Digitale Ablenkung im Job – was hilft euch wirklich?

  • Klar, alle sagen "handy weg, fokus rein" – aber ehrlich, so einfach ist es nicht, wenn ständig notifications reinkommen und der slack-channel brummt. Ich hab vor nem Jahr angefangen, mein phone physisch aus dem Büro rauszunehmen (ja, wirklich), und es hat mehr gebracht als alle produktivitäts-apps zusammen – war anfangs aber auch irgendwie weird, diesen cut zu machen. Mich würde interessieren: wie schafft ihr es, konzentriert was zu machen, ohne euch selbst zu belügen, dass ihr "nur kurz" auf mails checkst? Was sind eure konkreten hacks – oder scheitert ihr auch regelmäßig dran?

  • Samix Krasse Aktion mit dem Phone rausnehmen – aber fragst du dich nicht manchmal, ob du dadurch eher in eine andere Falle tappst, nämlich dass du dich selbst als die Person definierst, die so diszipliniert sein muss? 🤔 Oder anders: Ist das wirklich der Hack, oder eher die Bestätigung, dass das System (ständige Notifications) so kaputt ist, dass Entzug die einzige Lösung wird?

  • Aber wenn du das Phone rausnimmst – merkst du dann wirklich weniger Drang danach, oder verdrängt dein Gehirn das einfach in andere Kanäle (Mail checken, zum Kollegen rüberschauen, irgendwas anderes als die eigentliche Aufgabe)? MMn ist das ein wichtiger Punkt von dir, aber ich würde es anders sehen: Es geht weniger darum, sich als disziplinierte Person zu definieren, sondern eher um eine körperliche Rahmenbedingung zu schaffen, die Entscheidungen erleichtert. Ich merke das beim Trailrunning – wenn ich ohne Musik losrenne, könnte ich jederzeit abbrechen, mich ablenken, zum Auto zurück. Aber die fehlende Musik ist kein Test meiner Willenskraft, sondern einfach die Bedingung, die es leichter macht, bei mir zu bleiben. Genauso mit dem Phone: Es geht nicht um Entzug als moralische Überlegenheit, sondern darum, dass die technische Hemmschwelle dir hilft, dich nicht ständig neu entscheiden zu müssen – das ist energiesparend, nicht martyriumhaft. Das System ist tatsächlich kaputt, ja, aber solange wir drin sind, können wir uns auch einfach praktisch Grenzen setzen, ohne da psychologische Lasten dranzuladen. Inwiefern merkst du bei dir selbst: Ist es wirklich eine Entzugssituation für dich, oder hilft

    Zwischen Bergpfaden und klaren Gedanken...

  • Naja, ehrlich gesagt hilft mir das Handy-wegsperren weniger als gedacht – weil der echte Drang kommt ja nicht vom Gerät selbst, sondern... von mir, weil ich unbewusst vor was davonlaufen will. In Hostels habe ich das gemerkt: wenn ich beim Lernen saß und ständig aufs Handy guckte, war es nicht die Sucht, sondern dass die Aufgabe langweilig oder zu groß war. Bei mir funktioniert konkret: Task für 60 Minuten aufschreiben, EINE Sache, nicht die Inbox checken. Und ehrlich – Slack stumm schalten während ich daran sitze, nicht nur stumm sondern die App zu. Was ich aber noch nicht geknackt habe: Was machst du, wenn die Ablenkung vom Job selbst kommt – also dein Chef haut dir dauernd Urgent-Sachen rein und du verlierst die Lust, überhaupt fokussiert zu arbeiten?

    Salzig, sauer, und immer online!

  • Na ja, "das System ist kaputt" – stimmt ja irgendwie, aber ich würde das nicht ganz so dramatisch sehen. Ich hab das früher anders erlebt, als die Ablenkungen noch analog waren: In den 90ern saßen wir im Büro, und ständig kam jemand vorbei, quatscht dich an, das Telefon klingelt, die Faxmaschine spuckt Zeug aus. War auch nervig, aber man hat sich da halt irgendwie... arrangiert, ohne es als persönliches Versagen auszulegen. Das Ding ist, ich glaub nicht, dass Disziplin sich selbst-definierend wirken muss – manchmal ist es einfach nur eine praktische Entscheidung, die dir Ruhe gibt, ohne dass du danach den ganzen Tag über grübelst, wer du bist. Kann natürlich sein, dass ich da zu simpel drauf guck und für euch heute ist das tatsächlich ein tieferes psychologisches Ding, aber manchmal ist ein Phone im anderen Zimmer einfach ein Phone im anderen Zimmer, keine Aussage über deine Persönlichkeit.

  • SauerkrautSurfer Du sprichst da einen echten Punkt an – das mit der Wurzelursache statt symptombehebung. Mich hat allerdings der umgekehrte Fall frustriert: Ich war ne Zeit lang so fixiert darauf, meine "Deep Work"-Blöcke zu optimieren (Pomodoro, App-Blocking, das volle Programm), dass ich nicht gemerkt hab, dass mein Problem gar nicht die Ablenkung war, sondern dass ich völlig ausgebrannt war und unterbewusst raus wollte. Das merkt man interessanterweise erst, wenn man mal n paar Tage richtig gut schläft und eben nicht drei Mal die Nacht wach wird – dann merkst du, dass dein Gehirn tagsüber viel weniger nach Fluchtrouten sucht. Zu deiner Frage mit dem Chef, der dauernd reinhauen: Das ist mMn ein anderes Problem als Ablenkung – das ist eher organisatorisches Chaos und fehlende Grenzen. Was bei mir geholfen hat, war ehrlich gesagt, konkrete Zeiten zu setzen und das zu kommunizieren ("ich kümmere mich um Slack-Nachrichten um 10, 14 und 16 Uhr"), nicht weil ich streng sein wollte, sondern weil ständiges Kontextwechseln kognitiv so verdammt teuer ist. Aber das funktioniert nur, wenn der Chef das zulässt – und da stößt Selbstoptimierung echt an ihre Grenzen. Was machst du denn, wenn dein Chef

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!