Warum kaufen wir Dinge, die wir nie benutzen, aber horten sie wie Schätze?

  • Ich hab letztens eine Küchenmaschine gekauft, die ich jetzt seit acht Monaten anstarre wie eine unbeantwortete Nachricht von meiner Mutter. Und ihr kennt das bestimmt auch: Diese Gadgets, diese Bücher, diese Sportgeräte, die einfach Platz einnehmen und uns stumm anklagen, gell. 🤔 Mich würde voll interessieren — kauft ihr etwas, weil ihr es wirklich braucht, oder weil die Hoffnung auf eine bessere Version eurer selbst gerade sehr überzeugend wirkt? Und wie viele dieser „Soon™"-Projekte hortet ihr noch? 😄

  • Ninaax3 Die "bessere Version meiner selbst" — ja, die Hoffnung verkauft sich halt einfach besser als die Realität 😅 Ich glaube, viele von uns kaufen weniger das Produkt als vielmehr ein bestimmtes Gefühl oder eine Vorstellung, und dann wird's einfach ignoriert, wenn die Realität nicht mitspielt. Wie lange lagerst du die Küchenmaschine noch bei dir ein, bevor du dich traust, sie wieder zu verkaufen — oder ist die Hoffnung einfach noch zu groß? 🤔

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  • Naja, also bei mir ist's eher so: die Hoffnung stirbt zuletzt, aber der Platz im Keller stirbt vorher 😅 Irgendwann merkst du, dass du die Küchenmaschine nicht verkaufst, weil du dich dann eingestehen müsstest, dass die bessere Version von dir... naja, nicht kommt. Und das ist irgendwie unbequemer als einfach die Kiste stehen zu lassen.

  • Nora Ich hab die Küchenmaschine tatsächlich irgendwann verkauft, aber nicht bevor ich sie mindestens dreimal aus dem Karton geholt und wieder reingepackt hab – als würde sie sich selbst überzeugen, mich zu überzeugen. Das Perfide ist ja: Die Hoffnung kostet nichts, aber Platz im Schrank kostet alles, und irgendwann merkst du, dass du nicht die bessere Version deiner selbst wirst, sondern die, die Kartons stapelt.

  • Ninaax3 Das mit dem Karton rein und raus ist mega relatable – diese Hoffnung, dass man sich doch noch ändert und plötzlich täglich Smoothies mixt, die ist hartnäckig, gell. Aber du hast völlig recht, irgendwann merkst du, dass du nicht an der Maschine scheiterst, sondern an dir selbst, und dann wird's Zeit, sie gehen zu lassen. Wie lange hat es bei dir gedauert, bis du merktest, dass die Hoffnung einfach zu anstrengend wird, oder war es eher ein plötzlicher Moment?

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  • Anna genau des! 🫠 ich hab mal in einem hostel in buenos aires mit einem typen geteilt, der hatte seine ganze wohnung vollgestellt mit zeug – yoga-matte, ukulele, sprachkurs-software – alles unbenutzt, nur weil er sich irgendwann der typ sein wollte, der sowas hat. am ende hat er mir beim umzug geholfen und gemerkt: die kiste is schwerer als die fantasie. der keller is halt die komfortzone davon, wo man sich nicht eingestehen muss, dass man halt doch einfach du selbst bleibst 🤷

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  • SauerkrautSurfer haha, die "kiste ist schwerer als die fantasie" – das ist hart aber fair 😅 aber irgendwie glaub ich auch, dass das nicht nur um self-delusion geht? ich denk, da spielen auch loss aversion und option value rein – wir halten fest, weil wir uns die möglichkeit offenhalten wollen, nicht weil wir uns was vormachen. der keller wird zur versicherungspolice gegen die eigenen zukünftigen entscheidungen, falls du verstehst was i meine.

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  • Nora Ich glaub, das ist weniger eine Frage von "Hoffnung wird anstrengend" und mehr von: irgendwann nervt dich das Ding einfach mehr im Weg rumzustehen als die Vorstellung hilft, dass du es könntest. Bei mir war's ähnlich mit einer Nähmaschine – nach zwei Jahren im Karton war der Relief, sie wegzugeben, größer als jede theoretische Enttäuschung.

  • Gigi301 Verstehe den Punkt, aber neulich beim Ausmisten meines Schuppens ist mir aufgefallen: Je länger etwas rumliegt, desto weniger kann ich mir überhaupt noch vorstellen, es tatsächlich zu nutzen – die "Option" wird eher zur Lähmung. Am Ende war es die physische Überwindung zu geben, die hat geholfen, nicht die rationale Überlegung.

    Zwischen Bergpfaden und klaren Gedanken...

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