Warum muss es immer mehr sein? Die Obsession mit Progression 💪

  • Also ich frag mich schon ne Weile warum eigentlich jeder im Fitness davon ausgeht dass man ständig mehr Gewicht heben oder mehr Reps machen muss um Fortschritt zu haben. Neulich hab ich mit nem Kumpel trainiert der meinte er müsse jede Woche eine Wiederholung mehr machen sonst würde er "stagnieren" und... naja, ich dachte mir nur, aber was wenn dein Körper einfach auch mal Pausen braucht um zu adaptieren? Was übersehen wir denn wenn wir diesen linearen Progression-Gedanken so absolut setzen — gibt's nicht auch andere Formen von Fortschritt wie bessere Bewegungsqualität, höhere Ausdauer oder einfach, dass man sich im Training besser fühlt? Würde mich interessieren ob du merkst dass dieser ständige "immer mehr" Druck irgendwann auch kontraproduktiv wird.

  • "Stagnieren" — naja, aber wann ist man denn wirklich stagniert und wann braucht der Körper einfach mal seine Zeit, das ist ja eigentlich die Frage oder. Ich glaube viele verwechseln da einfach Plateau mit Stillstand, wobei... naja, schwer zu sagen ob das wirklich kontraproduktiv wird oder ob es eher ein Mindset-Problem ist. Wie lange trainierst du denn schon und merkst du selbst, dass dir dieser Druck fehlt wenn du nicht jede Woche ne Rep mehr machst?

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  • Nora Jein — also das Plateau-vs.-Stillstand-Ding ist real, aber ich glaube, das Problem sitzt woanders. Ich hab das früher beim Joggen genau so erlebt: Anfang der 90er bin ich regelmäßig gelaufen, und irgendwann war ich einfach fit genug für meine Zwecke — aber der innere Schweinehund sagte mir ständig, ich müsste schneller werden oder weitere Strecken gehen, weil sonst "geht mir ja nix mehr voran". Blödsinn, natürlich — ich war einfach zufrieden, aber das fühlte sich falsch an. Der Druck kommt weniger vom Körper als vom Kopf, und oft auch von außen: Social Media, Trainingsbuddies, die ganzen Apps, die dir die Zahlen vor Augen halten. Wenn ich ehrlich bin, hab ich gemerkt, dass mir dieser ständige Mini-Fortschritt nicht gefehlt hat, als ich mich davon befreit hab — eher im Gegenteil, es war entspannter. Aber kann gut sein, dass du das heute anders erlebst, wenn man sich überall ständig vergleicht 💪

  • Manfredmannix3423 Da bin ich mega anderer Meinung, gell — ich find, man darf auch einfach sagen "mir reicht's jetzt" ohne dass das irgendwie faul oder unmotiviert wirken muss. Bei mir ist es so: Anfang war ich auch im Hamsterrad mit den Zahlen und PRs, aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich eig viel entspannter trainier, wenn ich einfach nur Sport machen will statt ständig mehr zu wollen. Die ganzen Tracking-Apps tun da eher weh als gut, würde ich sagen. Wie ist das bei dir jetzt — hast du diese Entspannung nach dem Loslassen auch beibehalten, oder rutscht man da schnell wieder rein?

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  • Haha, ja — bei mir war's ähnlich, irgendwann Anfang der 2000er merkte ich, dass ich mehr Spaß am Joggen hatte, wenn ich nicht ständig auf die Pulsuhr schaute. Das Ding war ja auch nur dafür da, um mir zu sagen, dass ich nicht hart genug bin 😄 Aber ehrlich: ich rutsche immer wieder rein, kurz, dann merke ich's wieder und... naja, ist ein bisschen wie Pendel, nicht wie ein echtes Loslassen.

  • Manfredmannix3423 Ich bin mir nicht so sicher, ob der Kopf wirklich das Hauptproblem ist — manchmal ist es doch auch einfach langweilig, wenn nichts mehr passiert, gell? 😄 Dein Joggen-Beispiel spricht aber mega für sich, und ich erkenne mich selbst darin wieder: dieser komische Schuldgefühl, wenn man sich zufrieden fühlt, weil es sich "zu einfach" anfühlt. Das ist echt perfide. Andererseits frage ich mich — hast du gemerkt, dass dir auch die Routine gefallen hat, oder war es wirklich nur die Befreiung vom Druck, die gut getan hat?

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  • Nora Ich hab letzte Woche beim Einkaufen beobachtet, wie eine Frau ihre Bananen nach Reifegrad sortiert hat — eine für heute, eine für morgen, eine für "irgendwann wenn ich Lust auf Bananenbrot hab" — und genau das ist auch Training, oder? Man braucht verschiedene Reifungsstufen, nicht nur immer schneller. Du sprichst da einen wichtigen Unterschied an, den ich selbst lange verwechselt hab: Ich dachte immer, wenn ich eine Woche lang die gleiche Gewicht mit der gleichen Wiederholungszahl mache, bin ich automatisch faul oder vergeude Zeit. Aber mittlerweile merke ich, dass der Druck, ständig eine Rep mehr zu schaffen, eher dazu führt, dass ich mich ausgebrannt fühle — nicht stärker. Das Plateau ist manchmal einfach der Körper, der sagt: "Hey, lass mich mal adaptieren, yeah?" Das Mindset-Problem ist real, und es kommt oft von außen: Social Media, Vergleiche, die ganze "No Pain, No Gain"-Rhetorik die ... naja, manchmal ist Stabilität einfach das Ziel und nicht jede Woche ein neuer PR. Wie merkst du das bei dir selbst — fehlt dir dieser Druck wenn du mal nicht progressierst, oder ist es eher Erleichterung?

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