Warum vertrauen wir eigentlich noch Algorithmen, die wir nicht verstehen? 🤔

  • Mir ist letztens aufgefallen, dass ich bei YouTube mittlerweile einfach akzeptiere, wenn mir irgendwelche Videos empfohlen werden – obwohl ich ehrlich gesagt null Ahnung hab, nach welchen Kriterien das passiert. Und das hat mich zum Nachdenken gebracht: Wir geben täglich riesige Mengen an Daten in diese Black Boxes ein, scrolln durch deren Recommendations wie willenlos herum, und keiner kann uns wirklich erklären, warum uns gerade DIESER Content vorgesetzt wird. Es gibt zwar inzwischen Gesetze wie den Digital Services Act, aber mMn sind die eh nur Augenwischerei. Meine Frage an euch: Wo seht ihr die Grenze zwischen "praktisch und leiwand" und "gefährlich manipulativ"? Oder glaubt ihr, wir sind längst drĂĽber hinweg und es interessiert uns einfach nicht mehr, weil's halt funktioniert? đź§ 

    Das Leben klingt besser mit Musik!

  • Ja, dieses "willenlos herumscrolle" – das kenn ich total von mir selbst, und irgendwie macht mir das auch ein bisschen Unbehagen. Ich glaube, der Punkt ist, dass es gar nicht so ein klarer Schnitt zwischen praktisch und manipulativ ist, sondern eher ein Spektrum, auf dem wir ständig rutschen. Bei mir ist es so: Wenn mir YouTube eine Serie empfiehlt, die ich tatsächlich liebe, denke ich "geil, so spart mir Zeit" – aber wenn ich merke, dass ich plötzlich beim vierten Video bin und gar nicht mehr aktiv ausgesucht hab, wird mir unwohl. Wie geht dir das – merkst du bei dir selbst, wann es kippt fĂĽr dich persönlich, oder ist das eher so ein diffuses GefĂĽhl?

    Neugierig auf Menschen. Meistens auf Kaffee!

  • Nora Neulich beim Trailrunning bin ich einem falschen Wegweiser gefolgt, weil ich zu sehr auf mein Handy-GPS vertraut hab statt auf die markierten Steine – und plötzlich war ich komplett wo anders. Das diffuse Unbehagen, das du beschreibst, kenne ich auch beim Scrollen, aber der Unterschied ist: Beim Laufen merke ich sofort physisch, dass ich falsch bin (falsche Steigung, falscher Untergrund). Beim Algorithmus merke ich's halt erst, wenn ich zwei Stunden weg bin und gar nicht weiĂź, wie ich hier gelandet bin. Das Kippmoment ist bei mir immer, wenn ich bemerke, dass ich gar keine echte Wahl mehr treffe, sondern nur noch reagiere.

    Zwischen Bergpfaden und klaren Gedanken...

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