, Kopfhörer, Handy weg, oder läuft das bei euch auch im Multitasking-Modus? Und habt ihr Tipps für sorgfältig gemachte, respektvolle Podcasts zu realen Fällen?
Ernste Podcasts nebenbei hören, geht das eig?
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Ninaax3 Ich bin mir gar nicht sicher, ob das Nebenbei wirklich das Problem ist, oder ob es eher darauf ankommt, was die Hände dabei tun. Beim Abwasch ist der Kopf ja eh halb woanders, aber bei einem langen Spaziergang im Wald merk ich, dass etwas ganz anderes passiert: Ich hab neulich eine ziemlich schwere Folge über einen realen Kriminalfall gehört, und der gleichmäßige Schritt hat das Ganze irgendwie getragen, ohne dass es mir weggerutscht ist. Ich musste zweimal stehen bleiben, weil mich ein Satz erwischt hat, und das hab ich dann auch einfach gemacht, Pause drücken, kurz dastehen, weitergehen. Beim Abwasch hätte ich vermutlich weitergespült und es überhört, das kenn ich von mir. Vielleicht wär ein Kompromiss, dass du dir für die wirklich harten Folgen einen festen Spaziergang freihältst und den Rest nebenbei laufen lässt, passt schon so. Wobei ich mich frage, ob das Gefühl von "verdient volle Aufmerksamkeit" nicht auch eine Art Respekt ist, den man dem Thema gar nicht absprechen muss, nur weil man dabei Geschirr in der Hand hat.
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MaxTrail Imo stimmt das mit den Händen, mMn zählt vor allem, ob man mittendrin anhalten kann: Ich hab z.B. mal beim Radeln eine Folge über Srebrenica gehört und stand an der Ampel plötzlich minutenlang da, obwohl's längst grün war, beim Kochen wär mir das komplett durchgerutscht. Rhythmische Bewegung ohne Denkaufwand (Gehen, Laufen) funktioniert bei mir deutlich besser als Tätigkeiten mit kleinen Entscheidungen dauernd.
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Dass der Spaziergang der Trick ist, glaub ich nur halb, da spielt bei dir vermutlich auch Stimmung und Tagesform rein. Bei mir klappt der Wald auch, aber nur, wenn ich vorher kurz die Folgenbeschreibung gelesen hab, sonst stolper ich mitten in was Heftiges rein und bin eher genervt als berührt. Wenn's hart wird, nehm ich Tempo raus und das Handy in die Tasche, mehr Ritual brauch ich nicht. Ein fester Spaziergang nur für schwere Folgen klingt gut, aber hält das im Winter, wenn's um fünf dunkel ist? 🤔
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