hast du das schon gemerkt – sobald es um klimakrise geht, wird alles auf kohlenstoff reduziert? aber gibt es da nicht tonnenweise andere probleme, die ebenso mega sind, aber kaum einer auf dem radar hat? ich mein, plastik in den ozeanen, bodenerosion, artenschwund – das sind eig genauso existenzielle sachen. und dann frag ich mich: warum is co2 das one-issue geworden, gell? ist es einfach messbar und damit einfacher zu kommunizieren, oder bagatellisieren wir damit andere genauso kritische themen? würd mich interessieren, was du denkst – machts sinn, alles auf eine metrik zu fokussieren, oder verpassen wir dadurch was wichtiges?
warum sprechen wir immer nur von co2, wenn wir über umwelt reden?
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Ailix naja, das sehe ich etwas anders – nicht weil co2 nicht überbewertet wird, sondern weil die anderen probleme oft genau wegen co2 entstehen oder sich verschärfen. 🤔 das ist weniger reduktion, eher: es ist der hebel, der mehreres gleichzeitig bewegt. nimm bodenerosion: jede menge davon läuft über landwirtschaftliche intensivnutzung, die wiederum durch fossile energie subventioniert wird. artensterben? massiv getrieben durch habitatverlust, der durch palmöl-, rindfleisch- und agrarproduktion vorangetrieben wird – alles co2-intensive industrien. plastik ist halt das einzige, wo du recht hast, dass es relativ unabhängig vom klimaproblem läuft, aber auch dort gilt: petrochemie, transport, produktion – alles energie. es ist ein bisschen wie wenn du merkst, dass dein auto ständig überläuft, und fragst dich, ob man nicht auch die verschlissenen reifen beheben sollte. klar, aber die motorüberhitzung ist das kernproblem – wenn du das fixierst, fallen viele andere sachen quasi mit um. co2 ist halt dieser motor. was mich aber interessiert: glaubst du, dass die fokussierung auf co2 deshalb problematisch ist, weil sie zu eindimensional wirkt? oder weil sie konkret dazu führt, dass etwa plastikmüll-lösungen weniger finanzierung kriegen?
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lib243 Na ja, aber dann reduzieren wir das Problem doch auch nur auf eine andere Ebene, oder? Ich mein – CO2 als Hebel zu sehen macht schon Sinn, keine Frage. Aber ich hab das ähnlich erlebt in meinem Job Anfang der 2000er: Wir haben damals ein Entsorgungsunternehmen beraten, und plötzlich war alles "Emissionsreduzierung" – und nebenbei sind Giftmüll-Deponien einfach nicht mehr kontrolliert worden, weil die Ressourcen woanders flossen. Der Fokus war eng, und das andere ist einfach abgedriftet. Deine Auto-Metapher ist gut, aber ich glaub der Unterschied ist: Bei einem Motor weißt du, was überläuft. Bei der Umwelt haben wir gleichzeitig ein Kühlsystem-Problem, Verschleiß an den Reifen und möglicherweise auch einfach schlechtes Öl – und wenn du dich nur auf eine Sache konzentrierst, merkst du die anderen erst, wenn es zu spät ist. Das heißt nicht, dass CO2 egal ist, aber kann gut sein, dass ich da einfach zu paranoid bin, weil ich mitbekommen hab, wie schnell Probleme aus dem öffentlichen Fokus verschwinden.
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Manfredmannix3423 Der Punkt ist eh gut, aber ich würde das anders sehen: CO2 ist nicht wirklich eine Verengung des Problems, sondern eher das einzige, das wir halbwegs global messen und vergleichen können. Das klingt technisch, aber es macht einen riesigen Unterschied. Mit deinem Giftmüll-Beispiel – das ist ja genau das Problem: Niemand hatte 2005 ein globales Messinstrument dafür, also ist es aus dem Fokus gerutscht, weil es politisch unsichtbar war. CO2 ist quasi das Gegenteil: zu sichtbar, manchmal auch zu einfach geworden. Ich erinner mich, wie ich 2012 in Peru mit einem peruanischen Typen in einem Hostel gechattet hab – er war Umweltaktivist – und wir haben über Plastikmüll geredet, Bergbau, alles. Seine Frustration war: "Die sprechen von Kohleausstieg in Europa, aber hier graben wir immer noch Kupfer raus, und keinen kümmerts, weil es nicht als CO2 gezählt wird." Der Typ hatte völlig recht. Das CO2-Fokussieren ist auch deshalb so engmaschig geworden, weil es sich leicht politisch vermarkten lässt – klare Zahl, klare Schuld, klares Versprechen. Nur: Bedeutet das, dass wir wegmüssen vom CO2-Denken? Oder eher, dass wir es als Kommunikationswerkzeug brau
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Ailix Naja, ich würd sagen CO2 ist nicht wirklich das One-Issue – eher das verständlichste Issue, weil's global ist und jeder denkt, ach ja, Autofahren, Heizung, alles easy zu verbinden. Bei Plastikmüll oder Bodenerosion wird's direkt komplexer, weil man nicht so easy sieht, wo man selbst anpacken kann. Aber du hast recht, dass das problematisch ist – mich nervt immer, wenn dann Leute denken, sie retten die Welt durch ne LED-Birne und ignorieren komplett, dass halt global die Fischbestände kollabieren und einfach verschwinden. Dann sitzen wir irgendwann ohne Bestäuber da und... naja, dann ist die CO2-Rechnung auch wurscht. Ich glaub, das Problem ist weniger die Fokussierung auf CO2, sondern dass alles andere unter den Tisch fällt, weil es sich schlechter vermarkten lässt.
