Trainingsroutine - wie findet ihr euren Rhythmus?

  • Ich bin gerade dabei, meine Trainings-Splits komplett umzustellen, weil ich gemerkt hab, dass ich einfach zu viel gleichzeitig optimieren wollte. Früher war ich so ein klassischer Freak – hab versucht, den perfekten Split zu haben, dabei die Recovery zu tracken, gleichzeitig Schlaf-Hygiene zu perfektionieren und die Makros zu fitten. Das ist halt burnout auf dem Zettel. Mittlerweile mach ich's einfacher: drei Tage die Woche, gut durchdachte Sessions, und der Rest ist einfach... normal leben. Klingt simpel, aber das war eig die schwierigere Erkenntnis als irgendeine Optimierung. Was mich aber interessiert – wie macht ihr das? Habt ihr eher nen festen Rhythmus, wo ihr sagt „jeden Montag, Mittwoch, Freitag, Punkt" oder seid ihr flexibler und trainiert einfach, wenn es passt? Ich merke, dass Struktur mir psychologisch hilft (nicht nur beim Recovery), aber ich weiß, dass viele mit festen Plänen eher genervt sind. Wo seid ihr irgendwie?

  • healthyfreak98 "Perfekten Split" – da musste ich direkt an eine Phase in Buenos Aires denken, wo ich in nem Hostel mit nem Personal Trainer aus Köln ein Zimmer geteilt hab. Der Typ hat mir täglich seine Google Sheets mit Makro-Tracking und periodisierten Mesozyklen gezeigt, während ich nebenbei jeden Tag um 2 Uhr morgens vom Balkon von irgendwelchen Partys zurückgekommen bin. Der war frustriert, ich war frustriert, und am Ende sind wir beide zu dem Ergebnis gekommen: Zu viel Planung macht einen wahnsinnig, z.B. wenn die Realität (lange Busfahrten, seltsame Mahlzeiten, unterschiedliche Zeitzonen) ständig reinhauen. Ich bin jetzt auch beim „einfach trainieren"-Typ gelandet, allerdings weniger bewusst geplant als bei dir – mehr aus der Not heraus. Fester Rhythmus funktioniert mMn nur, wenn dein Leben selbst rhythmisch ist. Sobald aber beruflich Chaos ist oder private Dinge reinkommen, ist der schöne Plan futsch. Deshalb: Ich häng mich an zwei, drei nicht verhandelbare Tage pro Woche auf, der Rest ist spontan je nachdem, wie ich mich fühle und ob es zeitlich passt. Das klingt beliebig, aber dafür bin ich nicht ständig im Kopf frustriert, weil ich wieder einen Tag vergessen hab. Wie siehst du das – ist dein 3er-Split auch aus

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  • Mega, dass du das gemerkt hast – aber ehrlich gesagt: wie machst du denn jetzt mit der Flexibilität? 🤔 Ich mein, drei feste Tage sind ja auch wieder ne Art Routine, oder? Mich würde interessieren, ob du bei der lockeren Herangehensweise merkst, dass du trotzdem konsistent bleibst oder ob das manchmal auch zur Ausrede wird, gell.

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  • Ah ja, das kenn ich mega gut – bei mir wars ähnlich, nur dass ich gemerkt hab, dass ich mich selbst sabotiere, wenn ich zu viel planen will. Bei uns daheim läufts jetzt so: Ich hab mir drei feste Tage in der Woche gebucht, gell, und der Rest ist echt flexibel, weil sonst bin ich nur frustriert, wenn wieder was dazwischenkommt. Mein Partner weiß dann, dass ich an diesen Tagen weg bin, und das macht's irgendwie weniger mental anstrengend als ständig zu jonglieren. Was ich gelernt hab: Weniger Variablen zu optimieren nimmt so viel Druck raus. Wie siehts bei dir aus – brauchst du eher diese Struktur oder wirst du da schnell ungeduldig?

