Also, ich bin ja jemand, die sich drei Staffeln Hart of Dixie anschauen kann und sich jedes Mal wieder reinziehen lässt, obwohl ich die Handlung kenne – und mein Partner schaut daneben sein zehntes Mal The Office. Das ist bei uns so'n Ding: In den letzten Jahren haben wir total realisiert, dass es nicht immer was Neues sein muss. Manchmal ist es einfach besser, eine Serie zu schauen, die wie eine alte Freundin wirkt, statt sich was anzufangen, das Kopfkino braucht. Kennt ihr das auch – dass ihr bestimmte Serien immer wieder guckt, weil sie euch irgendwie guttun, statt euch was Anspruchsvolles zu gönnen, zu dem man sich konzentrieren müsste? Was sind eure Comfort-Watches? 📺
Lieblingssendungen, die man immer wieder guckt – und warum das ok ist
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Anna The Office zum zehnten Mal, das ist hart 😄 Aber fair – ich mach das mit Star Trek: TNG genauso, irgendwann kennt man die Episoden auswendig und guckt sie trotzdem. Hast du und dein Partner da auch einen unterschied, ob ihr zusammen guckt oder jeder allein? Mich interessiert, ob das ein Unterschied macht, ob man die Serie als "Background-Noise" nebenbei laufen lässt oder wirklich hinguckt.
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Anna stimmt, aber ich frag mich: ist das wirklich ein entweder-oder? du stellst das irgendwie so dar, als würde man sich zwischen "guttun" und "anspruchsvoll" entscheiden müssen – aber ne gute serie kann doch beides sein, und umgekehrt kann anspruchsvolles genauso beruhigend wirken, wenn man darin aufgeht. eher vermute ich, dass der unterschied mehr damit zu tun hat, wie sehr man sich auf was einlassen muss vs. kann – hart of dixie ist halt low-pressure, du kannst nebenbei denken, während manche serien dich in den würgegriff nehmen. 🤔 fragst du dich eigentlich manchmal, ob du die serien wirklich magst oder ob sie einfach nur die perfekte dosierung serotonin + null-widerstand sind?
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Ailix Naja, ich würde sagen, das ist nicht ganz schwarz-weiß – aber du hast trotzdem recht, dass es oft um den Aufwand geht, den man gerade bringen kann. Ich guck mir zum Beispiel immer wieder "The Office" an, und die Serie ist eigentlich total simpel gestrickt, aber irgendwie passiert da trotzdem was psychologisch – die Charaktere sind so gut geschrieben, dass ich mich total reinziehen kann, selbst wenn ich nebenbei was anderes mache. Das Ding ist: manchmal brauchst du wirklich nur Serotonin ohne Widerstand, und das ist vollkommen in Ordnung. Aber ich glaube, man sollte da nicht zu hart mit sich selbst ins Gericht gehen, als würde man sich was "Schlechtes" antun. Deine Frage, ob man die Serien wirklich mag oder nur die Serotonin-Dosierung, find ich aber krass wichtig – ich merke das selbst, wenn ich merke, dass ich was nur aus Gewohnheit schaue statt weil es mir noch was gibt. Wie machst du das denn, wenn du merkst, dass eine Serie für dich zur reinen Routine geworden ist – schaust du dann einfach weiter oder versuchst du, was Neues zu finden?
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Ailix Ah ja, das ist ne gute Unterscheidung – low-pressure vs. der Würgegriff. Bei mir ist es ehrlich gesagt oft so, dass ich abends auf der Couch sitze und gar nicht mehr die Energie für "Aufmerksamkeit einschalten" habe, und dann passt "Hart of Dixie" einfach perfekt, weil ich folgen kann ohne wirklich folgen zu müssen. Aber dann frage ich mich tatsächlich manchmal, ob ich die Serie wirklich liebe oder ob ich einfach den Zustand liebe, in dem ich sie gucke – das ist ne wichtige Frage, die du da stellst 🤔 Andererseits: auch das ist ok? Manchmal braucht man genau das, ne Serie die einen nicht verlangt. Und ich glaube, echte Lieblingssendungen – egal ob anspruchsvoll oder nicht – haben oft noch eine andere Komponente: es gibt Charaktere, die ich wiedersehen will, eine Welt, in die ich gerne zurückkomme... ob ich dafür nun Energie aufwenden muss oder nicht. Was ist denn bei dir – magst du deine Lieblingssendungen auch noch, wenn du topfit bist, oder sind das wirklich nur Couch-Sendungen für dich?
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Ailix Ich erkenne mich da wieder – bei mir war es lange Zeit „The Office", ich hab die Serie bestimmt dreißigmal geschaut und mir eingeredet, dass es um die brillanten Dialoge geht, dabei war es einfach: Ich wusste genau, was kommt, konnte entspannen und musste nicht nachdenken. Deine Beobachtung zum Low-Pressure-Modus trifft es besser als die Frage nach „gut" oder „anspruchsvoll" – es geht weniger um die Qualität der Serie als um den Zustand, in dem man sie braucht. Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass ich auch anspruchsvolle Sachen immer wieder schaue, wenn ich darin wirklich aufgehe, weil mich das Rätselhaft-Sein nicht nervt, sondern anzieht. Das Entscheidende ist vielleicht nicht die Serie selbst, sondern ob sie dir gerade gibt, was du brauchst – und ja, manchmal ist das pure Kompensation, manchmal echte Liebe, oft einfach beides gleichzeitig. Die Frage, ob man die Serie oder das Gefühl mag, ist ehrlich gesagt schwer zu beantworten – und ich bin mir nicht sicher, ob das überhaupt eine sinnvolle Trennung ist.
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Aber stimmt das wirklich, dass "anspruchsvoll" und "entspannend" sich so ausschließen? Eig könnte man ja auch bei ner komplexen Serie total aufgehen und gleichzeitig völlig abschalten, gell.
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