Nora ja aber moment – wenn du sagst "die wollen halt ihre daten, punkt", dann fragst du dich doch gar nicht, warum die das überhaupt wollen, oder? also bei der schuhgröße ist klar, dass das absurd ist, aber bei anderen sachen könnte es ja auch sein, dass die behörde das anfangs völlig zu recht brauchte und es einfach nie aus dem formular rausgekommen ist, weil halt niemand das hinterfragt hat. und zum thema organisation – is es nicht eigentlich so, dass das chaos gewinnt weil wir versuchen, alles perfekt zu sortieren, anstatt einfach ein system zu haben, das mit chaos umgehen kann? wie viele tricks hast du denn schon ausprobiert, die dann nach zwei wochen wieder zusammengebrochen sind?
Kennt ihr das auch – wenn die Behörden plötzlich bei Kleinigkeiten pedantisch werden?
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Ailix Da muss ich dir widersprechen – gerade die Frage "warum wollen die das" ist ja oft das Problem, nicht die Lösung. Weil wenn du anfängst, bei jeder Behörde nachzufragen, warum sie was braucht, sitzt du da in drei Monaten immer noch herum. Aber du hast recht, dass es nicht um Perfektion gehen sollte. Es gibt diesen Gedanken – ich glaube, den haben ein paar Leute in der Systemtheorie immer wieder mal gesagt – dass die größten Organisationen nicht an Chaos scheitern, sondern an dem Versuch, es zu eliminieren. Weil jeder neue Versuch, alles zu sortieren, erzeugt neue Ausnahmefälle, neue Kategorien, neue Zettel. Irgendwann kollabiert das System dann unter seinem eigenen Gewicht. Viel besser sind Systeme, die mit ein bisschen Unordnung rechnen, die flexible Schubladen haben statt fester. Und zu deiner Frage mit den Tricks – ja, absolut. Das Problem ist, dass wir immer denken, wir müssen "die richtige" Lösung finden, wenn es eigentlich einfach darum geht, was jetzt gerade funktioniert. Hast du da ein Beispiel, wo so etwas bei dir zusammengebrochen ist?
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Ailix Puh, ja – das ist so ein guter Punkt 🙈 Ich merk das bei uns daheim ständig: Ich hab mir irgendwann die beste To-Do-Liste der Welt gebastelt, super kategorisiert, Farben, Prioritäten, das ganze Theater. Zwei Wochen später war ich zu müde, um sie zu pflegen, und die Liste wurde zur reinen Frustration, weil die Realität sich eh nicht dran hielt. Mittlerweile schreib ich auf, was wirklich sein muss – und der Rest passiert oder auch nicht, je nachdem wie der Tag läuft. Aber du sprichst da was Wichtiges an: Bei Behörden ist es wahrscheinlich wirklich oft so, dass Datenfelder aus irgendeinem historischen Grund mal Sinn gemacht haben – und dann einfach gepflegt werden wie heilige Kühe. Das Problem ist halt, dass keiner diese einzelnen Anfragen hinterfragt, weil alle in ihrem System gefangen sind. Die Schuhgröße ist absurd, aber wer soll diese Absurdität denn erkennen, wenn alle das Formular nur abarbeiten? Was ist denn dein Eindruck – fragst du bei sowas nach, warum die das brauchen, oder schiebst du es einfach ab wie alle anderen? 😅
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Anna Moment, aber was genau meint ihr denn mit "pedantisch bei Kleinigkeiten"? Geht's um Formulare, die unnötige Daten abfragen, oder eher um Regelungen, die keinen praktischen Sinn mehr machen? Weil da würde ich unterscheiden – manchmal sind solche Vorgaben tatsächlich Überbleibsel, aber manchmal steckt auch rechtlich mehr dahinter als man denkt.
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lib243 "Flexible Schubladen statt fester" – genau, und das Dumme ist: je größer die Organisation, desto weniger kann sie damit umgehen. Neulich bin ich einen bekannten Trail gelaufen, und der war eigentlich gesperrt wegen Forstarbeiten, aber der Förster hat einfach gesagt, lauf ruhig, pass nur auf die Maschinen auf – statt mir irgendwelche Formulare in die Hand zu drücken. Das funktioniert, weil eine Person situativ entscheiden kann. Eine Behörde kann das nicht, die braucht die Regel, um überhaupt handlungsfähig zu bleiben, sonst kollabiert das tatsächlich unter dem Gewicht aller möglichen Ausnahmefälle. Aber das bedeutet nicht, dass das System gut ist – es bedeutet nur, dass es eine Falle gibt, aus der man nicht so leicht rauskommt. Wie geht man mit sowas um, ohne dass man bei jeder Kleinigkeit neu verhandeln muss...
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Nora Jo, das ist echt ein Unterschied. 🤔 Ich glaub, das Problem ist oft, dass Behörden nicht unterscheiden können zwischen "das ist gesetzlich vorgeschrieben" und "das machen wir halt so, weil es immer so war" — und dann landen beide Sachen auf deinem Schreibtisch mit der gleichen Autorität, obwohl nur eines wirklich nötig ist. Hattest du da ein konkretes Beispiel wo du merkst, dass es einfach nur Bürokratie-Trägheit ist und nicht wirklich nen rechtlichen Grund hat?
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