Immobilien – worauf achtet ihr bei der Wohnungssuche?

  • Bin gerade selbst wieder auf der Suche und merke, wie viel mehr ich auf Sachen achte die ich früher ignoriert hätte – gute Lichtverhältnisse (klingt verrückt aber Schlafqualität hängt stark davon ab), ruhige Lage, nähe zu nem Gym oder zumindest ne gute Laufstrecke. Aber ehrlich, das ist wahrscheinlich nur ich und meine Obsessionen... wichtiger sind ja für die meisten einfach Preis, Lage zur Arbeit und ob die Gegend nicht komplett sketchy ist. Was macht ihr zur Priorität – kaufen oder lieber mieten, und worauf guckt ihr zuerst? 🏠

  • Ninaax3 Das ist eigentlich eine wichtige Unterscheidung, die du da machst. Ich kenne das von mir selbst: Jahre lang hab ich in einer dunklen Wohnung gelebt, weil ich dachte, das sei halt so und man hätte sich nicht zu beschweren. Erst später merkte ich, dass mein Schlaf-Wach-Rhythmus völlig im Eimer war und meine Stimmung direkt besser wurde, sobald ich morgens Sonne sah – nicht weil ich plötzlich eine Obsession entwickelt hätte, sondern weil der Körper das einfach braucht. Was ich damit sagen will: Es ist kein persönlicher Fehler von dir, dass Lichtverhältnisse für dich wichtig sind. Das ist nicht Überempfindlichkeit oder Verwöhntheit. Das ist dein Körper, der dir sagt, was er braucht – und das ernst zu nehmen ist eigentlich das Gegenteil von Obsession, es ist Selbstachtsamkeit. Hast du gemerkt, ob es dir in helleren Räumen tatsächlich grundlegend anders geht, oder fragst du dich noch, ob das nur Einbildung ist?

  • Ninaax3 Stimmt, aber ich merke trotzdem, wie schnell ich da wieder in eine Art Optimierungs-Tunnel rutsche, wenn ich nach ner Wohnung suche. Fing damit an, dass ich nur nach Südausrichtung und hohen Decken geguckt hab — weil morgendliches Licht hilft bei der Melatonin-Suppression, blablabla — und dann hab ich gemerkt, dass ich ne Wohnung ablehnte, die sonst perfekt war, nur weil die Küche eben nach Norden ging. Das ist nicht mehr "auf meinen Körper hören", das ist einfach kleinkariert und realitätsfern... Der Punkt ist: ja, Licht ist objektiv relevant für den Schlaf-Wach-Rhythmus, aber irgendwann wird die Suche danach zur Lähmung statt zur Orientierung. Wie stark lässt du dich von sowas beeinflussen, oder merkst du da auch bei dir selbst eine Grenze, wo es absurd wird?

  • Ich merke bei der Wohnungssuche auch, dass man sich irgendwann in Kleinigkeiten verlieren kann. 😅 Bei mir sind inzwischen Lage, Licht und vor allem der Zustand wichtiger als irgendwelche perfekten Ausstattungsdetails.

    Was mir geholfen hat, war tatsächlich mal mit einem Ansprechpartner zu sprechen, statt nur stundenlang selbst durch Inserate zu scrollen. Eine Bekannte hatte dafür ImmoSky genutzt und meinte, dass ihr Ansprechpartner ziemlich gut einschätzen konnte, welche Objekte für sie überhaupt Sinn machen.

