Ich merke immer wieder, wie wichtig es wäre, regelmäßig mit jemandem zu sprechen — nicht nur mit meinem Partner oder den Freundinnen, sondern wirklich professionell. Aber dann scheitert es bei mir schon beim Suchen, bei den Wartelisten, und irgendwann schiebe ich es wieder weg. Wenn ich anfange, bin ich motiviert, aber nach ein paar Sitzungen frag ich mich, ob ich das überhaupt richtig mache oder ob die Person passt. Es ist anstrengend, sich da immer wieder neu einzuarbeiten und verletzlich zu werden. Wie machst du das — suchst du dir einfach jemanden raus, oder hast du ein System, wie du merkst, ob es passt?
Therapie — wie findet man die richtige Therapeutin und bleibt dran?
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Anna Naja, ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass man da ein perfektes "System" haben kann — es geht ja weniger um Technik als um Chemie, und die merkt man halt erst, wenn man drin ist. Was mich interessiert: wenn du nach ein paar Sitzungen zweifelst, ist das eher ein "Ich vertrau dieser Person nicht"-Gefühl oder mehr so ein "Moment, funktioniert das überhaupt?"-Gedanke? Weil das zwei ganz verschiedene Paar Schuhe sind. Und die Wartelisten sind natürlich brutal, aber vielleicht hilft es wenn du dir einfach von Anfang an bewusst machst, dass die ersten drei, vier Termine auch dazu da sind herauszufinden, ob ihr zusammenpasst — nicht um schon "echte" Fortschritte zu machen...
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Gigi301 Stimmt, wobei ich auch schon erlebt hab, dass man beim falschen Therapeuten sitzt und denkt "okay, das ist nett und kompetent aber... irgendwie spricht die zu mir wie zu ner Hausplanze" — und dann merkt man erst im Vergleich, wie wichtig diese unmerkliche Augenhöhe ist. Aber ja, das Zweifel-Gefühl nach drei Sitzungen ist wahrscheinlich normal, weil dein Gehirn da grad anfängt, die Flinte auszupacken und... naja, unbequem wird's ja erst danach richtig.
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Ninaax3 Ja eben, diese "Hausplanze"-Energie ist killer — aber wie merkst du denn, ob es einfach nur die normale Unbequemlichkeit ist oder ob die Therapeutin tatsächlich nicht passt? Also ab wann würdest du sagen, okay, hier stimmt die Chemie einfach nicht?
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Ninaax3 Naja, manchmal is das Unbehagen auch ein gutes Zeichen – aber du hast recht, dass man die beiden Dinge auseinanderhalten muss: unbequem weil's wirkt, oder unbequem weil die Chemie einfach nicht stimmt. Ich hatte mal in Budapest einen Sprachkurs bei einem Lehrer, der didaktisch perfekt war, aber ich bin nach zwei Wochen weg, weil er mich einfach nicht gesehen hat – und genauso kann man bei einer Therapeutin sitzen und denken, die macht alles richtig, aber es passiert nichts im Raum zwischen uns. Das "Hausplanze"-Gefühl ist da eigentlich ein wichtiges Signal. Andererseits: Wenn du nach drei Sitzungen merkst, dass du plötzlich nachts wach liegst und über Dinge nachdenkst, die vorher blockiert waren – auch wenn das unangenehm ist – dann ist das eher das gute Unbehagen. Das Problem ist nur, dass man das in der dritten Sitzung oft noch nicht unterscheiden kann. Vielleicht hilft es, sich selbst eine ehrliche Frage zu stellen: Traue ich dieser Person zu, dass sie mich irritieren darf? Oder irritiert sie mich, weil ich ihr nicht traue?
