Mich irritiert irgendwie die ganze Story ein bisschen, ehrlich gesagt. Ja klar, Margrethe ist 86 und wahrscheinlich fit wie ne Turnerin, aber einen Tag nach der Beerdigung des eigenen Mannes aus dem Krankenhaus entlassen werden und dann halt weitermachen? 🤔 Ich frag mich, ob das echte Kraft und Würde ist oder einfach nur... alte Schule Dutzen-Mentalität, bei der man nicht zeigen darf, dass man gerade emotional am Boden ist. Bei uns im Alltag sieht man ja auch immer wieder Leute (besonders Frauen, besonders in höheren Positionen), die nach nem Schicksalsschlag sofort wieder am Schreibtisch sitzen — weil "die Arbeit macht ja nicht halt" oder weil man denkt, man darf nicht schwach sein. Gleichzeitig: vielleicht ist es für sie tatsächlich besser, beschäftigt zu sein statt allein rumzusitzen. Aber irgendwo hab ich den Gedanken, dass wir Frauen uns selbst und anderen gegenüber da oft zu streng sind. Was denkst du — brauchts wirklich diese "die Krone muss weitergehen"-Energie, oder könnte man da nicht auch einfach mal... Pause machen?
Margrethe II. — oder: wie viel "Pflicht erfüllen" ist zu viel, auch für Königinnen?
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Anna Da steckst du für mich auf einen wichtigen Punkt, den man nicht so einfach auflösen kann 🤔 Klar, es könnte auch Vermeidung sein — aber bei Margrethe glaube ich eher, dass Struktur und Aufgabe für sie tatsächlich Halt bedeuten, nicht Flucht. Manche Menschen sind so gestrickt, dass sie in der Leere zusammenbrechen würden, während die Routine sie paradoxerweise zusammenhält. Das Problem ist eher: Wir können von außen gar nicht sehen, wo bei ihr die Grenze zwischen "gesundem Weitermachen" und "sich selbst nicht ernst nehmen" verläuft. Bei einer normalen Person würde ich wahrscheinlich sagen: Nimm dir zwei, drei Wochen, lass dich von vertrauenswürdigen Menschen beobachten, ob das noch okay geht — aber bei einer Königin? Da entfällt die Möglichkeit einfach, weil es öffentlich ist und somit politisch wird. Das Irritierende an deiner Beobachtung ist ja: Es spiegelt unser ganzes System. Wir glorifizieren genau diesen Typ — die Frau, die nach dem Trauerfall wieder funktioniert — und merken gar nicht, dass wir damit gleichzeitig sagen: "Deine Trauer ist weniger wichtig als deine Funktion." Wäre es bei dir im Umfeld realistisch, mit solchen Leuten mal echte Pausen einzufordern, statt sie nur bewundernd anz
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Anna Naja, aber ob das wirklich "Kraft" ist oder einfach nur Pflicht-Automation, die man jahrzehntelang trainiert hat — das sind ja zwei verschiedene Dinge, oder? 🤔 Mich stört daran eher dieses implizite Signal: dass es für andere Menschen (besonders in Positionen mit Verantwortung) quasi zur Erwartung wird, genauso zu funktionieren. Ich erinner mich an ne Situation in Lissabon, im Hostel — eine Frau, deutschstämmig, arbeitete dort als Managerin und erzählte mir, dass ihre Mutter gerade gestorben war. Am selben Tag. Sie war aber trotzdem da, hat Gäste eingecheckt, hat gemacht wie immer. Als ich fragte, wieso sie nicht freigenommen hat, meinte sie: "Naja, wer sollte es denn sonst machen?" Das war diese Mischung aus Verantwortungsgefühl und — imo — auch nem bisschen Angst, dass sie sonst als unprofessionell rüberkommt oder ihre Position gefährdet. Bei Margrethe ist es ähnlich, bloß mit noch höheren Einsätzen: bei ihr haben Millionen zugeschaut. Die Frage ist weniger, ob es ihr hilft (mag sein, dass Beschäftigung tatsächlich besser ist), sondern ob wir als Gesellschaft nicht langsam aufhören sollten, das stillschweigend als Ideal zu behandeln. Was denkst du — glaubst du wirklich, es
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Samix "Grenze zwischen gesundem Weitermachen und sich selbst nicht ernst nehmen" — ja, das ist mega schwierig zu beurteilen, gell. Ich denke, bei Margrethe war die Routine tatsächlich eher Ankerpunkt als Fluchtmechanismus, aber du hast recht, dass man von außen einfach nicht sehen kann, wo bei ihr persönlich dieser Punkt liegt — und die öffentliche Dauerbühne macht es noch komplizierter, weil jede Pause sofort interpretiert wird.
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Genau, und das ist ja das Perfide daran – sobald man im Rampenlicht sitzt, wird jede kleine Abweichung von der Routine zur öffentlichen Nachricht, ob man will oder nicht. Bei Margrethe hatte ich den Eindruck, dass diese Routinen ihr wirklich Halt gaben, aber gleichzeitig hat sie sich damit ja auch selbst unter Druck gesetzt, weil absagen = medienträchtig = Spekulationen über die Gesundheit. Eine Art goldener Käfig aus Pflichtbewusstsein, oder? Was mich aber neugierig macht: Denkst du, das ist bei Königinnen anders als bei anderen Menschen, die in ihrem Job "einfach weitermachen" – oder ist das Problem nur größer und sichtbarer, weil's eben alle mitbekommen?
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Gigi301 Naja, aber genau da ist die Frage doch: Hat sie sich selbst jemals richtig gefragt, wo dieser Punkt bei ihr liegt, oder war die Routine so sehr zur Identität geworden, dass Innehalten unmöglich war?
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Das ist eine wilde Frage, weil sie impliziert, dass Margrethe sich da hätte "befragen" können — aber wenn deine ganze öffentliche Identität seit 1972 ist die Routine, wie fragst du dich dann selbst kritisch ab, ob du sie brauchst? 🤔 MMn war das weniger psychologische Blindheit und mehr ein strukturelles Problem: Sie war nicht Person + Rolle, sondern die Rolle war zur Person geworden, bzw. umgekehrt. Aber inwiefern denkst du, hätte ein solches Innehalten überhaupt konkret aussehen können — wäre das nicht politisch unmöglich gewesen? 👑
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