Kochen – warum es oft überbewertet wird

  • Ich glaub, viele denken, kochen muss irgendwie meditativ und erfüllend sein – aber ehrlich, manchmal ist es einfach nur lästig und man möchte schnell was essen, eh. Die Frage sollte vielleicht nicht sein „wie werde ich eine bessere Köchin", sondern eher „wie halte ich mich mit minimaler Anstrengung über Wasser, ohne täglich Pasta mit Butter zu frühstücken". Was kocht ihr denn, wenn ihr wirklich keine Lust habt – oder seid ihr einer dieser Menschen, die dann einfach bestellen?

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  • SauerkrautSurfer Jo, mega relatable. Ich bin da auch voll pragmatisch – wenn ich nach nem intensiven Trainingstag heimkomme und null Energie hab, dann ist "Kochen als Hobby" halt einfach nicht real. Da werfe ich mir schnell ne Dose Thunfisch mit Reis in die Pfanne, bisschen Salz, fertig. Braucht fünf Minuten, schmeckt nicht überragend, aber es geht um Protein und Kalorien, nicht ums Erlebnis. Ich glaub der Fehler ist, dass man denkt, es muss entweder "richtig kochen" oder "Junk Food bestellen" sein – dabei gibt's voll den Mittelboden: gekochte Hähnchenbrust vorbereiten wenn man Zeit hat, dann die ganze Woche kombinieren mit Gemüse aus der Dose oder TK. Geht voll schnell, kostet nicht viel und man futtert nicht täglich das gleiche. Wie handhabst du das – machst du lieber was Simples oder landest du dann doch eher beim Bestellen?

  • ich glaub, du verpackst da grad zwei verschiedene sachen zusammen: das eine ist "ich hab kein bock auf kochen" – fair, total nachvollziehbar – und das andere ist "kochen wird überbewertet weil es nicht immer magisch sein muss". aber ehrlich? just weil kochen manchmal lästig ist, heisst das ja nicht, dass es für andere nicht auch einfach entspannend sein kann. vielleicht muss man nur aufhören, es sich selbst als pflicht mit gefühl zu verkaufen.

  • healthyfreak98 Exactly das, Thunfisch-Reis-Ding ist die realistische Lösung 🍚 ich hab in nem billigen Hostel in Bangkok mal ne Woche lang nur gekochte Eier + Instant-Noodles gegessen, weil die Küche so winzig war und ich kein Englisch für die Märkte sprach – war absolut furchtbar, aber danach war mir klar: Perfektion ist der Feind von „einfach satt werden". Bulk-Hähnchen am Sonntag vorbereiten und dann durch die Woche variieren ist halt die einzige Strategie, die ich durchhalte.

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  • SauerkrautSurfer Das mit den Eiern und Instant-Noodles tut mir im Nachhinein leid für dich, aber du hast absolut recht, dass Perfektion da Gift ist – hab ich selbst gemerkt, als ich vor zwei Jahren versucht hab, nur noch „optimal" zu essen und dann nach drei Wochen aus frustrierter Müdigkeit wieder zu Fastfood gegriffen hab. Bei mir funktioniert halt wirklich nur, wenn es idiotensicher ist: Sonntag zwei Kilo Hähnchen rein, portionieren, fertig. Keine Entscheidungen mehr während der Woche, keine „was koch ich mir denn jetzt" um 19 Uhr, wenn ich erledigt bin. Das Ding ist: Je komplizierter die Routine wird, desto mehr brauchst du mentale Energie, um sie durchzuhalten – und die Energie, die du beim Kochen sparen kannst, investierst du sowieso wo anders. Reis, Hähnchen, vielleicht ne tiefgekühlte Gemüsemischung, fertig. Das ist nicht unsexy oder mangelhaft, das ist ehrlich. Meine Frage: Wie oft variierst du das eigentlich wirklich durch die Woche, oder ist es mehr so, dass du die gleichen Proportionen isst und dich nur einredest, dass es abwechslungsreich ist?

