Wie geht ihr eigentlich an einen Immobilienkauf ran? 😅

  • Ich hatte letztens mit einem Kollegen beim Kaffee das Thema Wohnungskauf und wir sind irgendwie bei der Frage hĂ€ngen geblieben, wie man ĂŒberhaupt herausfindet, ob ein Preis realistisch ist.

    Ich merke bei mir gerade, dass ich zwar stĂ€ndig Immobilienangebote anschaue, aber bei vielen Objekten ĂŒberhaupt nicht einschĂ€tzen kann, ob der Preis passt oder ob man da einfach zu viel bezahlt. Und bei Finanzierung und Hypothek wird es dann noch komplizierter.

    Bin dabei ĂŒber ImmoSky gestolpert, weil die neben den Immobilienangeboten auch Bewertungen und UnterstĂŒtzung rund um Hypotheken anbieten.

    Hat jemand das schon mal genutzt? WĂŒrde mich ehrlich interessieren, ob so ein GesprĂ€ch mit einem Makler bei der ersten Orientierung wirklich hilft oder ob ihr das alles selbst recherchiert habt.

  • Charlie Ehrlich? Ich glaube, du umkreist hier gerade zwei verschiedene Probleme, die du vielleicht auseinanderhalten solltest đŸ€” Das eine ist: realistisch einschĂ€tzen, was eine Immobilie wert ist (da helfen dir Vergleichsobjekte, Lage, Zustand — das kannst du recherchieren). Das andere ist: verstehen, was du dir leisten kannst und willst (da ist eher die Finanzierungsseite entscheidend, und da ist ein echtes GesprĂ€ch mit jemandem, der dich kennt, oft Gold wert). Der Makler hat natĂŒrlich ein Interesse, dass du kaufst — aber ein gutes BeratungsgesprĂ€ch kostet dich nichts und gibt dir trotzdem Orientierung. Die Frage ist eher: sprichst du mit jemandem, der dir die unbequemen Wahrheiten sagt, oder jemandem, der nur verkaufen will? Was wĂŒrde dir konkret am meisten helfen — verstehst du gerade nicht, wie man Preise vergleicht, oder unsicher du dich eher bei der Finanzierung?

  • Alwayshard Also, ich muss sagen, das triggert mich gerade ein bisserl, weil du da wirklich zwei Sachen vermischst, die komplett unterschiedlich sind. Die eine Sache ist: Was kostet das Ding wirklich? Da kannst du dir selbst Daten zusammenkratzen, Immobilienportale checken, mit lokalen Maklern reden — das ist handwerklich machbar, auch wenns mĂŒhsam ist. Aber die zweite Sache, die finanziellen Grenzen — das ist psychologisch viel heikler, und da hilft dir wirklich nur jemand, der dich kennt und dir auch sagt, wenn du gerade dabei bist, einen riesigen Fehler zu machen. Ein Makler wird dir da selten die ehrliche Meinung geben, weil sein Interesse einfach komplett anders liegt. Was du brauchst, ist jemand wie ein verstĂ€ndiger Finanzberater oder sogar nur eine Person aus deinem Umfeld, der du vertraust — jemand, der keine Provision kriegt, wenn du kaufst. Das erspart dir spĂ€ter so viel Kopfzerbrechen, glaub mir.

    Das Leben klingt besser mit Musik!

  • Alwayshard Genau das mit den zwei verschiedenen Fragen hab ich vorher ehrlich gesagt gar nicht so getrennt gesehen. 😅 Beim Preis hab ich tatsĂ€chlich schon angefangen, Vergleichsangebote und Ă€hnliche Wohnungen anzuschauen. Aber bei der Finanzierung merke ich gerade, dass ich mich ziemlich schnell verrenne. Ich kann zwar ausrechnen, was monatlich irgendwie machbar wĂ€re, aber ob ich mich damit in zehn oder fĂŒnfzehn Jahren noch wohlfĂŒhle, ist halt eine andere Frage.

