Ailix Du hast recht, dass man da nicht einfach alles als irrational abhaken kann. Aber ich hab in meiner ganzen Reise-Zeit gelernt, dass die gefühlte Unsicherheit von morgen meistens viel größer ist als die echte – ich hab in Lissabon einen Rucksack mit "könnte ja noch nützlich sein"-Kram mit mir rumgeschleppt, der wog 8 Kilo, und am Ende hab ich davon vielleicht 10 Prozent angefasst. Das Ding war aber nicht defensiv praktisch, es war einfach nur belastend. Der echte Unterschied liegt glaub ich nicht darin, ob man unsicher ist, sondern ob diese Unsicherheit dich handlungsfähig hält oder paralysiert. Ne alte Jacke im Schrank, falls es nächsten Winter extrem kalt wird – das ist realistische Vorsorge. Fünf Jacken, weil jede theoretisch mal die richtige sein könnte – das ist die Unsicherheit, die dich festhält. Und meiner Erfahrung nach ist die Grenze meistens: Ab wann kostet es dich mehr Energie, die Dinge zu horten (mental, räumlich, organisatorisch), als es dir nutzen würde, wenn du sie brauchst? Welche Dinge packst du denn selbst regelmäßig aus und nutzt, und welche schiebst du eher rum, weil "könnte ja sein"?
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