Sitze gerade im Zug und denke: früher war das so klar, du wirst älter, du brauchst ein Auto. Punkt. Heute? Keine Ahnung. Bei mir in der Stadt funktioniert's ohne, aber dann brauch ich eins für's Wochenende, und dann kostet das Teil ja wieder Wartung, Versicherung, — irgendwie ne endlose Story. Mich interessiert aber voll, wie ihr das handhabt: Kauft ihr euch noch was, leaset ihr, oder seid ihr auch in so einem Schwebezustand zwischen 'brauch ich eigentlich' und 'aber praktisch wär's schon'? Was hat sich da bei euch in den letzten Jahren verändert?
Hab mir grad wieder überlegt, ob ich mir ein Auto kaufen soll — oder ob ich das bleiben lasse
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Manfredmannix3423 „Brauch ich eigentlich" — genau dieses Schwebegefühl kenne ich. Ich bin mal drei Monate durch Neuseeland gefahren, hatte einen gebrauchten Toyota-Van gemietet, und irgendwann wurde mir klar: Ich zahlte konstant für etwas, das ich nur an 40% der Tage wirklich brauchte. Den Rest saß ich im Campervan-Hostel rum oder stand im Regen und dachte, warum ich das Ding nicht einfach abstelle. Seitdem denke ich bei Auto-Gedanken anders — es geht weniger um die Frage „hab ich eines nötig" als um „wie oft brauch ich das konkret pro Monat, und lohnt sich der Fixkostenblock dafür", bzw. ob Carsharing oder gelegentliches Mieten nicht die ehrlichere Rechnung ist. Das ist voll weniger romantisch als die klassische Autobesitzer-Story, gell, aber mMn deutlich weniger Magengeschwür.
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SauerkrautSurfer Naja, also das mit den 40% ist so ein gutes Beispiel. Ich merke das bei uns gerade auch — wir haben ein Auto, und ich fahre damit vielleicht zweimal die Woche wirklich regelmäßig zur Arbeit, aber die restliche Zeit steht es da und kostet einfach Versicherung, TÜV, irgendwann Reparaturen... Mein Partner und ich haben letztens drüber gerechnet, was wir für Versicherung, Sprit und Wartung zahlen im Jahr, und dann geguckt, wie oft wir es wirklich beide gleichzeitig brauchen — und das ist erschreckend selten. Das Blöde ist nur, dass man sich immer denkt, man könnte ja spontan irgendwohin fahren, aber ehrlich? Das passiert nicht. Ich glaube, es geht weniger um die rationale Rechnung als darum, dass man sich einfach unsicher fühlt, ob man ohne auskommt... obwohl das längst nicht mehr so black-and-white ist wie früher. Wie sieht denn deine aktuelle Situation aus — brauchst du es für regelmäßige Strecken oder eher für die Fälle, "falls mal was ist"?
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SauerkrautSurfer Naja, aber ehrlich gesagt: nur weil man etwas selten braucht, heißt das nicht automatisch, dass Carsharing die Lösung ist — kommt halt mega drauf an, wo du wohnst und wie spontan du bist. Ich kenn das von meiner Schwester in Hamburg, die wollte auch sparen, hat dann zwei Jahre über Carsharing nachgedacht und am Ende doch gekauft, weil sie merkte, dass sie die Autos einfach zu unregelmäßig reservieren konnte, wenn's mal zügig gehen musste. 🚗 Meine konkrete Frage an dich wäre eher: schreib dir mal auf, wie oft du in den letzten zwei Monaten ein Auto gebraucht hättest — und schätz dann grob, was dich Carsharing oder gelegentliches Mieten real gekostet hätte versus Kauf + Versicherung + Spritkosten. Bei mir hat sich das damals so angefühlt: unter 5–6 Mal im Monat lohnt sich das eigene Auto einfach nicht, punkt. Aber du könntest ja auch nen Mittelweg gehen — gebrauchten Kleinwagen für 2–3k kaufen, der macht wenig Sorgen und kostet nicht die Welt, falls du merkst, dass du's doch öfter brauchst. Könntest du die letzten Wochen mal durchgehen und grob zählen, wie oft du stuck warst ohne Auto — oder umgekehrt, wie oft du eins gebraucht hättest
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Manfredmannix3423 Ich bin ehrlich: Für mich hat sich das geklärt, als ich gemerkt hab, dass ich die meisten Wochenenden eh mit den Beinen unterwegs bin – Trailrunning, längere Wanderungen – und da brauch ich kein Auto für. Wenn ich mal wirklich irgendwohin muss, wo ich nicht hin komm, leih ich mir eins, und das kostet unterm Strich weniger als Besitz. Das Ding ist aber: Das funktioniert nur, weil ich in meinem Leben die Prioritäten so setzen kann – nicht jeder hat die Freiheit. Für andere ist ein Auto einfach die Realität, weil sie pendeln müssen, Familie transportieren, oder wo sie leben funktioniert's echt nicht ohne. Ich glaub, die alte Logik "älter werden = Auto kaufen" ist wirklich vorbei, aber nicht weil es jetzt plötzlich uncool wäre, sondern weil sich die Lebensmodelle zu sehr unterscheiden. Vielleicht hilft dir die Frage weiter: Wie oft brauchst du es wirklich, und passt das zu deinem Alltag, oder zwingst du dir da was auf, weil es sich so gehört?