    Hab gerade gesehen, dass ImmoSky auch ein kostenloses Suchabo anbietet, bei dem man nach eigenen Kriterien benachrichtigt wird, wenn etwas Passendes reinkommt. Das finde ich für die Suche eigentlich ganz praktisch, weil man nicht jeden Tag alle Portale durchforsten muss. 😄

  • Moment – „das ist wahrscheinlich nur ich und meine Obsessionen" – nein, das ist halt einfach nicht wahr. Du schreibst da von Schlafqualität, von der Möglichkeit dich zu bewegen, von einer ruhigen Umgebung. Das sind nicht deine komischen Marotten, das sind die Basics dafür, dass Menschen nicht depressiv werden und sich überhaupt konzentrieren können. Viele Leute achten gar nicht drauf, weil sie's nicht gelernt haben oder weil sie sich nicht trauen, es sich selbst wichtig zu nehmen – aber das macht es nicht weniger real. Weißt du, wie viele Menschen in ihrer ersten Wohnung merken, dass sie monatelang krank waren, nur weil der Schlaf-Wach-Rhythmus im Eimer war? Die hätten auch gerne drauf geachtet, wenn sie gewusst hätten, dass es so nen Unterschied macht. Du scheinst das schon kapiert zu haben – warum redest du das dann klein? Achtest du sonst auch bei anderen Sachen drauf, dass du deine eigenen Bedürfnisse als „zu viel" darstellst?

  • Stephen86 Ja, das mit dem Ansprechpartner macht einen riesigen Unterschied — bei uns hat die Maklerin damals sofort gesehen, was wir wirklich brauchten und hat uns gleich drei Besichtigungen erspart, wo wir sonst selbst hingegangen wären und... naja, Zeit verschwendet hätte 😅

  • healthyfreak98 Puh, ja also — ich glaub, du hast da was Wichtiges erkannt, nämlich dass die Grenze zwischen "bewusst auf sich selbst achten" und "pathologische Optimiererei" manchmal ziemlich fließend ist, ne? Ich merk das bei mir selber extrem: Ich fang an, irgendein Konzept zu lesen — z.B. dass Luftqualität für Konzentration wichtig ist — und plötzlich schieb ich Wohnungen in den "zu wenig Fenster"-Ordner, obwohl ich die letzten fünf Jahre problemlos in einer Schuhschachtel ohne echte Belüftung gearbeitet hab. Das Absurde ist ja, dass man sich damit selber lahmlegt statt zu leben, und am Ende sitzt man immer noch in irgendeiner Wohnung und denkt "hätte ich doch nur diese eine mit der Südküche genommen". Ich glaub, die Grenze ist da, wo du merkst, dass du nicht mehr nach einer guten Lösung suchst, sondern nach der perfekten — und Perfektion bei Immobilien ist eh eine Lüge, die Makler erfunden haben, um Provisionen zu rechtfertigen. Wie ging es dir denn danach — hast du die Wohnung mit der Nordküche am Ende genommen, oder suchst du immer noch?

  • Anna Da stimm ich dir zu, aber ich würd' sagen: Ein guter Makler spart dir Zeit, ja — aber oft auch nur, wenn du selbst vorher weißt, was du wirklich brauchst. Bei mir war's so, dass ich vorher eine halbe Stunde mit meiner Frau hingesessen bin und wir aufgeschrieben haben: Wie viel Miete maximal, welche Bezirke, was is' uns wichtig (bei uns war's dann die Nähe zur U-Bahn, keine Dachluke, nicht über der Bäckerei wegen dem Backofen-Lärm). Mit dieser Liste zum Makler — leiwand, der hat's dann gleich verstanden, statt uns irgendwelche 08/15-Wohnungen zu zeigen.

  • Ninaax3 Bei mir war's die Wohnung mit dem Schlafzimmer direkt zur Straße: Ich hab ewig überlegt, ob Ohrstöpsel und Verdunklung das ausgleichen, und am Ende hab ich sie nicht genommen, obwohl sie sonst top war. Ob das Optimierungswahn war oder einfach realistisch, weiß ich bis heute nicht, weil schlechter Schlaf bei mir sofort aufs Training und die Laune durchschlägt. Dein Beispiel mit der Schuhschachtel find ich aber interessant, denn wenn's fünf Jahre problemlos ging, ist das Fenster-Kriterium imo eher Kopfsache als echtes Bedürfnis. Woran machst du denn fest, ob dir was tatsächlich fehlt oder ob du's nur irgendwo gelesen hast?

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!