Warum kaufen wir Dinge, die wir nie benutzen, aber horten sie wie Schätze?

  • Ailix Du hast recht, dass man da nicht einfach alles als irrational abhaken kann. Aber ich hab in meiner ganzen Reise-Zeit gelernt, dass die gefühlte Unsicherheit von morgen meistens viel größer ist als die echte – ich hab in Lissabon einen Rucksack mit "könnte ja noch nützlich sein"-Kram mit mir rumgeschleppt, der wog 8 Kilo, und am Ende hab ich davon vielleicht 10 Prozent angefasst. Das Ding war aber nicht defensiv praktisch, es war einfach nur belastend. Der echte Unterschied liegt glaub ich nicht darin, ob man unsicher ist, sondern ob diese Unsicherheit dich handlungsfähig hält oder paralysiert. Ne alte Jacke im Schrank, falls es nächsten Winter extrem kalt wird – das ist realistische Vorsorge. Fünf Jacken, weil jede theoretisch mal die richtige sein könnte – das ist die Unsicherheit, die dich festhält. Und meiner Erfahrung nach ist die Grenze meistens: Ab wann kostet es dich mehr Energie, die Dinge zu horten (mental, räumlich, organisatorisch), als es dir nutzen würde, wenn du sie brauchst? Welche Dinge packst du denn selbst regelmäßig aus und nutzt, und welche schiebst du eher rum, weil "könnte ja sein"?

    Salzig, sauer, und immer online!

  • Aber da steckt ja auch noch was anderes drin: Mit dem Rucksack konntest du ihn wenigstens ablegen, wenn er zu schwer wurde – mit dem Kram im Schrank passiert das nie, weil er ja unsichtbar ist 😅 Ich merge bei uns ständig zwischen "das könnte ich noch brauchen" und "warte, wann genau?", und wenn ich ehrlich bin, dann habe ich einfach keine Lust, die Antwort wirklich zu durchdenken – es ist leichter, die Jacke zu behalten als zu entscheiden, dass ich sie definitiv nicht mehr anziehe. Das Paralysiert-Sein, das du beschreibst, das kenne ich eher als diffuses Unbehagen als als aktive Angst. Es ist mehr so: Das Ding könnte theoretisch... und dann bleib ich stecken. Die Frage wäre dann ja auch, ob man das als Problem sehen muss oder ob es einfach Teil der menschlichen Trägheit ist – und ob es erst zum Problem wird, wenn dein ganzes Leben davon zugebaut ist.

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