    Gigi301 Deinen Einwand mit dem Makler verstehe ich total. Genau davor hab ich ehrlich gesagt auch ein bisschen Respekt. Ich hatte schon bei einem GesprĂ€ch mal das GefĂŒhl, dass ziemlich schnell ĂŒber konkrete Objekte gesprochen wurde, obwohl ich eigentlich erstmal nur verstehen wollte, was ĂŒberhaupt zu mir passen könnte. 😅 Deshalb wĂŒrde ich inzwischen wahrscheinlich auch erstmal selbst recherchieren und mir dann gezielt jemanden suchen, der mir die offenen Punkte erklĂ€rt, statt direkt alles aus der Hand zu geben.

  • Du sprichst da was Wichtiges an, und ehrlich gesagt habe ich das frĂŒher auch nicht richtig verstanden. Ich bin mal mit einem Typen aus meinem Hostel in Lissabon mitgegangen, der sich gerade eine Wohnung kaufen wollte — total enthusiastisch, hat mir die Maklerangebote auf dem Handy gezeigt, und ich dachte noch naiv: "Ja, schau dir halt mehrere an, vergleich die Preise." Erst spĂ€ter bin ich draufgekommen, dass der Kerl sich maximal in die Schulden hĂ€tte ziehen können, weil ihn niemand bremst hat, der ihn wirklich kennt — kein Freund, kein Familienangehöriger, der ehrlich sagt: "Moment, das ist zu viel fĂŒr dein Risiko." Der Makler verdient ja nur, wenn er dir das Teuerste verkauft. Du brauchst wirklich jemanden, der dich kennt und keine Provision hat, die dir widerspricht, wenn du gerade dabei bist, dich zu ĂŒberfordern. Das kann ein unabhĂ€ngiger Finanzberater sein, aber gell, auch einfach jemand aus deinem Umfeld, der dir trauen darfst — jemand, der sagt: "Nein, das ist blödsinn, wir reden nĂ€chste Woche nochmal drĂŒber." Hat das bei dir schon jemand gemacht, oder stehst du da noch relativ allein vor der Entscheidung?

    Salzig, sauer, und immer online!

  • Ah, da wĂŒrd ich schon differenzieren — die Makler verdienen ja am Abschluss, da ist klar wo die PrioritĂ€ten liegen. Aber hast du denn schon ĂŒberlegt, mit einem unabhĂ€ngigen Finanzberater zu reden, bevor du dich weiter mit konkreten Objekten auseinandersetzt? Weil das mit den 10-15 Jahren ist ja nicht nur eine emotionale Frage, sondern auch: Wie viel Puffer brauchst du, wenn die Zinsen wieder hochgehen oder die Reparaturen teurer werden ...

    Das Leben klingt besser mit Musik!

  • Alwayshard Achja, "ein gutes BeratungsgesprĂ€ch kostet dich nichts" — stimmt, aber emotional kostet's schon was, wenn dir jemand sagt, dass die Traumwohnung eigentlich ein finanzielles Albtraum ist 😅 Ich wĂŒrde echt sagen: such dir jemanden, der dir auch "nein, das ist zu viel fĂŒr dich" sagen kann, ohne dass es sich wie Ablehnung anfĂŒhlt. Ein Finanzberater, ne Freundin, die sich auskennt — jemand, bei dem du spĂŒren kannst, dass es dem nicht ums Provisionsschöpfen geht. Die unbequemen GesprĂ€che sind halt die, die dir spĂ€ter nicht um 3 Uhr morgens den Schlaf rauben. 🏠

  • SauerkrautSurfer Ja, genau – der externe Blick ist Gold wert, und dein Hostel-Beispiel zeigt das perfekt. Ich hatte Anfang der 2000er einen Kollegen, der mit seiner Freundin ein Haus kaufen wollte, und sein Vater – praktizierender Handwerker – ist einfach mit zum Besichtigungstermin gekommen, hat zwei Minuten im Keller gestanden und gesagt: "Nein." Punkt. Das hat ihm wahrscheinlich 80.000 Euro Renovierung und Jahre Stress erspart, aber ohne diesen störrischen alten Mann hĂ€tte der das nicht gecheckt. Das Problem ist ja nicht die Information – die gibt es heute mehr denn je – sondern dass du im Kaufprozess selbst in so einer emotionalen und finanziellen Stresssituation steckst, dass dein Hirn einfach nicht mehr rational arbeitet. Ein Makler, ein Kreditgeber, die Vorstellung, dass du endlich was Eigenes hast – das ist eine Menge paralleler Druck. Da hilft nur jemand, der ruhig bleiben kann und keine Haut im Spiel hat. Aber fair gesagt: Das Problem ist heute wahrscheinlich sogar noch grĂ¶ĂŸer als damals, weil die MĂ€rkte verrĂŒckter spielen. đŸ€” Wie packst du das an – hast du da schon jemanden im Kopf, der dir den Job machen wĂŒrde?

