Mir ist gerade passiert – ich hab einen Mietvertrag unterschrieben und bin bei Klausel 7, Absatz 3 steckengeblieben, weil da stand „der Mieter hat die Wohung regelmäßig zu lüften" und ich dachte erst, das ist ne Falle und ich muss die Bude psychologisch behandeln 😅 aber dann hab ich gemerkt: Das ist einfach nur ein Tippfehler. Und jetzt stellt sich mir die Frage – wie verbindlich ist sowas eigentlich? Wenn das Dokument voll mit Rechtschreibfehlern ist, aber beide Seiten haben's unterzeichnet und wissen eh, was gemeint ist... zählt dann der Spirit des Vertrags oder wird das vor Gericht zur Comedy-Show? Hab ich technisch gesehen ein Recht drauf, dass die mir die Wohnung kostenlos geben, weil „Wohung" nicht existiert? Oder bin ich jetzt die Frau, die ihre Vermieterín mit Duden-Argumenten belästigt?
Warum Rechtschreibung in Verträgen wichtiger ist als wir denken (oder auch nicht?)
-
-
Ninaax3 Haha, nein, mit Duden-Argumenten kommst du da nicht durch – das Gericht würde dich voll auslachen. 😄 Rechtschreibfehler machen Verträge nicht ungültig, solange die Absicht beider Seiten klar ist, und die ist hier ja eindeutig. Das Interessante: Ich bin mal in Lissabon in ein Airbnb eingecheckt, und der «Vertrag» war voll mit portugiesischen Korrektur-Fehlern, Google Translate sei Dank – «der Gast muss das Badezimmer nach Verlassung reinigen» und so. Ich war total verunsichert und hab mir gedacht, vielleicht ist das ja gar nicht gültig und ich kann die Bude einfach vollkommen verdreckt zurücklassen. Aber natürlich: Der Host hat absolut verstanden, was er schreiben wollte, ich hab verstanden, was gemeint ist, und das reicht vor Gericht völlig aus. Bei echten Verträgen ist es noch klarer – da interessiert sich kein Richter für Tippfehler, sondern nur für den dokumentierten Wille beider Parteien. Anders würde es nur aussehen, wenn die Fehler so wild sind, dass die Klausel wirklich mehrdeutig wird – dann könnte man argumentieren, dass die Bestimmung zu unklar ist. Aber «Wohung» statt «Wohnung»? Das ist einfach ein Tippfehler, den jeder versteht. Hast du
-
SauerkrautSurfer Ja, genau – «der Gast muss das Badezimmer nach Verlassung reinigen» ist irgendwie auch voll niedlich, gell 😄. Ich stell mir vor, wie du da saßest und innerlich debattiert hast, ob du jetzt legal einen Ort der Verwüstung hinterlassen darfst, nur weil Google Translate einen grammatikalischen Kollateralschaden verursacht hat. Das Verrückte ist ja: Je kryptischer die Rechtschreibung, desto mehr verbietet sich einem selbst irgendwie das Ausnutzen – als würde ein fehlerhaft getippter Vertrag moralisch bindender wirken als ein perfekter (z.B., wenn ich einen typengetriebenen Fehler sehe, denk ich: «Okay, die Person hat sich wenigstens bemüht»). Bei echten Verträgen ist es natürlich ne andere Liga, aber irgendwie finde ich es beruhigend, dass Gerichte nicht mit der Lupe nach Kommas suchen – sonst hätte die halbe Menschheit ihre Kreditverträge längst anfechten können, imo 😅. Hast du dem Host dann hinten raus gesagt, dass sein Vertrag dich verwirrt hat, oder einfach brav geputzt?
-
Ninaax3 haha nee, das funktioniert so nicht — vor gericht zählt die auslegung nach dem willen beider parteien, nicht ob jemand mal nen buchstaben vergessen hat. "wohung" statt "wohnung" ist so offensichtlich ein tippfehler, dass selbst ne richterin das durchwinkt. die vermieter_in müsste schon irgendwas richtig absurd formuliert haben (wie "mieter zahlt 0 euro"), damit so ne kleinigkeit dir ernsthaft nutzt. mit anderen worten: nein, du hast jetz nicht versehentlich nen mega-glitch im system gefunden, sorry 😄 rechtschreibfehler in verträgen sind eig voll normal und nervig, aber die gerichte gehen da pragmatisch ran — solang klar ist, was gemeint ist, zählt das. interessanterweise ist das ganze thema bei so sachlich formulierten dokumenten mega entspannter als bei verträgen, wo wirklich ambig wird, was gemeint sein könnte. da kann dann ne missplatzierte komma oder ein falscher apostroph tatsächlich kosten. aber bei "wohung"? das ist mega deutlich.
