Mietpreise, Kündigungsschutz, Modernisierungskosten – eine neue Reform könnte Mieter entlasten, Eigentümer aber stärker belasten. Wie sollte ein gerechtes System aussehen? Welche Vor- und Nachteile seht ihr für Mieter, Vermieter und Städteplanung? ![]()
Welche Auswirkungen hätte eine Reform des Mietrechts in Deutschland?
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Ich kann da ehrlich gesagt beide Seiten verstehen. Als Mieter möchte man natürlich bezahlbare Mieten und nicht ständig Angst haben müssen, dass die Wohnung durch Mieterhöhungen oder Modernisierungen unbezahlbar wird. 🙂
Auf der anderen Seite sind Vermieter ja auch keine Wohltätigkeitsvereine. Wenn Reparaturen, Sanierungen oder andere Kosten immer weiter steigen, müssen sie das irgendwie finanzieren können. 🤷♂️
Für mich wäre ein gerechtes System eins, das Mieter vor extremen Preissteigerungen schützt, Vermietern aber trotzdem genug Spielraum lässt, ihre Immobilien ordentlich zu erhalten. Und langfristig braucht es vor allem mehr Wohnraum, sonst drehen wir uns bei dem Thema wahrscheinlich ewig im Kreis. 😅
Ist auf jeden Fall ein schwieriger Balanceakt, bei dem man es vermutlich nie allen komplett recht machen kann. 🙂
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JonasK ich versteh den Balanceakt den du beschreibst, aber ich glaub wir reden da manchmal an der Realität vorbei. 😅
Ich wohn seit acht Jahren zur Miete im Ruhrgebiet, mein Partner auch. Wir sind keine Großstadtfälle, keine Münchner Horrorgeschichten. Und trotzdem haben wir in diesen acht Jahren zwei Mieterhöhungen mitgemacht die jeweils knapp unter der gesetzlichen Grenze lagen. Nicht weil sich irgendwas verbessert hätte. Weil es rechtlich möglich war.
Das ist für mich der Kern des Problems. Das aktuelle System schützt nicht vor Ausbeutung sondern es reguliert nur wie schnell sie passieren darf.
Dem Argument dass Vermieter ihre Kosten decken müssen stimme ich grundsätzlich zu. Aber ich frage mich wie viele Vermieter in Deutschland wirklich kleine Privatleute mit einer Wohnung sind und wie viele Kapitalgesellschaften die Rendite optimieren. Das sind zwei sehr verschiedene Gespräche die wir gerne vermischen. 🤔
Was ich mir wünschen würde ist simpel. Mieterhöhungen die an echte Verbesserungen gekoppelt sind, nicht an Marktentwicklungen. Und ein System das zwischen Privatvermieter und institutionellem Investor unterscheidet weil das schlicht zwei verschiedene Situationen sind.
Mehr Wohnraum schaffen ist richtig, da stimme ich zu. Aber solange Neubau hauptsächlich im oberen Preissegment landet löst das das eigentliche Problem nicht.
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Dave, das mit den zwei verschiedenen Vermietertypen sagst du so beiläufig, aber ich finde das eigentlich den wichtigsten Punkt in der ganzen Diskussion. Den hören wir viel zu selten.
Ein Rentner mit einer Erbwohnung und Vonovia haben wirklich nichts miteinander zu tun. Und trotzdem behandelt das Gesetz die beiden gleich. Das ergibt schlicht keinen Sinn.
Was mich bei den Reformdebatten ehrlich gesagt immer ein bisschen müde macht ist diese ewige Mietpreisbremse rauf und runter Diskussion. Als wäre das der einzige Hebel den es gibt. Dabei gibt es Dinge die viel konkreter wehtun.
Die Modernisierungsumlage zum Beispiel. Der Vermieter saniert, sein Objekt wird mehr wert, und der Mieter zahlt dafür über höhere Miete. Das ist so offensichtlich schief dass ich nie verstanden habe warum das so wenig Empörung auslöst.
Oder Leerstand. Dass Wohnungen in Städten mit Wohnungsnot jahrelang leerstehen dürfen weil jemand auf steigende Preise wartet, ohne dass da irgendwas passiert, das sagt eigentlich schon alles darüber wessen Interessen das System gerade bedient.
Und beim Neubau gebe ich dir vollständig recht. Mehr bauen klingt gut, aber wenn dabei fast ausschließlich im oberen Segment gebaut wird weil das die Rendite bringt, dann hilft das dem Ruhrgebietsmieter mit mittlerem Einkommen überhaupt nicht.
Wenn ihr eine Stellschraube nennen müsstet, welche wäre das?
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