OK also ich sehe das ständig: Leute schauen sich eine Sportlerin an, die gerade ein großes Turnier gewinnt, und denken sich "ja, SO fit will ich auch sein" — und dann kaufen sie sich neue Trainingskleidung und eine Fitnessuhr. Und dann... naja, du kennst das wahrscheinlich selbst. Das Training wird verschoben, weil gerade ein wichtiger Meeting war, oder weil die beste Freundin anruft, und plötzlich ist es wieder irgendwann "nächste Woche". Was mich interessiert: Geht's euch auch so, dass das Ding, das uns anfangs motiviert hat (jemand bewundern, den wir sehen) nicht wirklich trägt? Oder ist das nur ein schlechtes Excuse-Making von mir 😅
Warum wir alle plötzlich "Athletin" sein wollen, aber nur am Wochenende trainieren
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Alwayshard Aber ist das nicht eher andersherum — dass wir uns selbst bewundern wollen, nicht die andere Person? Ich meine, du kaufst dir die Ausrüstung ja nicht wirklich, um wie die Athletin zu werden, sondern um dich selbst als jemanden zu sehen, der trainiert... und das Gefühl kriegst du halt auch schon vom Kaufen, nicht erst vom Trainieren. Die Motivation von außen (die Sportlerin) ist vermutlich ganz schnell weg, wenn die innere Struktur fehlt — aber wieso glaubst du, dass das ein persönliches Problem ist und nicht einfach, dass kurzfristige Inspiration für regelmäßiges Trainieren nie gereicht hat?
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Ailix Hmm, da fragst du dich ja selbst schon die Antwort — wenn die innere Struktur fehlt, bringt auch die beste Athletin nix, gell? Aber interessiert mich: glaubst du wirklich, dass es nur um Selbstbewunderung geht, oder ist das nicht auch einfach normale menschliche Schwäche — dass wir alle gerne glauben, wir fangen morgen an?
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Nora Ja, das ist ne gute Beobachtung von dir. Ich glaub, das "morgen fang ich an"-Ding hat sich eigentlich gar nicht so viel geändert — Anfang der 90er hab ich in meinem Fitnessstudio gesehen, wie nach Neujahr die Kurse vollgelaufen sind, und im Februar waren die Hälfte wieder weg. Das war damals schon so, jetzt ist's eher nur sichtbarer wegen social media, dass alle vorher schon ankündigen, was sie vorhaben. Aber das "ich bin jetzt ne Athletin"-Gefühl, das hat glaub ich weniger mit Selbstbewunderung zu tun und mehr damit, dass man sich selbst gerne in einer Rolle sieht, bevor man sie wirklich gelebt hat — das ist einfach sehr menschlich. Mich interessiert eher: denkst du, das ist ein problem, weil's zu viel versprechen ist, oder eher, weil dann die enttäuschung hinterher so groß ist? Weil ich vermute, das liegt gar nicht daran, dass die leute faul sind oder zu viel quatschen, sondern dass zwischen "ich will das gerne sein" und "ich kann die disziplin dafür aufbringen" einfach ne riesen lücke klafft — und die war damals auch schon da, nur hat keiner öffentlich drüber geredet.
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Manfredmannix3423 ah ja, ich kenn das auch irgendwie von mir selbst, ehrlich gesagt. letztes jahr hab ich mir im november gedacht "ab jänner geh ich 3x die woche laufen" und hab mir schon innerlich die sporttasche gepackt — und dann bin ich bis märz so gut wie nie gelaufen, weil die realität halt einfach anders aussieht wenn's dunkel und kalt ist. aber irgendwie brauch ich auch dieses "ich bin jetzt eine lauferin"-gefühl vorher, um überhaupt den ersten schritt zu machen, sonst denk ich mir "wozu denn, ich bin ja eh nicht sportlich". mich fasziniert aber auch, dass man sich da irgendwie selbst täuschen will — also bewusst — weil's einfach besser fühlt. klingt das bei dir auch so aus, oder siehst du das eher kritisch?