  • Ja, das mit den Maklern ist echt ne knifflige Sache – bei denen ist halt der Verkauf das Ziel, nicht deine langfristige Zufriedenheit. Ein unabhĂ€ngiger Finanzberater macht da echt Sinn, bevor man sich in Objekte verguckt. Hast du denn schon ne grobe Vorstellung, wie viel Eigenkapital du zusammenhast?

    Neugierig auf Menschen. Meistens auf Kaffee!

  • SauerkrautSurfer Du hast völlig recht, und deine Geschichte mit dem Typ aus Lissabon zeigt genau das Problem — wenn du alleine unterwegs bist, hörst du nur von Leuten, die verdienen, wenn du unterschreibst. 🏠 Bei mir war es Ă€hnlich: Ich bin damals mit meinem Vater zur Besichtigung gegangen, und der hat mir hinterher gesagt, "das ist ein schönes Objekt, aber schau dir die Risse an der Wand an" — Dinge, die ich in meiner Begeisterung komplett ĂŒbersehen hĂ€tte. Was ich daraus gelernt habe: Du brauchst tatsĂ€chlich eine zweite Person, die dich kennt und die keinen finanziellen Vorteil vom Kauf hat. Das kann ein vertrauter Freund sein, ein Familienmitglied oder auch ein unabhĂ€ngiger Architekt, den du fĂŒr eine Begehung bezahlst — aber jemand, der dir ehrlich ins Gesicht sagt, wenn deine monatliche Rate zu hoch wird oder wenn das Objekt Probleme hat. Mein konkreter Vorschlag: Wenn du gerade in der Suche bist oder anfĂ€ngst, lade eine Person deines Vertrauens zu den Besichtigungen ein — nicht den Makler, sondern diese Vertrauensperson — und gib ihr vorher die Aufgabe, dir die unbequemen Fragen zu stellen. "Passt das wirklich zu deinem Budget? Siehst du dich hier noch in zehn Jahren?" Solche

  • Nora Ah ja, das Eigenkapital – das ist wirklich der Knackpunkt. Neulich bin ich mit nem Freund ne Gegend wandern gegangen, wo er sich gerade ein HĂ€uschen anschauen wollte, und wir haben dabei geredet: Er hat sich furchtbar unter Druck gesetzt gefĂŒhlt, weil der Makler immer gemeint hat „jetzt zugreifen oder es ist weg". Das Blöde ist, wenn du noch nicht genau weißt, wie viel Eigenkapital realistisch da sein sollte, machst du schnell Fehler unter Zeitdruck. Ein unabhĂ€ngiger Berater wĂ€re bei ihm echt hilfreich gewesen, bevor er sich in so ne Situation reinreitet. Wie schaut's denn bei dir aus – hast du schon ne Bank angesprochen, oder versuchst du das erst noch herauszufinden, bevor du aktiv nach was suchst?

    Zwischen Bergpfaden und klaren Gedanken...

  • MaxTrail Naja, aber ehrlich gesagt find ich den Druck vom Makler oft auch ein bisschen ĂŒbertrieben – „jetzt oder nie" ist ja quasi sein Standard-Satz. Was mich bei deinem Freund eher beunruhigt, ist dass er offenbar ohne konkrete Zahlen losgelaufen ist ... ich mein, man sollte doch vorher mit der Bank klĂ€ren, was ĂŒberhaupt möglich ist, oder? Wie hat er denn dann am Ende entschieden?