  • Ich glaub aber, dass das auch stark davon abhängt, ob du für eine Person kochst oder für vier – wenn ich um 18:30 Uhr mit zwei hungrigen Kindern in der Küche stehe, ist da wirklich nix meditativ dran. Aber irgendwie hab ich gemerkt, dass es weniger um „gute Köchin werden" geht, sondern eher um: was kann ich im Halbschlaf machen, das nicht komplett fad ist, aber auch nicht zu viel Energie kostet? Bei mir ist das dann oft irgendwas, wo ich Zeug einfach zusammenschmeiße – Kartoffeln schneiden, was aus dem Gefrierschrank rein, ne Sauce drüber, fertig. Bestellen würde ich liebend gern viel öfter, aber das summiert sich halt schnell. Ehrlich aber: Wenn du merkst, dass kochen für dich einfach nur Stress ist, statt dass es dir jemals was bringt, dann ist das OK – manche Menschen mögen das einfach nicht, und da musst du nicht so tun, als wäre es eine Chance zur Selbstfindung.

  • Anna Naja, also ich find dein "Zeug zusammenschmeißen"-System mega ehrlich – das ist nicht weniger kochen, das ist nur Kochen im Survival-Modus, gell 😄 Hab letztens gehört, dass französische Köchinnen ihre Kinder mit "Kartoffel plus whatever plus Sauce" füttern und das nennt sich dann Klassiker, also du bist in guter Gesellschaft!

  • Ninaax3 Haha, ja genau – ich hab auch lange gedacht, "echtes Kochen" müsste irgendwie kompliziert sein, bis ich gemerkt hab, dass meine beste Freundin ihre Familie mit Grundzutaten und drei Handgriffen versorgt und alle sind satt und zufrieden. Das ist völlig legitim. Aber ehrlich: Was ist denn für dich persönlich das Problem – ist es eher, dass du dich selbst nicht als "richtige Köchin" anerkennst, oder nervt dich, was andere von dir erwarten?

  • healthyfreak98 Naja, das ist eigentlich das ganze Geheimnis, oder? 🍗 Ich hab das damals in einer WG in Barcelona gemerkt – der Typ in meinem Zimmer hat jeden Tag diesen komplizierten Quinoa-Salat mit fünf Zutaten gemacht, die er vorher noch einkaufen musste, und nach zwei Wochen hat er nur noch Brot und Käse gegessen, weil die mentale Last größer war als der Nutzen. Ich hab mir daneben jede Woche ein großes Topf Reis gekocht, Dose Linsen rein, fertig – und das hat irgendwie funktioniert, z.B. wenn ich um 22 Uhr noch hungrig war und die Augen kaum offhielt. Der entscheidende Punkt ist: Kochen muss so dumm einfach sein, dass es nicht konkurriert mit all dem anderen, das dein Gehirn gerade verwalten muss. Dein Sonntags-Hähnchen-System ist deswegen nicht langweilig, sondern genial, weil es Montag bis Freitag komplett vom Tisch ist. Keine Willenskraft-Auktion um 19 Uhr, wenn du eh fertig bist. Das ist nicht „weniger gut essen", das ist intelligenter leben. Was mich aber interessiert: Merkst du, dass dir bei dieser Routine nicht irgendwann der Sinn abhanden kommt – oder siehst du das genuinely als befreiend, weil eben alles andere größer wird?

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  • Samix Ah ja, das ist eine gute Frage, aber ... ich glaub, da steckt manchmal auch was ganz anderes dahinter, oder? 🤔 Also bei mir ist es so: Wenn ich mittags kurz was esse und das reicht mir, bin ich zufrieden. Aber abends, wenn mein Partner nach Hause kommt und wir gemeinsam essen, fang ich irgendwie an zu denken, dass es „irgendwie mehr sein sollte", obwohl ihm völlig egal ist, ob da jetzt eine aufwändige Sauce drauf ist oder nicht. Das nervt mich selbst an mir – ich merke, dass da ein innerer Anspruch mitläuft, der gar nicht von außen kommt, sondern den ich mir selbst mache. Und gleichzeitig bin ich auch viel zu erschöpft für den Aufwand, den würde nicht mal schaffen. Ich frag mich halt: Geht es dir weniger um die Erwartung anderer und mehr darum, dass du selbst dich in dieser Rolle irgendwie „falsch" anfühlst? Oder ist es wirklich jemand, der dir was in die Ohren legt 😄

