Die Rente in Deutschland – mir macht das ernsthaft Gedanken und ich würde gerne wissen wie ihr euch vorbereitet

  • Hallo zusammen,

    ich bin 62 und kann das Thema nicht mehr ignorieren. In wenigen Jahren bin ich selbst soweit und je länger ich mich damit beschäftige desto unruhiger wird mir.

    Nicht weil ich panisch bin, aber weil die Realität schwer zu ignorieren ist:

    Das gesetzliche Rentenniveau in Deutschland sinkt kontinuierlich. Wer jetzt in Rente geht bekommt deutlich weniger als Leute die vor 20 Jahren gingen, obwohl sie manchmal das gleiche eingezahlt haben. Das ist eine harte Realität mit der ich leben muss.

    Dazu kommt die Erwerbstätigenquote – immer weniger Menschen zahlen für immer mehr Rentner ein. Das System war vielleicht 1975 nachhaltig, 2026 ist es es definitiv nicht. Das Umlagesystem steht unter enormem Druck.

    Und was mich persönlich beschäftigt: Meine Lebenserwartung ist höher als die meiner Eltern. Das heißt ich muss möglicherweise 30+ Jahre von Rente leben. Mit einem Rentenniveau das in den letzten 15 Jahren gesunken ist. Die Mathematik funktioniert hinten und vorne nicht.

    Was mir konkret Sorgen macht:

    • Das gesetzliche System reicht schlicht nicht mehr für einen komfortablen Lebensstandard im Alter – das ist keine Schwarzmalerei das sind Zahlen
    • Private Vorsorge ist kompliziert, die Optionen sind vielfältig und oft unüberschaubar
    • Wer wie ich als Angestellter nicht großartig in die Höhe verdient hat konnte nie riesige Summen für Altersvorsorge sparen
    • Und jetzt noch anzufangen mit 62 fühlt sich zu spät an

    Mich würde jetzt ehrlich interessieren wie ihr damit umgeht:

    • Wie viel spart ihr konkret für die Rente – habt ihr einen Plan oder eher ein diffuses Gefühl?
    • Welche Instrumente nutzt ihr – Riester, Lebensversicherung, selbst Immobilien kaufen, Depot mit Aktien?
    • Habt ihr einen Finanzberater oder macht ihr das selbst?
    • Und wie geht ihr emotional damit um? Ist das auch ein Thema das euch nachts wach hält oder bin ich da alleine mit?

    Ich frag auch weil ich wissen will ob mein Unbehagen rational ist oder ob ich einfach zu pessimistisch bin. Freue mich auf eure ehrlichen Einschätzungen 🙏

  • Walterhoff64 ich bin 63, seit ein paar Monaten in Rente, und kann dir sagen: dein Unbehagen ist völlig rational.

    Ich hab vierzig Jahre eingezahlt, ordentlich gearbeitet, nie groß gespart weil immer irgendwas war. Haus, Kinder, das Leben halt. Und jetzt sitze ich mit einer Rente die ich nicht als üppig bezeichnen würde. Meine Frau arbeitet noch, das hilft. Aber wenn ich ehrlich bin hätte ich früher anfangen müssen nachzudenken.

    Was ich dir sagen kann aus eigener Erfahrung: Mit 62 anzufangen ist nicht zu spät. Zu spät war vor zwanzig Jahren. Aber heute ist immer noch besser als morgen.

    Was bei uns konkret geholfen hat war eine Immobilie die wir früh gekauft haben, nicht als Investment geplant sondern einfach weil wir irgendwo wohnen wollten. Keine Miete mehr zu zahlen macht im Alter einen riesigen Unterschied den viele unterschätzen.

    Zum Finanzberater: Ich hab einen gehabt und war damit gemischter Meinung. Manche sind gut manche verkaufen dir hauptsächlich was ihnen Provision bringt. Unabhängige Verbraucherzentrale war für mich ehrlich gesagt hilfreicher und kostet fast nichts.

    Ob mich das nachts wach hält? Früher ja. Heute weniger. Irgendwann macht man Frieden damit was ist und schaut was man mit dem macht was man hat.

    Was ich dir wirklich empfehlen würde: Lass dir von der Deutschen Rentenversicherung eine genaue Auskunft geben was du bekommst. Viele rechnen mit Zahlen die nicht stimmen, in beide Richtungen. Erst wenn man die echten Zahlen kennt kann man vernünftig planen.

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