    Neugierig auf Menschen. Meistens auf Kaffee!

  • Samix Da muss ich dir widersprechen — ein guter Architekt ist nicht optional, sondern spart dir am Ende Tausende 💰 Dein Vater hat die Risse gesehen, ja, aber ein Profi sieht auch die versteckten Dinge (maroder Putz hinter der Tapete, Feuchte im Keller, undichte DĂ€cher), die spĂ€ter zum finanziellen Desaster werden — und genau dafĂŒr zahlt man ihn ja.

    Salzig, sauer, und immer online!

  • Samix Der Punkt mit deinem Vater und den Rissen — genau das. Es geht nicht mal um Expertise, sondern um den Blick von außen, wenn man selbst gerade emotional im Tunnel ist. Ich kenne das von mir: Ich war so verliebt in eine Wohnung, dass ich mir selbst eingeredet habe, die feuchten Flecken seien einfach nur "Patina". Ein Freund hat mich spĂ€ter gefragt, ob ich auch in ner WG mit Schimmel leben wĂŒrde, und — puff — war der Traum weg, aber mein Geld noch da. Das Gemeine ist: Je teurer die Entscheidung, desto weniger kannst du dir leisten, dass deine Wahrnehmung gerade bei 60% lĂ€uft. Deshalb ist die zweite Person nicht nice-to-have, sondern eine Art Versicherung, fĂŒr die du vielleicht 500-1000 Euro fĂŒr ne gute Begehung ausgeben solltest — wenn das bedeutet, dass du nen Fehlkauf sparst, ist das die beste Investition ĂŒberhaupt. Und ja: die Person muss jemand sein, der dir auch sagt, wenn's nicht passt, nicht jemand, der das machen muss, weil er's beruflich tut.

  • MaxTrail Das mit dem Makler-Druck ist wirklich eine alte Nummer – das war damals nicht anders, auch wenn heute alles schneller geht. Ich erinnere mich, wie Anfang der 90er mein Bruder eine Wohnung kaufen wollte und der Makler ihm erzĂ€hlt hat, dass drei andere Interessenten schon beim Besichtigungstermin waren; mein Bruder hat panisch unterschrieben, und zwei Wochen spĂ€ter stellte sich raus: komplett erfunden. Das Spiel war damals genauso, nur ohne Instagram und Makler-Apps. Was ich dir wĂŒrde raten wollen – und das ist jetzt echt nicht belehrend gemeint – ist einfach, VORHER mit einer Bank zu reden, also bevor du auch nur eine Immobilie anschaust. Nicht um dich unter Druck zu setzen, sondern um genau DAS aus der Gleichung rauszunehmen: dann weißt du schwarz auf weiß, was geht, und der Makler kann dir nicht mehr einreden, du mĂŒsstest jetzt sofort zugreifen. Dein Freund hĂ€tte das genauso tun können – mit 'ner schriftlichen Zusage hĂ€tte er dem Druck viel cooler begegnet. Aber kann gut sein, dass ihr das heute ganz anders erlebt und das mit Online-Tools viel transparenter lĂ€uft.

  • SauerkrautSurfer Da stimm ich dir voll zu — mein Freund von der Wanderung hĂ€tte sich auch einen SachverstĂ€ndigen holen sollen, bevor er unterschrieben hat. Das Problem ist nur: Viele Leute sehen das als zusĂ€tzliche Kostenfalle, dabei ist es genau die Versicherung gegen die echten Kostenfallen. đŸ—ïž Dein Punkt mit den versteckten Dingen trifft's — wenn du selber durchs Haus gehst, siehst du halt nur, was offensichtlich is, und der Bauch sagt dir oft „sieht ja okay aus". Ein guter Gutachter kostet vielleicht 800–1500 Euro, aber ne beschĂ€digte Grundmauer oder Schimmel kann dir 50.000 kosten. Wie wichtig war fĂŒr dich oder deinen Vater denn konkret, dass der Architekt auch schon beim Kauf selbst dabei war — oder habt ihr den erst nachher hinzugezogen?

    Zwischen Bergpfaden und klaren Gedanken...

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!