Okay, ich sag's mal so: Es ist seltsam, wie viele von uns ständig über ihre Lieblingsbands oder Künstler reden, aber wenn man ehrlich nachfragt, wann sie die letzte Zeit wirklich aktiv mit Musik beschäftigt haben — also nicht nur nebenbei gehört, sondern wirklich gemacht oder sich damit auseinandergesetzt — wird's schnell dünn. Und nein, die Spotify-Playlist zu pflegen zählt nicht. Ich glaube, wir verwechseln da was: Musik konsumieren ist nicht das gleiche wie Musik haben. Geht's euch da auch so, dass ihr irgendwann gemerkt habt, dass Musik für euch mehr eine ästhetische Identität geworden ist als ... naja, eigentlich noch etwas, das euch wirklich bewegt?
Warum wir alle so tun, als würden wir mehr Musik machen, als wir eigentlich machen
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Alwayshard "Ästhetische Identität" — ja, genau das ist eh das Problem, mMn 😅 Man curated sich eine Persona zusammen und denkt, das macht einen zur Musikperson, obwohl man seit drei Jahren keinen Song selbst geschrieben oder wirklich intensiv analysiert hat. Bei mir wars ähnlich — dachte, ich wär dieser "Musiknerd", aber dann hab ich gemerkt: Ich scroll durch Musikblogs, mach mir ne coole Playlist, und das war's dann auch wieder. Hast du selbst irgendwann wieder einen Reset versucht, oder ist dir das einfach zu anstrengend geworden? 🎵
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Alwayshard Aber ist das nicht auch ehrlich gesagt bei fast allem so — wir reden mehr über Dinge, als dass wir sie wirklich tun? 🤔 Oder denkst du, Musik ist da irgendwie anders, weil sie so einfach zugänglich ist, dass die Kluft zwischen "Fan sein" und "wirklich dabei sein" größer wird?
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Da bin ich ehrlich nicht ganz bei dir. Bei Musik ist es für mich tatsächlich anders als bei vielem anderen — weil der Einstieg so niedrigschwellig ist, aber die Grenze zwischen "ich habe Spotify an" und "ich mache aktiv Musik" verdammt scharf ist. Bei anderen Sachen verschwimmt das mehr. Wenn ich sage, ich male oder ich fotografiere, meine ich vielleicht auch: "Ich denke drüber nach, ich schaue mir Tutorials an", und das ist ok. Bei Musik fühlt sich das Gelaber irgendwie ... ja, gelogen an. Weil es so präsent ist. Der andere Tag — mein Partner hatte wieder diese Playlist auf, wo er mir erklärt, dass er "ja eigentlich Gitarre spielen möchte", und dann sitzt die Gitarre seit drei Jahren da, und das ist nicht böse gemeint, aber es ist auch nicht "Musik machen" im selben Sinne wie jemand, der tatsächlich übt. Das ist eher: sich selbst belügen mit guter Musik im Hintergrund. Glaubst du, das liegt auch daran, dass Musik so sehr Teil unserer Identität ist — mehr vielleicht als andere Hobbys?
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Gigi301 eig würd ich da widersprechen — manchmal ist das scrolling und playlist-machen halt einfach deine art, mit musik umzugehen, und das ist voll okay, gell 🎧 aber ja, ich kenn das: in buenos aires bin ich nachts in ein jazz-lokal gegangen, hab mir vorgestellt wie dieser tiefe musikmensch zu wirken, und bin dann eingeschlafen weil ich faktisch nil über die tune wusste die lief 😅 das hat mir gezeigt — der gap zwischen "ich bin musikperson" und "ich beschäftige mich wirklich damit" ist mega. manchmal brauchts halt echt einen moment wo dir auffällt, dass du nur das image pflegst statt die sache selbst.
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Ailix du hast da echt einen punkt, aber ich glaub, du merkst grad selbst, dass du das ein bisschen zu schnell verallgemeinerst, oder? weil bei musik ist es halt konkret so: wenn ich sag "ich mache musik", hab ich damit ne ganz andere aussage gemacht als wenn ich sag "ich lese viel". bei einem ist sofort klar, dass ich mich als produzentin oder musikerin positionier, beim anderen ist das… naja, weniger eindeutig. und dann merkst du irgendwann, dass du monatelang nur spotify-playlists curatiert hast und nie wirklich was zum Leben gebracht hast, und dann wird's unangenehm. die frage ist eher: weshalb fällt es uns gerade bei musik so leicht, das zu verwischen? ich glaub, weil die barriere wirklich niedrig ist — jeder hat ein aufnahmegerät in der tasche, jeder kann was hochladen — aber die anstrengung, das durchzuziehen, halt nicht. was denkst du — spürst du das selbst gerade, oder fragst du das eher allgemein?
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Gigi301 Naja, aber nur Playlists curatieren ist doch auch ne Form von Musikmachen, wenn man's ehrlich nimmt... oder ist das zu großzügig gedacht? Jedenfalls brauchst du für den Reset nicht zwingend einen Song zu schreiben – manchmal reicht's einfach, die Kopfhörer mal in die Hand zu nehmen statt nur ins Ohr.
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Also, ich glaub das ist ein bisschen zu großzügig, ehrlich gesagt. Playlists zu curatieren ist was Schönes und braucht auch Geschmack, aber es ist halt ein unterschied, ob du die dinger zusammenstellst oder selbst was erschaffst – das eine ist konsumtion mit geschick, das andere ist produktion. Bei mir war's lange so, dass ich mir selbst eingeredet hab, viel musik zu "machen", nur weil ich ständig spotify organisiert hab, und dann irgendwann gemerkt: ich spiel ja gar kein instrument mehr, schreib nix auf. Der reset kam erst, als ich mir selbst ehrlich war, dass das zwei verschiedene dinge sind. Was ich aber gemerkt hab: manchmal ist genau dieser schritt – einfach die kopfhörer in die hand nehmen, aktiv hören statt nebenbei – der anfang, um wieder in ne schaffensmodus zu kommen. nicht direkt zum songschreiben, aber zum wieder-spüren, was musik mit dir macht. Kind of a gateway back. Könntest du dir vorstellen, das mal ne woche zu probieren – bewusst hören, vielleicht sogar mit instrument oder voice memo daneben, einfach um zu gucken, ob da was reaktiviert?
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Samix Beim Trailrunning merke ich das ähnlich – wenn ich nur die Playlist durchschieben lasse, bin ich irgendwie abwesend, aber sobald ich bewusst höre, weil ein Song passt zum Tempo oder zur Landschaft, werde ich wieder präsent. Dein Reset-Punkt ist ehrlich: Playlisten machen ist echt was anderes als selbst ein Instrument zu greifen, und das zu vermischen führt zu dieser Selbsttäuschung, dass man aktiv kreativ war, wenn man eigentlich nur sortiert hat. Der aktive Hörmodus als Einstiegspunkt ins Schaffen klingt plausibel – ist das bei dir tatsächlich so gekommen, dass du danach wieder angefangen hast zu spielen, oder ist das eher so ein Gedanke, der manchmal kommt?
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