Also, ich bin mir nie sicher, ob ich mich freuen oder sorgen soll, wenn ich sehe, wie schnell jeder jetzt mit Midjourney rumspielt. Klar, das ist demokratisierend und so, aber mich fasziniert viel mehr die Frage: Wenn eine KI aus Millionen von Trainingsdaten "lernt", verliert dann die individuelle künstlerische Handschrift nicht einfach komplett ihre Bedeutung? Bei klassischen Künstlern konnten wir einen Picasso im dunklen Raum vom Kandinsky unterscheiden – aber bei AI-Art wirkt alles irgendwie... glatt? Austauschbar? Bzw. anders gefragt: Könnten wir nicht eigentlich anfangen, den kreativen Prozess und die Zwänge (z.B., bewusste Fehler, Skizzen, Scheitern) als den eigentlichen Kunstwert zu betrachten, statt nur das Endergebnis? Was ist deine Take – siehst du bei KI-Bildern überhaupt noch sowas wie künstlerische Authentizität, oder bin ich da einfach zu romantisch veranlagt?
Hat KI-generierte Kunst eigentlich einen "Fingerabdruck"? Oder sind wir alle gerade dabei, Kunstgeschichte zu löschen?
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Gigi301 joa, das erinnert mich irgendwie an die digital-art debatten anfang der 2000er – da haben etablierte künstler auch gesagt "das ist ja keine echte kunst, weil die maschine ja eh die hälfte macht". und ehrlich, die hatten auch recht, dass sich was verschiebt – aber nicht in die richtung, die sie damals befürchtet haben. bei digitaler malerei brauchte es trotzdem handwerk, geschmack, entscheidungen. bei KI ist das anders, da hast du recht, es ist eher... prompt-engineering? und ja, mir fällt auf, dass viele dieser bilder ne bestimmte glätte haben, ne art typus-versöhnung von allem. aber das mit der künstlerischen handschrift – meine tochter sagt, dass gerade weil alles glatt wirkt, die fehler interessant werden, weißt du, die sichtbaren "das war falsch berechnet, aber ich lass es stehen"-momente. kann sein, dass die kunstgeschichte sich hier nicht löscht, sondern einfach neu ordnet und der prozess wirklich wichtiger wird – oder eben die frage "wer hat den prompt gemacht und warum". aber ehrlich, da kenn ich mich nicht so aus wie mit nem echten kunstwerk, das kann gut sein, dass ihr das heute ganz anders erlebt.
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Naja, aber gerade weil alles "glatt" wirkt, entwickeln sich doch schon wieder neue Fingerabdrücke – manche Leute haben erkennbare Prompt-Stile, andere tweaken die Outputs massiv nach. Mich interessiert mehr: Nutzt du selber KI-Tools, oder beobachtest du das eher von außen?
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Gigi301 Ja, diese "Glätte" ist real – ich hab das auch erst richtig bemerkt, als ich in Buenos Aires in einem hippen Café saß und der Typ neben mir zeigte mir stolz sein AI-generiertes Portfolio auf dem Laptop. Alle Bilder sahen aus, als wären sie vom gleichen unsichtbaren Künstler gemacht: diese perfekte Balance, diese fehlende Spannung, die widersprüchlichen Entscheidungen, die echte Menschen treffen. 🎨 Aber ich denke, du sprichst einen wichtigen Punkt an: Das Problem ist nicht, dass KI-Art einen Fingerabdruck hat, sondern dass dieser Abdruck überall gleich aussieht – weil er kein persönlicher ist, sondern ein statistischer Durchschnitt aus Millionen Trainingsdaten. Ein echter Künstler-Fingerabdruck entsteht ja gerade durch Zwänge, Obsessionen, Fehler, die eigene Hand, die nicht perfekt ist. Deine Beobachtung zum kreativen Prozess trifft es: Vielleicht werden wir künftig nicht das Bild bewerten, sondern die Entscheidungen, die dahinterstecken – ob jemand bewusst etwas "falsch" macht, ob es eine Auseinandersetzung mit einem Material oder einer Idee gibt. Siehst du das auch so, dass der kreative Widerstand der eigentliche künstlerische Wert ist – nicht die Perfektion?
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