  • SauerkrautSurfer Eh, ich check das schon mit deinem Ansatz, aber mich wundert dann eins: du sagst, das System muss "so dumm einfach sein" – aber heißt das nicht auch, dass wir uns selbst damit was Falsches beibringen? 🤔 Wenn ich jeden Tag nur Reis und Linsen ess, weil das die einzige Hürde is, die ich noch nehm, dann optimier ich mich ja nicht für gute Ernährung, sondern nur dafür, überhaupt was zu essen. Das ist natürlich besser als Pizza um elf nachts, klar – aber es könnte ja auch sein, dass wir einfach zu viel Druck auf "das perfekte System" legen und dadurch vergessen, dass der Barcelona-Typ vielleicht auch einfach ein anderes Problem hatte, nämlich dass er sich zu viel vorgenommen hat, nicht dass Kochen grundsätzlich zu kompliziert is. Oder anders: könnts sein, dass die Leute gar nicht an Simplizität scheitern, sondern daran, dass sie sich selbst sabotieren durch unrealistische Erwartungen – und dein System funktioniert eher deshalb, weil es psychologisch passt, nicht weil es einfach ist? Wie is das bei dir – merkst du selbst, wann du wieder in die Falle tappst, dir was Komplizierteres vorzunehmen?

  • Samix Ah, deine Freundin klingt nach einer dieser Menschen, die verstanden haben, dass Kochen im Grunde nur eine sehr aufwändig beworbene Kombination aus "Hitze draufmachen" und "hoffen, dass nichts anbrennt" ist. Also ehrlich? Mich nervt weniger das eigene Können oder Nicht-Können – sondern eher die Vorstellung, dass Essen nur dann wertvoll ist, wenn man dafür eine halbe Stunde Gemüse in kunstvolle Streifen geschnitten hat. Die beste Mahlzeit, die ich je gegessen hab, waren Salzstangerl und Käse auf meiner Ex-WG-Küche um drei Uhr nachts, während wir über irgendwas gelacht haben. Und ja, meine Freundin mit ihren drei Handgriffen – die hat es einfach gepackt, dass echte Zufriedenheit darin liegt, dass die Leute gemeinsam essen, nicht darin, dass irgendwo Sterneköche nicken würden. Aber kurz zu deiner Frage: Mich nervt eher das diffuse Schuldgefühl, das so rumschwebt – "wenn ich richtig kochen würde", würd' ich die Liebe meiner Familie durch aufwändige Rezepte verdienen. Dabei... ist eine gute Pasta mit passierter Tomate und jemand, der dich mag, nicht einfach nur legitim, sondern eh schon ein win, oder?

  • Samix Gute Frage, aber ich glaub, da vermischst du zwei verschiedene Dinge. Das eine ist, sich selbst nicht als "richtige Köchin" zu fühlen – das ist eher ein inneres Ding, Selbstzweifel, the usual suspect. Das andere ist der äußere Druck, dass Kochen irgendwie zum Hobby-Kunsthandwerk werden muss, weil es gerade trendy ist. Die zweite Variante nervt mich ehrlich gesagt mehr – wenn jemand meint, dass drei Grundzutaten und schnell was auf den Tisch zu bringen "nicht richtig" ist, dann hat diese Person einfach verloren, punkt. Welche der beiden Ecken spricht dich denn mehr an – oder ist es irgendwie beides durcheinander?

    Zwischen Bergpfaden und klaren Gedanken...

  • SauerkrautSurfer Halt, aber ist das nicht einfach nur ein Argument für "niedrige Hürde" und nicht zwangsläufig gegen Kochen selbst? Der Barcelona-Typ hätte ja auch scheitern können, wenn er täglich frische Pasta von Grund auf machen wollte – das Problem war nicht die Aktivität, sondern dass er sich selbst sabotiert hat durch Perfektion, mMn. Was ich meine: vielleicht verwechseln wir da "Kochen ist kompliziert" mit "Menschen sind schlecht darin, sich selbst zu stoppen, bevor's absurd wird" – zwei verschiedene Paar Schuhe.

  • MaxTrail Naja, ehrlich gesagt triggert mich mehr dieser externe Druck – wenn plötzlich jeder meint, kochen müsse dieses whole Production sein mit Instagram-würdigen Plating und so. Bei mir hat's geholfen, mir selbst zu erlauben, dass "funktioniert" und "lecker" völlig reichen, und wenn's aus drei Sachen besteht, umso besser. Was nervt dich denn konkret am meisten – wenn Leute das zu dir sagen, oder eher die ständige Erwartung überall?

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