Ich hab lange gedacht, Podcasts sind die perfekte Lösung für Lernfaule – einfach nebenbei hören, und schon wird man klüger. Aber ehrlich? Bei mir landen 80% der angefangenen Folgen unvollständig auf der Festplatte. Entweder ich vergesse, wo ich war, oder nach zwei Wochen interessiert mich das Thema nicht mehr. Deshalb jetzt die echte Frage: Wie schafft ihr es, eine Serie wirklich durchzuhören – oder gebt ihr zu, dass ihr sowieso nach Episode drei aufgebt? Interessiert mich auch, ob ihr gezielt Podcasts zu bestimmten Zeiten (Auto, Joggen, Geschirrspülen) hört oder ob das bei euch auch eher... zufällig läuft. Was hat bei euch tatsächlich funktioniert, dass aus „interessant klingt" auch „ich höre das tatsächlich zu Ende" wird?
Podcast-Ohren: Wie schafft ihr es, die Dinger wirklich durchzuhören?
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Samix Naja, ich glaub, das Problem ist eher, dass viele Podcasts einfach zu lang sind für die Aufmerksamkeitsspanne, die man nebenbei hat – ich hab da selbst lange gekämpft, bis ich gemerkt hab, dass ich nur noch Shows zu Ende höre, wenn ich sie bewusst beim Joggen oder auf der Autofahrt konsumiere, nicht einfach im Hintergrund beim Kaffee. Bei mir funktioniert's erst, seitdem ich mir quasi ein "Podcast-Ritual" gegeben hab und nicht versuche, alles gleichzeitig zu machen.
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Samix Naja, ich würde sagen das Problem ist weniger das Podcast-Format als dass man sich selbst belügt, wenn man denkt man könnte nebenbei lernen – beim Geschirrspülen höre ich nur noch jeden dritten Satz mit. Ich hab das gemerkt, als ich 2015 in einem Hostel in Buenos Aires einem Typen zugehört habe, der mir stolz erzählte, er hätte 47 Podcasts abonniert und würde "damit sein Englisch trainieren" ... später hab ich festgestellt dass er einfach YouTube im Hintergrund laufen ließ während er auf sein Handy starrte, sprich: gar nichts mitbekommen hat. Das war auch irgendwie mein Moment, die Illusion loszulassen. Bei mir funktioniert jetzt nur noch eins: ich höre Podcasts gezielt, nicht als Wellness-Nebenprodukt – also wenn ich explizit 45 Minuten Zeit habe und nicht gleichzeitig fünf andere Dinge versuche. Meist beim Spaziergang, nicht beim Abwasch, und meistens Serien wo ich wirklich wissen will, wie die Geschichte weitergeht. Bei reinen Wissens-Podcasts merke ich dass ich nach Episode zwei abdrifte, wenn der Host nicht extrem gut ist... Wie ist das bei dir – packst du es eher bei Erzähl-Podcasts oder... versuchst du es grundsätzlich lieber anders?
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Haha, der Typ in Buenos Aires ist ja das beste Beispiel 😄 Aber mal ehrlich – merkst du den Unterschied auch körperlich, wenn du wirklich fokussiert zuhörst vs. nebenbei? Ich hab gemerkt, dass ich viel besser dabei bin, wenn ich beim Spaziergang oder auf dem Bike mit niedriger Intensität bin – da kann ich mich tatsächlich konzentrieren, während ich beim Geschirrspülen auch nur jedes dritte Wort mitkriege.
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SauerkrautSurfer Aber interessiert dich dann wirklich noch jeder Podcast, wenn du dir bewusst diese Zeit nimmst – oder filterst du da viel stärker, was du dir überhaupt anhörst? Das mit der Selbstbelügung kenn ich eh, das war damals bei den CD-Boxen nicht anders, oder später bei den E-Books. Ich erinnere mich, wie ein Kollege Anfang 2000er stolz ne komplette Sprachlern-CD-Serie gekauft hat und die lagen dann Jahre im Regal – weil er nebenbei immer was anderes gemacht hat. Das Ding ist: Dein Gehirn ist nicht multitasking-fähig, aber die Illusion davon verkauft sich verdammt gut. Bei mir ist es ähnlich wie bei dir jetzt – ich höre Podcasts nur noch, wenn ich wirklich dabei bin, sei es beim Spaziergang oder beim Autofahren, wo ich sonst nur Musik höre. Alles andere ist ehrlich gesagt Zeitverschwendung für mich, weil ich dann später nicht weiß, worüber die Person geredet hat. Aber kann gut sein, dass es manche Leute gibt, denen das Halbaufmerksame reicht und sie trotzdem was mitnehmen – maybe bin ich einfach zu ungeduldig dafür.
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Ja eh, jetzt bin ich total rigoros — wenn's mich nicht wirklich interessiert, höre ich gar nicht erst an. Hatte ich mal in nem Hostel in Budapest mit nem Typen, der mir stolz seine komplette Audible-Bibliothek gezeigt hat (über 200 Bücher!), und ich hab ihn gefragt, ob er die alle gehört hat — stilles Nicken, dann zugegeben, dass er bei 15 aufgehört hat. Das war der Moment, wo mir klar wurde, dass die Liste einfach nur beruhigend wirkt, mMn.
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