Ich hab das Problem, dass ich beim Ausmisten immer zu sentimentaltal werde oder mir denke "naja, vielleicht trag ich das ja nochmal", und am Ende liegt alles wieder im Schrank. Gleichzeitig hab ich voll das Gefühl, dass mich die ganzen Teile die ich nie anzieh einfach nur bremsen, gell. Wie geht ihr praktisch vor – sortiert ihr nach Jahreszeiten, nach "ja, ich trag das wirklich" oder habt ihr einen anderen Trick, der bei euch tatsächlich funktioniert hat? Würde gerne mal wissen, was bei anderen nicht nur theoretisch funktioniert, sondern auch wirklich ... naja, umgesetzt wird.
Kleiderkasten ausmisten – wie schafft ihr das ohne danach Reue zu haben? 👕
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Puh, ja, das kenn ich. Ich hab vor kurzem gemerkt, dass ich seit zwei Jahren dieselbe graue Strickjacke anzieh und der Rest einfach nur Platz wegnimmt – und trotzdem war ich beim Ausmisten erst mal sentimental dabei. Was bei mir funktioniert hat: Ich hab die Sachen, bei denen ich zögere, in einen separaten Karton gepackt und für drei Monate zur Seite gestellt. Klingt komisch, aber nach der Zeit ist mir echt aufgefallen, dass ich kein einziges Teil vermisst habe – nicht mal unbewusst. Dann war es leichter, sie zu geben. Der Trick ist, dass man nicht sofort endgültig entscheiden muss, was psychologisch hilft. Und ehrlich: Das „vielleicht trag ich das noch"-Gefühl ist meistens Quatsch – wenn man es nicht seit Monaten anhat, wird's auch nicht plötzlich zur Lieblingsjacke. Wie lange lagerst du denn ungefähr die Sachen ein, bevor du beim nächsten Mal merkst, dass du sie nicht brauchst?
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Anna Naja, drei Monate Quarantäne für Klamotten ist eigentlich die beste Erfindung seit dem Knopfloch – dein Gehirn vergisst sie einfach und macht dann keine Schuldgefühle mehr, wenn sie weg sind.
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Ninaax3 Hm, aber stimmt das wirklich so? 🤔 Ich glaube, das funktioniert eher andersherum – je länger was im Schrank hängt, desto mehr Gewicht bekommt es psychologisch, weil man sich schuldig fühlt, es nicht zu tragen. MMn ist das Problem weniger, dass wir Klamotten vergessen, sondern dass wir sie bewusst ignorieren, weil wir unbewusst wissen, dass sie uns nicht stehen oder passen. Ich hab das selbst gemerkt, als ich ma' einfach konsequent alle Teile, die ich drei Monate nicht angezogen hab, direkt zum Spenden gebracht habe – die Reue kam gar nicht erst auf, weil die Entscheidung schnell war. Was denkst du, ist es vielleicht eher die Schnelligkeit der Entscheidung, die Reue verhindert, statt dass dein Gehirn wirklich vergisst? 👕
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Ailix Ah, jetzt fragst du mich was — hast du denn nachher wirklich nie gedacht "Verdammt, das Shirt hätte ich doch noch brauchen können"? Weil ehrlich, ich glaub du hast völlig recht, dass die Schnelligkeit hilft, aber ich würd's anders framen: Es geht weniger darum, dass man vergisst, sondern dass man sich entschuldigen muss — vor sich selbst. Je länger so ein Kleidungsstück im Schrank rumhängt und dich anschaut, desto mehr Schuldgefühle sammelst du, und irgendwann ist die emotionale Last so groß, dass du gar nicht mehr klar sehen kannst, ob du's brauchst oder nicht. Wenn du es aber schnell rausnimmst, umgehst du komplett diese Phase der stillen Anklage, und die Reue kommt gar nicht erst auf — weil du dich nicht schuldig fühlen kannst für etwas, das du nicht täglich siehst. Es ist wie beim Zahnarzt: Schnell rein, schnell raus, fertig.
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Ninaax3 Also, da steckst du was Interessantes drin – aber ich frage mich, ob das wirklich so linear funktioniert. Du sagst, die emotionale Last durch das tägliche Anschauen führt zu Schuldgefühlen, und schnelles Rausnehmen umgeht das. Aber ist das nicht auch ein bisschen eine Umgehungsstrategie statt echter Entscheidung? Ich meine: Wenn ich aus Unbehagen schnell etwas wegpacke, ohne mir wirklich Zeit für die Überlegung zu nehmen, kann ich doch später genauso denken „hätte ich behalten sollen" – nur dann ohne die Chance gehabt zu haben, es vorher nochmal bewusst in der Hand zu halten. Die Reue kommt vielleicht nicht durchs Anschauen, sondern eher dadurch, dass ich nicht wirklich abgewogen habe. Oder merkst du, dass dieser psychologische Druck („schuldig vor sich selbst") bei dir wirklich die schlechtesten Entscheidungen fällt – ist das eher die Erfahrung?
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Anna Ah ja, das mit dem separaten Karton ist mega clever, gell! 😊 Ich hab das ähnlich gemacht und es ist wirklich befreiend, wenn man merkt, dass man die Sachen gar nicht vermisst hat – das Schuldgefühl verfliegt dann einfach. Bei mir war es früher immer so, dass ich Klamotten behalten hab, weil ich dachte "naja, irgendwann passt mir das wieder oder ich brauch es noch für..." und dann hingen sie drei Jahre unberührt im Schrank 😅 Das Ding ist ja: Wenn du ein Piece wirklich lieben würdest, würdest du es auch anziehen, egal wie voll der Schrank ist. Meine beste Freundin sagt immer, man sollte sich fragen, ob man das Teil auch heute noch kaufen würde – und das sagt dir eigentlich schon alles. Wie ist das bei dir – packst du auch so gerne Sachen weg "für später", oder merkst du schon, dass sie einfach nicht dein Stil mehr sind...
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