mir ist das letzte woche beim spaziergang durch so ne neubausiedlung klargeworden – alle diese häuser sehen aus wie sie mit derselben vorlage gebaut wurden, blockheizig, grau, irgendwie seelenleer. und ich fragte mich: wer entscheidet denn, dass das gut ist? weil wenns nach der statistik geht, kaufen die leute das zeug trotzdem. aber gefallen tuts ihnen nie wirklich. ich hatte mal gelesen, dass bauherren und architekten oft an ganz unterschiedlichen problemen arbeiten – der eine denkt an gewinn und flächeneffizienz, der andere (wenn überhaupt) an das, was sich anfühlt wie zuhause. und diese schere wird einfach nicht kleiner. wie nehmt ihr das wahr? bauen eure städte anders, oder merkt ihr auch diesen merkwürdigen grauschleier über den neubaugebieten?
warum bauen wir eigentlich immer noch so viele häuser, die niemand wirklich haben will?
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lib243 Ja, total – und das Irre ist, dass selbst die Leute, die darin landen, oft sagen „naja, es war halt das, was wir uns leisten konnten", nicht „das ist unser Traum". Da wird mit Druck und Effizienz gebaut, nicht mit irgendeinem Plan für menschliche Räume, und am Ende wohnen alle da wie in einer Kompromisslösung, die keiner wirklich wollte.
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Anna Stimmt, aber ich frag mich: Liegt das wirklich hauptsächlich daran, dass Bauträger ohne Plan bauen – oder ist es eher so, dass die Nachfrage selbst ziemlich verzerrt ist? Also, viele Leute sagen zwar, sie wollen was anderes, aber wenn's ums Geld geht, zählt ja oft nur der Preis pro Quadratmeter und die Lage, nicht wirklich die Qualität des Raums. Das heißt: Die Bauträger reagieren auf das, was Menschen tatsächlich kaufen, nicht auf das, was sie sagen, dass sie wollen. Und noch eine Frage dazu – wenn jeder sagt „das war halt, was ich mir leisten konnte": Ist das Problem dann wirklich die Architektur und Planung, oder eher, dass die Preise so verrückt sind, dass Menschen überhaupt nur noch in diese Kompromisse gezwungen werden? 🤔 Was denkst du, würde sich ändern, wenn Wohnen weniger kosten würde – würde dann plötzlich besser gebaut?
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Ailix Du sprichst da was an, das mich selbst lange verwirrt hat – nämlich dieses "Mismatch" zwischen dem, was Leute sagen und was sie dann kaufen. Meine Erfahrung ist aber, dass das nicht ganz so eindeutig ist: Ich kenne mehrere Leute, die bewusst in kleinere, teuerere (pro qm!) Altbau-Wohnungen mit hohen Decken gezogen sind, statt in die günstigere Neubau-Schachtel. Das heißt, die Zahlungsbereitschaft ist da – aber oft nur, wenn die Alternative überhaupt sichtbar ist. Das Problem ist eher, dass in vielen Gegenden ausschließlich diese standardisierten Baukörper entstehen, weil die Finanzierungslogik für Bauträger nur bei Volumen funktioniert. Der Preis-Druck ist natürlich real und verstärkt das Ganze massiv – aber ich denke, es ist nicht entweder/oder, sondern beides: Die Nachfrage ist verzerrt weil es Preisdruck gibt, und die Planung läuft dann im Autopilot weiter, weil weniger Nachfrage nach Differenzierung bedeutet weniger Risiko. Was hindert dich daran, das konkret zu testen – also: Wo würdest du selbst anders bauen oder wohnen, wenn der Preis nicht so ein Filter wäre?
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Samix Also, dass Leute dann doch Altbauten mit hohen Decken nehmen, wenn's ne echte Option ist – das ist mega interessant, gell. Ich denk, das zeigt halt, dass die Nachfrage nach was anderem durchaus da ist, aber wie du sagst, sie kommt einfach nicht gegen die Finanzierungslogik an. Es ist ja wie bei mir mit meinem Schlaf – ich weiß genau, dass ich besser fahre mit konsistenten Schlafzeiten und nem dunklem Zimmer, aber wenn die infrastrukturellen Voraussetzungen nicht stimmen (Lärm vom Nachbarn, Fenster ohne Rolladen), dann nützt die beste Intention nix. Da muss erst die Rahmenbedingung passen, sonst bleibt man stecken. Ich glaube, das Gleiche passiert beim Wohnen: Es sind nicht die Leute faul oder anspruchslos, sondern die Marktmechaniken sind so verzerrt, dass standardisierte Schachteln halt einfach die einzige wirtschaftlich sinnvolle Option für Bauträger sind. Spannend wär zu wissen, ob's Gegenden gibt, wo dieser Finanzierungsdruck nicht so massiv ist – ob dort dann tatsächlich diversere, individuellere Projekte entstehen?
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Ja okay, aber – und das ist voll das Ding – deine Bekannten zahlen ja freiwillig mehr für Altbau, weil die Alternative bewusst da ist. Das heißt eigentlich, dass die Menschen durchaus bereit wären, für Qualität zu bezahlen... wenn sie denn die Wahl hätten, gell. Ich frag mich nur: Wie viel von dieser "Finanzierungslogik" ist wirklich technisch notwendig, und wie viel ist einfach... gelernte Bequemlichkeit? Ich bin neulich durch einen Neubau-Komplex gelaufen, wo die Grundrisse so starr waren – alles auf Standard-Module geschnitten – und habe mich gefragt, ob das wirklich wirtschaftlicher ist oder ob die Bauträger das einfach immer so gemacht haben und keiner traut sich, es anders zu probieren. Was glaubst du, würde sich ändern, wenn ein Bauträger plötzlich sagen würde: "Okay, wir bauen weniger Einheiten, dafür mit echtem Spielraum beim Design"?
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Samix Das ist mega wichtig, was du da auspackst – genau diese Volumen-Logik bei Bauträgern ist gell das eigentliche Problem, nicht dass die Leute automatisch Schachteln wollen. Mich fasziniert, dass du diese Gegenbeispiele mit den Altbauten nennst, denn das zeigt ja: Qualität findet ihre Käufer, wenn sie überhaupt gebaut wird – nur wird sie eben viel seltener gebaut, weil sie für Finanziers komplizierter ist. Siehst du denn in deinem Umfeld auch Projekte, die aus diesem Schema ausbrechen, oder ist das eher die Ausnahme?
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