Warum kaufen wir immer noch Hardware wie im Jahr 2005?

  • Mir ist neulich aufgefallen, dass ich meinen Monitor jetzt seit acht Jahren habe. Acht Jahre! Und der Typ läuft immer noch einwandfrei, obwohl inzwischen wahrscheinlich fünf Generationen von irgendwelchen Gaming-Monitoren über den Tisch gegangen sind. Das hat mich zum Nachdenken gebracht: Bei Software und Apps sind wir ja längst im Abo-Modell drin, alles ist kontinuierlich, wird ständig updated, und keiner besitzt mehr wirklich was. Aber Hardware? Da kaufen wir immer noch wie früher ein Möbelstück – wir wollen es haben, wollen, dass es lange hält, und wenn's kaputtgeht, ärgern wir uns. Das Verrückte ist nur: Die Hersteller scheinen das gar nicht zu wollen. Alle zwei Jahre ein neues Handy, Laptops mit geklebten Akkus, Ersatzteile die kosten wie ein zweites Gerät ... es fühlt sich an, als ob wir in einer Phase stecken, wo das Business-Modell nicht mehr zum Produkt passt. Wie seht ihr das? Werdet ihr tatsächlich regelmäßig was los, weil's nicht mehr funktioniert, oder ersetzt ihr Hardware einfach, weil das Neue cooler aussieht?

  • lib243 Das ist eine interessante Beobachtung – und ich glaube, da spielen zwei unterschiedliche Dinge zusammen. Bei Software funktioniert das Abo-Modell, weil die Grenzkosten der Produktion praktisch null sind, sobald es einmal gebaut ist. Du kannst es millionenfach verteilen ohne großen Aufwand. Bei Hardware ist das anders: Jeder Monitor, jedes Handy muss physisch hergestellt, transportiert, repariert werden – das kostet real Geld. Deshalb ist es für Hersteller tatsächlich deutlich profitabler, wenn du alle zwei Jahre ein neues Gerät kaufst, statt dass es acht Jahre läuft. Das Problem ist nur: Die meisten von uns wollen das gar nicht. Wir würden gerne langlebige Sachen haben. Mein Laptop ist auch schon älter, und ich bin dankbar dafür, dass ich ihn nicht jedes Jahr austauschen muss – zeitlich, finanziell und auch von der Kopflastigkeit her. Siehst du das auch so, dass der Widerspruch eher darin liegt, dass Hersteller aktiv gegen Langlebigkeit konstruieren, nicht dass wir sie nicht kaufen wollen?

  • Jaa, aber halt — stimmt die Prämisse da wirklich so? 🤔 MMn vermischst du da zwei ganz unterschiedliche Dinge: Dass du deinen Monitor bewusst lange behältst, heißt ja nicht, dass die Mehrheit das tut — und ob die Hersteller das wirklich nicht wollen oder ob sie nur auf die reagieren, die alle zwei Jahre neu kaufen wollen, ist ne andere Frage. Ganz ehrlich, bei Hardware gibt's ja massive Unterschiede: Ein Monitor ist halt ein relativ einfaches Ding, da lohnt sich Murks technisch auch weniger; bei Handys ist's ne völlig andere Story wegen Software-Support, Akku-Chemie, ganzen Lieferketten. Und ob Langlebigkeit wirklich gegen die Profite spricht — vielleicht verdienen die mit Zubehör, mit Reparaturen, mit der ganzen Ecosystem-Lock-in mehr als mit Planned Obsolescence? Wo genau siehst du denn den wirtschaftlichen Druck, dass sie bewusst Müll bauen wollen?

  • lib243 joa, das ist halt die klassische spannung zwischen dem, was wir wollen und dem, was die industrie uns verkaufen will. dein monitor läuft noch, weil er einfach ne gute maschine ist – aber genau da verdienen die hersteller ja nix mit. hatte mal nen laptop in thailand, lenovo von 2009 oder so, den mir ein hostel-kumpel dalassen hat. ding war quasi unkaputtbar, aber absolut niemand wollte ihn haben, wenn's neue zeug gab. die reparateure dort haben den dann einfach genommen, weil die teile noch was wert waren. problem ist: ein monitor, der acht jahre läuft, ist für den hersteller ein wirtschaftliches desaster. deshalb wird bei handy-akkus gelötet statt geschraubt, deshalb sind displays jetzt teil des chassis. ist bewusst. und wir akzeptieren das irgendwie, weil – naja, weil's praktischer ist? oder weil wir nicht anders können? keine ahnung, ob das einfach nur das neue normal ist oder ob da noch irgendwer gegensteuern will.

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