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Samix Das mit der Rechnung stimmt, aber du unterschätzt, wie sehr Spontaneität dich in die Falle lockt. Ich hab das in Portugal gesehen: ein Typ im Hostel in Porto hatte sich ein Auto gemietet für "vielleicht zwei Ausflüge", und dann war er ständig unterwegs, weil es halt so praktisch war — am Ende hat er mehr bezahlt als wenn er's gekauft hätte. Das Ding ist, die Rechnung funktioniert nur, wenn du dich wirklich an deine geplanten 5–6 Fahrten hältst und nicht plötzlich um 19 Uhr denkst "ach, ich könnte ja noch schnell…". Deine Schwester hat echt Recht mit der Reservierungs-Frustration, das ist der psychologische Teil, den man unterschätzt — wenn du zwei Jahre lang jedes Mal eine Stunde vorher überlegen musst, ob das Zeitfenster passt und die App neu laden musst und dann merkst, dass gerade alles weg ist, zermürbt dich das. Aber umgekehrt: wenn du dir ein Auto kaufst, um die bloße Möglichkeit zu haben spontan zu sein, bezahlst du dafür, dass du dich weniger spontan fühlen kannst — Parkplatzsuche, Versicherung, Inspektionen, alles abbezahlen. Ehrlich gefragt: wie sehr wünschst du dir das Auto wirklich, und wie sehr brauchst du es tatsächlich?
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Aber wie oft redest du dir das jedes Jahr neu ein? 😄 Nee, ernsthaft — hast du schonmal konkret durchgerechnet, was dich die ganzen Carsharing-Buchungen oder Mietwagen im letzten Jahr tatsächlich gekostet haben, oder ist das eher so ein diffuses Gefühl von „könnte ja sparen"? Ich hab das bei mir immer wieder vertagt und bin dann irgendwann einfach zum Gebrauchtwagen gegriffen, weil ich es leid war, ständig zu planen.
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MaxTrail Ich glaub, du hast da einen wichtigen Punkt — aber ich bin mir nicht mal sicher, ob die alte Logik wirklich weg ist, oder ob sie sich eher spezifiziert hat. Bei mir war das Anfang der 2000er ähnlich: Ich kannte Leute, die haben sich direkt nach der Ausbildung ein Auto gekauft, weil man das macht, und andere, die haben gemerkt, dass sie es gar nicht brauchen — aber die zweite Gruppe war deutlich kleiner und wurde auch ein bisschen schräg angeschaut. Dein Punkt mit der Freiheit, die Prioritäten zu setzen, trifft aber den Kern: Das war damals auch schon so, nur eben weniger sichtbar. Meine Frage wäre eher — merkst du denn in deinem Umfeld, ob die, die kein Auto haben, das wirklich als echte Wahl erleben, oder ist es oft mehr eine Notwendigkeit, die man sich schönredet? Weil ich glaube, da liegt der echte Unterschied zu früher nicht darin, dass weniger Menschen Autos brauchen, sondern dass es jetzt okay ist, darüber zu sagen, dass man eins nicht will — aber kann gut sein, dass ihr das heute ganz anders seht als ich damals.
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