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Nora Naja, aber "morgen anfangen" ist ja was anderes als sich jetzt schon Athletin zu nennen, oder? Ich frag mich eher: Warum reicht uns nicht mehr aus, einfach zu trainieren — warum muss die Identität schon da sein, bevor die Gewohnheit überhaupt sitzt?
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Alwayshard Ich würd da etwas differenzieren — ich glaub, das Problem ist weniger, dass die Bewunderung nicht trägt, sondern eher, dass wir zwischen "bewundern, wie jemand lebt" und "selbst so leben wollen" nicht immer klar unterscheiden. Mitte der 90er hab ich das bei einem Arbeitskollegen erlebt, der sich nach einem Dokumentarfilm über Bergsteiger plötzlich zum Alpinisten umdefiniert hat — neue Ausrüstung, das ganze Programm — aber eigentlich wollte er nur diese Geschichte haben, nicht das jahrelange Training in der Kälte. Das ist nicht falsch, aber es ist eine andere Sache. Bei dir klingt es eher so, als wäre die Enttäuschung weniger über mangelnde Motivation und mehr darüber, dass zwischen Inspiration und Alltagsrealität einfach ein viel größerer Berg liegt, als man anfangs denkt — und den muss man dann auch wirklich Tag für Tag hochschieben, nicht nur am Wochenende. Das hat weniger mit Ausreden zu tun und mehr damit, dass die alltäglichen Friktionen (Meeting, Freundin, Müdigkeit) eben wirklich größer sind als die anfängliche Inspiration. Aber kann gut sein, dass ihr das heute ganz anders erlebt, weil ihr vielleicht direkter mit euren Vorbildern verbunden seid als damals über den Fernseher.
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Ailix Puh, da hast du einen Punkt — aber ist das nicht auch einfach wie bei "Gamer" oder "Coder" geworden? 🤔 Irgendwann war das noch was Spezielles, jetzt nennt sich jeder so, bevor er überhaupt 100 Stunden reingesteckt hat. Vielleicht brauchen wir die Label einfach, um uns selbst zu motivieren, oder es ist nur maximale Instagram-Energie? 😅
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Ailix Da hast du recht, eh! 😄 Ich kenn das von mir selbst — ich hab mich monatelang als "Läuferin" bezeichnet, bin dann aber nur alle zwei Wochen ne Runde gedrottet und hab mir selbst nix vorgemacht. MMn ist das oft so ne Sache mit dem Mindset, dass wir denken, wenn wir uns erst nennen, dann wird's auch wirklich was — statt einfach anzufangen und zu schauen, was draus wird. Wie long dauert's bei dir bis ne Gewohnheit wirklich zur Routine wird?
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Nora Ich glaub, du täuschst dich da gar nicht bewusst — du brauchst einfach ne Story über dich selbst, damit dein Hirn überhaupt anfängt zu handeln, imo. Das Problem ist eher, dass wir die Geschichte mit der Realität verwechseln und dann im März überrascht sind, dass wir nicht zur Laufer-Version von uns geworden sind, nur weil wir's uns vorgestellt haben. Aber ehrlich: Wenn dir dieses "Ich bin jetzt eine Athletin"-Gefühl hilft, den Hintern hochzubekommen — warum nicht einfach akzeptieren, dass das Teil des Prozesses ist, statt dich selbst der Lügerei zu bezichtigen? Vielleicht ist das nicht Selbsttäuschung, sondern einfach Marketing für die eigene Motivation, bzw. die funktioniert bei dir halt über die emotionale Schnitttstelle statt über Disziplin.
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Ninaax3 Mich hat neulich beim Trailrunning voll getroffen, wie anders der Körper reagiert, wenn man sich selbst als "jemand der läuft" denkt vs. "jemand der gerade joggt" — das ist nicht nur psychologisches Hokuspokus, sondern wirkt sich mega auf die Atemtiefe, die Schrittlänge, sogar die Verletzungsquote aus. Aber genau da liegt glaub ich das Ding: Die Story funktioniert nur, wenn sie mit echten, wiederkehrenden Entscheidungen gefüttert wird, nicht bloß mit dem Januar-Gefühl. Wer sich "Athletin" nennt, aber dann März kommt und denkt "naja, diesmal nicht", der hat die Geschichte nicht internalisiert — sondern nur konsumiert, gell. Das Marketing für sich selbst ist eh ok und voll notwendig, aber die Fallgrube ist, dass wir dann die emotionale Schnitttstelle mit tatsächlicher Veränderung verwechseln. Es braucht beides: die gute Story UND die langweilige Wiederholung.
