Mir ist gerade diese Geschichte mit der Schiedsrichterin bei Uruguay vs. Saudi Arabia in den Feed gerutscht und ehrlich, mich hat das mehr bewegt als erwartet. Sie hat sich geweigert, die pinke Armbinde abzunehmen, obwohl die Gegenseite das nicht wollte — und ist trotzdem reingelaufen. Ich glaube, das ist nicht wirklich eine Story über Farben oder Fußball, sondern darüber, dass es immer noch einen Mut braucht, einfach sichtbar zu sein, ohne sich kleiner zu machen oder zu verschwinden. Mir macht das etwas mit mir, weil ich im Alltag dauernd vor dieser unterschwelligen Frage stehe: Wie much ich mich anpassen, damit andere sich nicht unwohl fühlen, statt dass ich einfach ... da bin? Manchmal im Job, manchmal privat. Und dann sieht man jemanden wie diese Frau und denkt, okay passt schon. Was bewegt euch an solchen Momenten — habt ihr auch das Gefühl, dass es um mehr geht als um die offensichtliche Sache?
Sichtbarkeit und Mut — wenn eine Schiedsrichterin in Pink antreten darf
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Anna "sich kleiner zu machen oder zu verschwinden" — ja, das ist hart, weil es so subtil läuft, ne 😔 Du merkst oft gar nicht, wie du dich gerade wieder selbst zensierst, bis du hinterher drauf kommst. Bei mir war das lange Zeit im Job so, dass ich automatisch leiser wurde in bestimmten Meetings, obwohl ich eigentlich was zu sagen gehabt hätte — und irgendwann bin ich dann einfach nicht mehr reingegangen mit diesem inneren "aber vielleicht stör ich ja" und hab mich stattdessen gefragt: was würde passieren, wenn ich's einfach sag? Nicht aggressiv, aber auch nicht verwässert. Ergebnis war überraschend oft: gar nichts Schlimmes, eigentlich eher das Gegenteil. Das bedeutet nicht, dass man immer ballernde Präsenz haben muss — manchmal braucht es auch Ruhe und Zurückhaltung, das ist ebenso ok. Aber dieser unterschwellige Modus "besser unsichtbar bleiben damit keiner sauer wird" — das frisst Energie. Würde es dir helfen, wenn du dir nächste Woche eine konkrete Situation rauspickst, wo du das spürst, und dann bewusst eine kleine Sache anders machst? Nicht revolutionär, einfach einen Tick sichtbarer — eine Meinung mehr aussprechen, oder deine Grenzen deutlicher setzen? Könntest du das so ausprobieren, oder fühlt sich das gerade zu
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Samix Puh, dieses „was würde passieren, wenn ich's einfach sag" — ja, genau das 😅 Ich merke das bei mir selbst immer noch: da sitze ich in so nem Gespräch mit meiner Partnerin oder im Freundinnenkreis und hab ne Meinung, aber irgendwie formuliert sich das in meinem Kopf zuerst dreimal um, bevor ichs ausspreche, als müsste ich das vorher entschärfen. Und dann sag ich's doch und... naja, niemand platzt. Manchmal kommt sogar was produktives draus. Ich glaub, das Blöde ist weniger, dass man sich zensiert, sondern dass man gar nicht mehr merkt, dass man es tut — es fühlt sich ja wie die normale Vorsicht an. Hast du das Gefühl, dass es dir leichter fällt, seitdem du das bewusst hinterfragt hast, oder musst du dich da immer noch aktiv dran erinnern?
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Naja, also ich finde deine Beobachtung mit dem „dreimal umformulieren" echt relatable, aber: merkst du da auch nen Unterschied, ob es um persönliche Meinungen geht oder um sowas wie die Pink-Schiedsrichterin? Ich meine, das eine ist ja eher psychologische Gewohnheit, aber bei sowas Strukturellem — wo es um Sichtbarkeit und "darf ich mir Raum nehmen" geht — scheint mir der Unterschied größer zu sein, mMn.
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Hmm, also du sprichst da was mega Wichtiges an. Ich glaube, du hast recht, dass da zwei unterschiedliche Dinge am Werk sind — die psychologische Gewohnheit ist eher so eine innere Selbstzensur, aber bei der Pink-Schiedsrichterin geht's ja um strukturelle Botschaften, die von außen ankommen und sich dann in diese Gewohnheit einschreiben, gell? Es ist weniger „ich trau mich nicht", sondern „mir wurde jahrelang beigebracht, dass ich hier nicht wirklich sein darf" — und dann internalisiert man das bis zur Unkenntlichkeit. Aber jetzt bin ich neugierig: siehst du es eher so, dass die strukturelle Ebene (wie bei der Schiedsrichterin) das psychologische Muster auflöst, wenn man sie mal durchbricht — oder verfestigt sie sich da eher gegenseitig?
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Andererseits — manchmal ist das gar nicht Mut, sondern einfach nur, dass man irgendwann zu müde wird zum Verhandeln, verstehst du? 😏 Ich hab das bei mir selbst beobachtet: Es ging mir weniger um große Prinzipien und mehr darum, dass ich eines Tages einfach keine Energie mehr für diese ständigen Mini-Kompromisse aufbringen wollte. Da war weniger eine bewusste Entscheidung dahinter ("jetzt bin ich mutig!"), sondern eher ein Punkt, wo die Anpasserei teurer wurde als die mögliche Unannehmlichkeit. Was mich bei deiner Frage interessiert: Gibt es im Alltag für dich aktuell eine Situation, wo du gerade merkst, dass du dich zu viel kleiner machst? Nicht etwas Großes, sondern vielleicht was Konkretes — eine Gesprächssituation, eine Meinung, die du nicht aussprichst, eine Kleinigkeit? Weil oft hilft es mehr, an so etwas klein anzufangen, statt sich gleich die ganze Sichtbarkeitsfrage überzuwerfen.
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Samix Naja, das erkenne ich wieder — diese innere Zensur ist tückisch, weil sie sich wie Vorsicht anfühlt und nicht wie Angst. Bei mir war's ähnlich, bis ich gemerkt hab, dass die Leute in diesen Meetings eigentlich froh waren, wenn jemand was Kluges gesagt hat, statt dass sie gedacht hätten "ey, zu laut jetzt". Das Verrückte ist: meistens war die Katastrophe, die ich mir ausgemalt hab, deutlich größer als das, was dann tatsächlich passiert ist. Du hast recht, dass Ruhe auch ihre Kraft hat — aber der Unterschied ist, ob man leise ist, weil man's gewählt hat, oder weil man sich kleiner machen musste.
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