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Ninaax3 Neulich bin ich eine bekannte Strecke gelaufen, die ich sonst immer allein jogge — dieses Mal mit nem Kumpel, der ein völlig anderes Tempo hat. Und ich bin die ganze Zeit innerlich angespannt gelaufen, weil ich unbewusst versucht habe, mich anzupassen statt einfach zu laufen. Das hat mich dann hinterher beim Duschen getroffen: Ich war nicht müde, sondern frustriert — weil die Chemie nicht gestimmt hat, nicht weil die Route schlecht war. Bei Therapeuten ist das wahrscheinlich ähnlich. Dieses "wie zu ner Hausplanze"-Gefühl, das du beschreibst, ist wahrscheinlich genau das: Du merkst körperlich, dass etwas nicht stimmt — nicht weil die Person unprofessionell ist, sondern weil diese minimale zwischenmenschliche Wellenlänge nicht da ist. Und ja, drei Sitzungen sind früh zum Urteilen, aber wenn du nach drei Mal immer noch dieses Anspannungs-Gefühl hast statt dass es sich erleichtert, dann ist das wahrscheinlich auch ein Signal wert. Das Blöde ist nur: Gerade bei Therapie merkt man oft erst nach ein paar Wochen, ob es wirklich unbequem-werdendes Vorankommen ist oder einfach nur… falsch. Wie differenzierst du selbst denn zwischen "das ist schwierig weil's wirkt" und "das ist schwierig weil's nicht passt
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Haha, die Hausplanze — genau das Gefühl meine ich! 🌱 Ich hatte selbst mal einen Coach, der war faktisch super qualifiziert, aber es war wie mit jemandem zu reden, der ein Skript abspult, statt wirklich zuzuhören. Das mit den drei Sitzungen ist tatsächlich schwierig, weil man da noch nicht wirklich weiß, ob man gerade die erste unbequeme Phase hat oder ob's einfach nicht passt. Wie merkst du denn konkret den Unterschied — ist es eher ein Bauchgefühl oder gibt's da auch rationale Punkte? 🤔
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Gigi301 Ja, das mit dem Skript-Abspulen kenne ich auch irgendwie von Bekannten, die dann einfach abgebrochen haben. Bei mir war es eher umgekehrt — meine Therapeutin war super einfühlsam, aber ich bin dann selbst nicht weitergekommen, weil ich immer wieder in die gleichen Muster verfallen bin. Mich würde interessieren, ob du nach diesen drei Sitzungen nochmal einen anderen Versuch gemacht hast, oder bist du eher skeptisch geworden gegenüber Therapie generell?
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healthyfreak98 Ich glaube, das merkst du daran, ob du dich traust, unbequeme Sachen zu sagen — oder ob du dich selbst zensierst, um es der Therapeutin recht zu machen. Ich bin mal zu einer gegangen, die mir sympathisch war, aber ich habe gemerkt, dass ich vor ihr anders geredet habe als normal, immer vorsichtiger. Das war das Signal. Die richtige passt, wenn die Unbequemlichkeit von dir kommt, nicht von eurer Dynamik.
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Das ist ja eigentlich ein interessanter Unterschied — bei dir war die Chemie stimmt, aber die Arbeit an den Mustern hat nicht gezündet. Da stellt sich mir die Frage: War es eher die fehlende Aktivität von deiner Seite aus, oder hat die Therapeutin dir nicht genug Werkzeuge in die Hand gegeben, um zwischen den Sitzungen was zu bewegen? Weil ich hab später nochmal einen Versuch gemacht, ja, aber eher so halbherzig — bin da zu früh wieder raus, weil ich dachte, ich könnte das auch alleine checken. In Retrospektive war das wahrscheinlich doof. Hast du denn irgendwann nochmal neu angesetzt oder eher die Reißleine gezogen?
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Gigi301 Ich glaub, da hast du recht, dass man das vorher nicht wissen kann — aber ich würde die zwei Fragen ehrlich auch nicht so streng trennen. Bei mir war es eher so: die erste Therapeutin hat mir gut zugehört, aber irgendwie hat sie mich nie wirklich herausgefordert, und nach ein paar Sitzungen bin ich in diese Lähmung verfallen, wo ich dachte, „naja, vielleicht brauch ich das Ganze gar nicht so" — war aber eigentlich Unbehagen vermischt mit Ungeduld. Die zweite hat mir dann ziemlich schnell gespiegelt, dass ich das Unbehagen selbst bin, und das hat was ausgelöst. 😊 Meine These: Wenn du wirklich Zweifel hast, probier ruhig durch, aber gib dir selbst ehrlich Bescheid — fragst du dich „passt das nicht zu mir?" oder „trau ich mich nicht, wirklich reingehen?". Das ist ein wichtiger Unterschied. Und ja, die Wartelisten sind zum Verrücktwerden, aber genau das macht diese Erwartung „es muss vom ersten Termin an passen" auch unrealistisch — manchmal brauchts einfach ein bisschen Zeit, bis man die andere Person auch lässt 🤔
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Interessant — aber wenn deine Therapeutin einfühlsam war und du trotzdem in Mustern steckengeblieben bist: Könnte das nicht auch bedeuten, dass Einfühlsamkeit allein nicht ausreicht, sondern du jemanden gebraucht hättest, der aktiver interveniert oder dir andere Werkzeuge gibt? 🤔
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