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Naja, ich glaub das Problem ist eher anders rum — wir warten darauf, dass es zur Routine wird, bevor wir uns trauen, uns so zu nennen 😅 Dabei ist das ja genau der falsche Weg. Ich erinnere mich, wie ich in einer WG in Barcelona mit nem Typen zusammengelebt hab, der hat sich ständig "Yogi" genannt, hatte aber eine Yoga-Matte die war noch in Plasik. Und ich fand das damals so cringe, aber im Nachhinein war das wahrscheinlich sein Weg, sich selbst zu sagen "okay, ich bin jemand, der das macht" — und vielleicht hilft genau das ja auch, um überhaupt anzufangen? 🧘 Meine Erfahrung ist: Die Gewohnheit braucht vielleicht 4-6 Wochen bis sie nicht mehr reinste Überwindung ist, aber das hat null mit dem Namen zu tun. Mich hat eher geholfen, mir selbst gegenüber ehrlich zu sein — nicht "ich bin Läuferin", sondern "ich laufe gerade 2x die Woche". Das klingt weniger cool, aber es fühlt sich echter an, oder?
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Nora Moment — du bist alle zwei Wochen gelaufen und hast dich trotzdem "Läuferin" genannt, aber sag mal ehrlich: War das wirklich eine Selbsttäuschung, oder war es vielleicht einfach deine damalige Realität? 🤔 Ich frag deswegen, weil ich vermute, dass wir "Läufer" und "Athletin" oft zu sehr als Identität denken, statt als das zu sehen, was es ist — eine Aktivität, die du machst oder eben nicht. Klar, wenn jemand monatelang nichts tut und sich dann so nennt, ist das fragwürdig. Aber zwei Wochen Rhythmus? Das ist immerhin etwas, und ich frag mich, ob wir da zu hart mit uns selbst ins Gericht gehen. Was mich aber mehr interessiert: Findest du, dass die Selbstbezeichnung dich überhaupt zum Trainieren bewogen hat, oder war das eher Wunschdenken von Anfang an?
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Du sprichst da was Wichtiges an, und ja, das ist kein psychologisches Hokuspokus — aber ich hätte eine blöde Frage: Wie merkst du denn selbst den Unterschied zwischen „ich erzähl mir eine motivierende Story" und „ich hab das tatsächlich verinnerlicht"? Weil ehrlich, bei mir ist die Grenze manchmal haarscharf und ich bin mir nicht mal sicher, ob ich sie während des Trainings richtig erkenne oder erst hinterher beim Grübeln. 🏃♀️ Deine Beobachtung mit der Atemtiefe und Schrittlänge klingt aber sehr konkret — heißt das, du merkst bei dir selbst, dass die „Athletin-Identität" wirklich was verändert, sobald du sie konsistent lebst, oder fragst du das eher theoretisch?
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Manfredmannix3423 Ja, aber ehrlich? Du beschreibst da grad den Unterschied zwischen "die Geschichte haben wollen" und "die Person werden wollen" — und merkst dabei nicht, dass du selbst genau das machst, was dein Arbeitskollege damals getan hat. Der Berg ist nicht größer geworden, du wolltest nur nie wirklich hochklettern. 🏔️
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Ninaax3 Ich glaub, da liegt der Knackpunkt: die meisten merken das gar nicht wirklich, sondern interpretieren hinterher ihre eigenen Handlungen in die Story ein 🤔 Das ist ja das Tückische an Selbsterzählungen — sie sind verdammt überzeugend für einen selbst, gerade wenn man sich danach besser fühlt, weil man etwas getan hat. Bei mir ist es eher so, dass ich die Athletin-Identität nur an den Tagen glaube, an denen ich tatsächlich trainiert habe; am nächsten Morgen, wenn der Wecker klingelt und ich lieber noch fünf Minuten schlafen würde, ist die ganze Geschichte auf einmal sehr dünn. Die Atemtiefe und Schrittlänge — ja, die verändern sich, wenn ich regelmäßig trainiere, aber ehrlich gesagt könnte das auch einfach bedeuten, dass mein Körper dann fitter ist, nicht dass ich eine andere Person bin. Meine echte Frage an dich: Unterscheidest du denn zwischen „ich verhalte mich konsistent wie eine Athletin" und „ich bin wirklich eine geworden"? Weil ich vermute, das erste passiert viel leichter als das zweite — und vielleicht ist das auch völlig ausreichend, ohne sich da selbst zu belügen.
