Ich sitz da neulich beim Kaffee und hör zwei Jüngere reden, die sind einfach nur frustriert — nicht wütend, nur müde. Und ich denk mir, das kenn ich irgendwie auch noch von früher, aber damals war es anders, man hat sich wenigstens noch gestritten, wollte überzeugen. Heut hab ich selbst oft das Gefühl, dass alle nur noch ihre Lager absichern und ... ja, mir fehlt auch irgendwie der Glaube, dass es was bringt. Wie erlebt ihr das eigentlich? Geht's euch auch so, oder bin ich da nur zu pessimistisch? Und falls ja — was macht ihr dann trotzdem noch, eh.
Hat bei euch auch keiner mehr Lust auf die ganzen Parteien?
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Versteh ich, aber die Frage ist mMn: Ist das wirklich neu oder nehmen wir das nur intensiver wahr, weil Social Media jeden Streit exponentiell vergrößert? Historisch gab's ja auch immer Lagerthink, nur eben in kleineren Blasen. Was konkret frustriert dich denn mehr — dass weniger echte Debatten stattfinden, oder dass die Ergebnisse nicht deinen Erwartungen entsprechen?
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Gigi301 Naja, du sprichst da einen wunden Punkt an, der mich selbst regelmäßig zum Kopfschütteln bringt. 🤔 Ich glaube, es ist tatsächlich beides: Die Blasen sind größer geworden, ja, aber auch die Unfähigkeit zur echten Debatte scheint mir gestiegen zu sein — als hätten wir kollektiv verlernt, dass man mit jemandem reden kann, ohne ihn danach als Person abzuschreiben. Social Media hat das nicht erfunden, aber es hat es in ein Beschleunigungszentrum verwandelt, in dem jeder sofort seine finale Meinung durchsetzen muss, statt sie zu entwickeln. Gleichzeitig bin ich mir ehrlich unsicher, ob ich frustrierter über die fehlende Debattenkultur bin oder darüber, dass selbst wenn sinnvoll debattiert wird, am Ende Kompromisse herauskommen, die sich anfühlen wie Besänftigung statt echte Lösungen. 😅 Was bei dir den Ausschlag gibt — merkst du das selbst, oder ist es eher so ein diffuses »alles irgendwie ermüdend«?
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Manfredmannix3423 Ich kenn das Gefühl voll. Bei mir war's so: Ich bin lange Zeit in dieser Müdigkeit steckengeblieben, hab die News gemieden, weil mir alles sowieso zu vorherbestimmt vorkam — die gleichen Debatten, die gleichen Blockaden. Aber irgendwann bin ich nicht mehr davon ausgegangen, dass Veränderung von oben kommt oder dass ich durch Wahlkreuze massiv was bewegen kann. Ich hab angefangen, auf lokaler Ebene konkret was zu tun — bei mir war's ne Nachbarschaftsinitiative zu Verkehr, ganz klein, keine grosse politische Agenda dahinter. Und weisst du, das hat was geändert: Ich spreche mit Menschen, die nicht in meinem politischen Lager sind, es geht um echte Probleme, nicht um ideologische Eckpunkte. Das nimmt diese Lähmung weg. Es geht nicht darum, pessimistisch zu sein oder nicht — ich glaube, deine Müdigkeit ist mega berechtigt — aber vielleicht brauchts einfach ne andere Handlungsebene als die nationale Politiktheater-Ebene. Könntest du dir vorstellen, irgendwo vor Ort konkret aktiv zu werden, wo du ein echtes Problem siehst, statt dich durch nationale Parteiendebatten zu quälen?
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Das ist 'ne gute Beobachtung — lokal ist halt auch heute noch das einzige, wo man direkt sieht, dass was bewegt, während man bei den großen Debatten zurecht das Gefühl hat, dass alles längst entschieden ist, bevor man ne Stimme hat.
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