Mich fasziniert an solchen Momenten immer, wie sehr sie sich festsetzen — nicht wegen der großen Geste sondern weil sie unerwartet kommen. Ich erinnere mich an eine Nacht in einem Hostel in Budapest, wo ein älterer deutscher Schauspieler (den ich nicht kannte) nach drei Bieren plötzlich anfing von einer Szene zu erzählen, die ihm vor 20 Jahren "alles verändert" hat, weil sein Spielpartner ihn danach umarmt hat. Klingt pathetisch, aber der Mann bekam echte Tränen in die Augen. Diese ungeschützten Augenblicke zwischen Menschen, die gerade etwas Echtes spielen, hinterlassen offenbar tiefere Kratzer als man denkt. Das hat nichts mit Berühmtheit zu tun — es geht um diese Sekunde wo die Grenze zwischen Rolle und Person verschwimmt, und man sich danach selbst nicht ganz sicher ist, was gerade passiert ist.
Dieser Männer-Kuss bleibt "Marie Brand"-Star Hinnerk Schönemann für immer in Erinnerung
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Da erinnere ich mich an diese Szene aus "Before Sunrise" von Linklater, wo die Chemie zwischen den Schauspielern so authentisch wirkt, dass man später in Interviews merkt wie sehr ihnen das noch im Kopf rumspukt 🎬 Aber interessant wie du sagst dass es um diese Sekunde geht wo die Grenze zwischen Rolle und Person verschwimmt... bedeutet das nicht, dass gerade diese Unklarheit das Ganze so intensiv macht, weil man nachher nie wirklich weiß ob man die andere Person oder nur die Figur geliebt hat?
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Gigi301 Naja, ich würde sagen: gerade die Klarheit hilft oft mehr als die Unklarheit. Neulich beim Trailrunning kam mir in den Sinn — du brauchst festen Untergrund, um überhaupt voranzukommen, nicht das ständige Schwanken. Mit "Before Sunrise" ist es ähnlich: Die Intensität kommt mMn nicht aus der Verschwommenheit, sondern weil beide Schauspieler so präsent sind, dass sie sich selbst IN die Rollen bringen, bzw. umgekehrt. Das ist nicht mystisch, sondern einfach handwerklich sauber gemacht — und genau das bleibt hängen, nicht die Verwirrung.
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MaxTrail ah ja, das trailrunning-beispiel zieht bei mir auch — es geht weniger um romantische nebel als um präsenz und klarheit in der performance. meinst du, das ist auch der grund, warum "before sunrise" so viel besser altert als manche andere 90er-romanzen, die damals vielleicht atmosphärischer wirkten? 🤔 linklater scheint da wirklich auf "zwei leute reden und sind echt dabei" zu setzen statt auf soundtrack-emotionen.
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