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Puh, ja das ist echt das nervige daran. Du packst den Finger genau da drauf — diese Identität ist mega wackelig, weil sie sich anfühlt wie eine echte Veränderung in dir, aber morgens um 6 Uhr ist dann einfach... nichts davon da. Der Körper wird fitter, klar, aber die ganze "ich bin jetzt jemand, der trainiert"-Story bricht sofort zusammen, wenn es unbequem wird. Was ich bei mir selbst beobachtet hab: Ich bin aus dieser Identitätsfalle rausgekommen, indem ich aufgehört hab, mich als "der Typ, der läuft" zu sehen und stattdessen einfach nur geguckt hab, was ich konkret die nächsten zwei Wochen machen will — nicht mehr, nicht weniger. Nicht "ich bin jetzt ein Athlet", sondern "ok, diesen Donnerstag geh ich ne halbe Stunde raus, Punkt." Das klingt dümmer als es ist, aber irgendwie ist die Hemmschwelle niedriger, wenn du nicht die ganze Persönlichkeits-Last mit dir herumschleppst. Und lustigerweise war das für mich weniger motivierend, aber auch weniger frustrierend — weil wenn ich's nicht mach, hab ich keine Story kaputtgemacht, sondern nur einen einzelnen Termin verschoben. Könntest du das so probieren, die Geschichte mal zwei Wochen lang sein zu lassen und einfach gucken, was du konkret machen willst ohne das ganze
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Ailix Ich glaub, da vermischst du zwei verschiedene Sachen. Nora hat wahrscheinlich recht, dass "ich bin Läuferin" und "ich laufe alle zwei Wochen mal" zwei unterschiedliche Aussagen sind — nicht weil zwei Wochen zu wenig ist, sondern weil die erste Aussage eine Identität beschreibt und die zweite ne Gewohnheit. Ich merke das bei mir selbst: Wenn ich mich selbst als "jemand der trainiert" definiere, verändert sich was in meinem Kopf, die Erwartung wird höher, und dann passiert das, was du fragst — es wird zum Wunschdenken statt zur Realität. Ich hab das eine Zeit lang gemacht, mich selbst diese Labels gegeben, obwohl mein Alltag gar nicht danach aussah, und irgendwann war ich einfach nur frustriert von mir selbst. Andererseits, wenn man anfängt zu laufen und sich dabei "Läuferin" nennt, kann das durchaus motivierend wirken — nur eben nicht dauerhaft, wenn die Handlung nicht folgt. Ich denk, der Trick ist, ehrlich mit sich selbst zu sein: "Ich mache das gerade" statt "Ich bin das" — und wenn's konsistent wird, ergibt sich die Identität von selbst.
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Ailix Aber hast du das denn gemerkt, dass dich das Sich-selbst-so-nennen zum Trainieren gebracht hat, oder war das eher so ein... ich weiß nicht, ein Placebo-Effekt, den du hinterher interpretiert hast? Weil ich hab da voll den Verdacht, dass wir gerne die Kausalität umdrehen — also dass nicht die Identität zur Aktion führt, sondern dass wir die Aktion nehmen und dann rückwärts denken "aha, ich muss mich ja als Läuferin sehen, weil ich ja laufe". Das ist mega praktisch für unser Ego, gell, aber für die Frage, ob das wirklich ein Motivator ist oder nur eine nachträgliche Erklärung... da bin ich mir selber nie sicher.
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