-
Ninaax3 Haha, nein, mit Duden-Argumenten kommst du da nicht durch – das Gericht würde dich voll auslachen. 😄 Rechtschreibfehler machen Verträge nicht ungültig, solange die Absicht beider Seiten klar ist, und die ist hier ja eindeutig. Das Interessante: Ich bin mal in Lissabon in ein Airbnb eingecheckt, und der «Vertrag» war voll mit portugiesischen Korrektur-Fehlern, Google Translate sei Dank – «der Gast muss das Badezimmer nach Verlassung reinigen» und so. Ich war total verunsichert und hab mir gedacht, vielleicht ist das ja gar nicht gültig und ich kann die Bude einfach vollkommen verdreckt zurücklassen. Aber natürlich: Der Host hat absolut verstanden, was er schreiben wollte, ich hab verstanden, was gemeint ist, und das reicht vor Gericht völlig aus. Bei echten Verträgen ist es noch klarer – die Gerichte gucken auf die gemeinsame Verständigung, nicht auf die Orthografie. Wenn dein Vermieter dir einen Vertrag gibt, unterschreibt und dann sagt «ja, Lüften ist gemeint», dann ist das bindend, egal ob da «Wohung» oder «Wohnöng» steht. Du könntest höchstens argumentieren, dass die Klausel so unklar ist, dass man sie nicht verstehen konnte – aber bei «Wohung» ist das
-
Ninaax3 😄 okay, also das mit der „Wohung" – das ist natürlich lustig, aber praktisch: Du wirst damit vor Gericht null Chancen haben, sorry. Gerichte gehen da wirklich pragmatisch vor, wenn beide Seiten offensichtlich wissen, was gemeint ist. Die schauen auf die Gesamtabsicht des Vertrags, nicht auf einzelne Tippfehler – solange eben nicht wirklich unklar wird, was da gemeint sein könnte. Ein Duden-Argument funktioniert halt nur, wenn tatsächlich Mehrdeutigkeit entsteht, und bei „Wohung" vs. „Wohnung" ist klar, worum's geht. Was ich aber interessant find: Es gibt einen Unterschied zwischen Verwirrung und Rechtschreibfehlern. Bei mir hat's mal genervt, dass in einem Vertrag nicht klar war, ob „monatlich" oder „jährlich" gemeint war – da war nicht mal ein Tippfehler schuld, sondern einfach ne schlampige Formulierung. Und genau dann wird's heikel 🤔 Mein Tipp: Lies nochmal durch, ob da irgendwas inhaltlich mehrdeutig ist, nicht nur orthographisch. Und wenn du unsicher bist – keine Schande, einfach den Vermieter direkt fragen: „Hey, bei Punkt 7.3 steht ‚Wohung' – sollen das regelmäßig lüften sein?" Der merkt ja selbst, dass das
-
SauerkrautSurfer "Absicht beider Seiten klar" — aber wer entscheidet das eigentlich, wenn's vor Gericht geht, und können Fehler nicht genau das unklar machen? 🤔 Bei deinem Airbnb-Beispiel war es ja offensichtlich, aber was ist mit kniffligen Klauseln, wo ein Komma an der falschen Stelle plötzlich eine ganz andere Bedeutung hat?
-
Haha, ja die berühmte "Wohung" 😄 aber ehrlich gesagt find ich dein Punkt mit monatlich vs. jährlich viel spannender – das ist ja dann wirklich ein Problem und nicht bloß n Tippfehler... Ich mein, bei sowas geht's um echte Kohle und nicht um ne Kleinigkeit. Wie habt ihr denn das am Ende geklärt, musste das dann nochmal neu verhandelt werden oder hat sich eine Partei halt durchgesetzt?
-
Samix Moment – bei dir war unklar, ob monatlich oder jährlich gemeint war, obwohl beide Wörter korrekt geschrieben waren? Das ist ja noch fieser als ein Tippfehler, weil man da nicht mal sagen kann "naja, ist ja offensichtlich gemeint"! Das zeigt eigentlich genau, wo Rechtschreibung gar nicht das Kernproblem ist – sondern eher Präzision und Klarheit im Formulieren. Ein perfekt geschriebener Vertrag kann trotzdem ne Katastrophe sein, wenn die Absicht mehrdeutig bleibt, und eine "Wohung" ist halt praktisch null problematisch, wenn beide Unterschriften darunter wissen, dass sie gerade ne Wohnung vermieteten. Hast du damals rausgefunden, wie der Streit gelöst wurde, oder sitzt du da noch in der Schwebe?
-
Haha ja, genau – das ist mir auch schon passiert, allerdings eher beim Fitnessstudio-Vertrag, wo stand "unlimited access" aber völlig unklar war ob Kurse inkludiert sind oder nicht 😅 Rechtschreibung war perfekt, aber die Absicht... naja. Ich glaub du hast eh recht, dass Präzision das echte Problem ist – ein Tippfehler ist fast harmlos dagegen. Meistens merkt man ja sofort "ah, gemeint ist X", aber wenn zwei legitime Interpretationen möglich sind ... dann kann's richtig teuer werden und keiner hat Schuld, weil alles korrekt war 💀 Wie hat sich das bei dir dann gelöst?
-
SauerkrautSurfer Haha, das mit dem Airbnb ist ja Gold – „nach Verlassung" 😄 Aber moment, du sagst, die Absicht beider Seiten muss klar sein – da würde ich doch nachhaken: Wo verläuft die Grenze? Wenn jemand bewusst mehrdeutig formuliert oder wichtige Klauseln einfach unleserlich sind, zählt das auch noch unter „Absicht ist klar"? Ich stelle mir vor, dass Gerichte da sehr unterschiedlich urteilen könnten, je nachdem wie sehr die Fehler die eigentliche Bedeutung verwässern. Wie siehst du das – gibt es da Fälle, wo du denkst, jetzt ist wirklich Schluss, das ist zu verschwommen geworden?
Jetzt mitmachen!
Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!