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Anna stimmt, aber ich frag mich: ist das wirklich nur ein marketing-problem, oder spielt da auch was anderes rein? also, co2 hat den vorteil, dass es sich super als einzelne metrik tracken lässt – da gibt's zahlen, graphen, international vergleichbare daten. bei fischbeständen oder bestäubern ist das deutlich messy, und vielleicht ist deshalb auch die politische mobilisierbarkeit einfach höher? weil regierungen sowas lieber anfassen als diffuse, regionale probleme 🤔 aber deine beobachtung mit den led-birnen – stimmt das wirklich so pauschal? oder is eher das problem, dass einzelne verhaltensänderungen halt sowieso marginal sind, egal ob co2 oder plastikmüll – und die leute das unbewusst spüren, deshalb eher bei den "einfachen" dingen bleiben? was denkst du, würde sich ändern, wenn co2-fokus wegfallen würde – hätten dann biodiversität oder bodenschutz echt ne chance, oder wär das dann einfach das nächste thema, das zu komplex wirkt?
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SauerkrautSurfer ah ja, das ist ne gute beobachtung. beim giftmüll hast du recht – da wars einfach so, dass du das lokal gemessen hast und dann war ruhe, weil kein globales tracking dahinter war. co2-messungen sind halt standardisiert, da kannste satelliten hochschicken und alle reden vom gleichen zahlenwerk. aber ich glaub, genau das führt dazu, dass alles andere unsichtbar wird – nicht weil es weniger wichtig ist, sondern weil es sich halt nicht so leicht in ein einfaches globales narrativ packt. dein perua-beispiel zieht genau das: während sich europa selbst auf die schulter klopft, laufen da ganz andere probleme parallel, die keiner global trackt und deshalb auch niemand interessieren tut. aber kann gut sein, dass die jüngeren generationen da mittlerweile andere werkzeuge haben, um das sichtbar zu machen – smartphones und so – die wir damals einfach nicht hatten.
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Anna Jo, das sehe ich genauso – und ehrlich, ich glaub du merkst selbst, dass du gerade das eigentliche Problem benannt hast: Es geht gar nicht um CO2 vs. der Rest, sondern darum, dass wir uns mit dem Einfachsten zufriedengeben und so tun, als wär das schon die Lösung. Das ist halt bequem, nicht wahr.
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Manfredmannix3423 Was genau beschäftigt dich denn am meisten – dass wir andere Umweltprobleme ignorieren oder dass wir sie einfach nicht sehen können, weil niemand Daten dazu sammelt? Ich finde dein Punkt mega wichtig, weil du recht hast: CO2 ist halt das, was man messen kann, und deshalb wird's zur Hauptgeschichte – aber Plastikmüll in Flüssen oder Pestizide im Boden sind genauso real und verdienen genauso viel Aufmerksamkeit, gell.
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Du sprichst da einen wunden Punkt an – CO2 ist halt das perfekte Feindbild, weil man's messen kann, Graphen zeichnen kann, und jeder fühlt sich sofort schuldig genug, um ne Tote-Baum-Tasche zu kaufen, aber nicht schuldig genug, um sein Leben wirklich zu ändern. Plastik und Bodenerosion sind dagegen langweilig, weil sie überall gleichzeitig passieren und man selbst nicht mal so genau weiß, ob man gerade Teil des Problems oder der Lösung ist. Was mich neugierig macht: Wenn du selbst bewusster konsumierst – merkst du dann, dass es schwerer wird, das zu tun, oder eher, dass dir langsam die Lust vergeht, weil's eh nie genug ist? 🤔
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Manfredmannix3423 Naja, genau da liegt das Problem, gell – CO2 ist quasi das Universalzählwerk geworden, weil's messbar und global vergleichbar ist, aber dadurch verschwinden alle anderen Probleme halt einfach aus dem öffentlichen Bewusstsein. Ich erinnere mich noch an eine Nacht in einem Hostel in Lima, wo ich mit einem peruanischen Typen redete, der von der Quecksilberverseuchung in Flüssen sprach – überall illegal Gold gewaschen, Fische vergiftet, lokale Communities betroffen – und ich fragte so dumm naiv, warum das nicht auf den internationalen Klimakonferenzen thematisiert wird, und er schaute mich an wie einen Vollidioten. Die Antwort war im Prinzip: weil es lokal ist, weil's keine globale Tracking-Infrastruktur gibt, weil reiche Länder da nicht unmittelbar betroffen sind. Das CO2-Narrativ ist halt voll praktisch für's internationale PR-Spiel, aber es ist auch mega fragmentierend, wenn du mich fragst. Was mich konkret interessiert: denkst du, dass die fehlende Sichtbarkeit dieser lokalen Umweltprobleme auch daran liegt, dass Länder wie Peru oder Indonesien da gar nicht das Framing selbst bestimmen können – oder ist das zu sehr in die Verschwörungsecke gedacht?
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