  • Das ist so'n interessanter Punkt, den du da ansprichst – „lockere Herangehensweise" und gleichzeitig „konsistent bleiben" sind ja eigentlich zwei Dinge, die sich widersprechen können. Ich frag mich echt: Wenn du merkst, dass die Flexibilität manchmal zur Ausrede wird, woran erkennst du das denn? Ist es eher so ein Bauchgefühl, oder hast du konkrete Marker – wie Leistungsabfälle oder dass du länger brauchst, um wieder in den Rhythmus zu kommen? Weil meine Beobachtung ist: Menschen nehmen oft an, dass Struktur automatisch rigid und stressig ist und Flexibilität automatisch nachhaltig, aber in Wahrheit kann zu viel Flexibilität auch einfach nur ... anstrengend werden, weil man ständig neu entscheiden muss. Die drei festen Tage könnten ja auch genau die Scaffolding sein, die dir dann erlaubt, flexibel zu sein, ohne völlig abzurutschen. Wie erlebst du das selbst – merkst du einen Unterschied, ob du „ich trainiere flexible" oder „ich trainiere Mo/Mi/Fr" als Mindset hast?

  • SauerkrautSurfer Ah ja, die Buenos-Aires-Lektion 😄 Das Problem ist glaub ich, dass "einfach trainieren" und "fester Rhythmus" zwei ganz verschiedene Dinge sind – du kannst regelmäßig trainen ohne perfekten Split, aber ohne irgendeine Struktur wird's halt auch chaotisch. Der Personal Trainer aus Köln hatte wahrscheinlich recht, dass Periodisierung Sinn macht, aber eben nicht wenn man alle zwei Tage in ner anderen Stadt aufwacht 📍

  • lib243 Naja, aber wie sieht das bei dir konkret aus – trainierst du eher nach Gefühl und guckst hinterher, was du gemacht hast, oder versuchst du irgendwie voraus zu planen? Weil ich glaub das ist der Knackpunkt: ob du einen Plan brauchst, um dich selbst zu zwingen, oder ob du eher jemand bist, der aus nem Plan ausbrechen muss, um nicht zu burnout.

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  • SauerkrautSurfer Puh, ja das kenn ich eh – hab auch mal versucht, jeden Trainingstag perfekt zu planen und bin dann bei der ersten Woche Schichtdienst komplett gescheitert. Hab dann gemerkt, dass nen lockerer Rhythmus (so „3-4x pro Woche Kraft, wann es passt") für mich deutlich besser funktioniert als diese Google-Sheets-Kontrolle, weil ich damit nicht nach zwei Wochen frustriert alles hinschmeißt. Echt der bessere Weg für mich, auch wenn das nach weniger Freak aussieht.

  • SauerkrautSurfer Ich merke bei mir selbst, dass ich lange dachte, ich bräuchte einen strikten Plan — und das hat mich tatsächlich eher blockiert als motiviert. Mittlerweile mache ich eher das Gegenteil: ich habe ein paar Non-Negotiables (zweimal die Woche Kraft, weil das mein Rücken einfach braucht), aber sonst... lass ich es entstehen. Das Interessante ist, dass es nicht um Planung vs. Bauchgefühl gehen muss — es geht eher darum, woran du gerade scheitern würdest. Der eine sabotiert sich selbst durch zu viel Struktur (weil sich Struktur wie Kontrolle anfühlt), der andere durch zu wenig (weil er dann nie anfängt). Es gibt da diesen Begriff der "minimal viable routine" — nicht von mir erfunden, aber ich bin drauf gestoßen bei Leuten, die über Gewohnheitsbildung schreiben — die Idee ist: Du brauchst gerade so viel Struktur, dass du nicht absackst, aber nicht so viel, dass sie zur Last wird. Bei mir war das der Punkt, wo ich gemerkt habe: okay, ich brauche einen Anker (eben die zwei fixen Tage), alles andere kann flexibel sein. Aber ehrlich? Ich glaube, der eigentliche Knackpunkt ist, ob du dich selbst kennst oder nicht. Manche Menschen bescheißen sich selbst ständig vor ("naja, heute fühl ich mich danach") und brauchen deshalb

  • SauerkrautSurfer Haha, "aus nem Plan ausbrechen" — genau das ist mir passiert, ich hab mir so einen detaillierten Wochenplan gemacht und nach zwei Wochen war ich dermaßen angefressen davon, dass ich gar nix mehr gemacht hab. Seit ich nur noch so eine grobe Richtung hab und sonst nach Lust geh, trainier ich tatsächlich mehr. Was glaubst du denn von dir selbst — brauchst du die Struktur oder eher die Freiheit?

  • Samix Ah, das "angefressen"-Gefühl kenn ich zu gut. Bei mir ist es ehrlich gesagt so: Ich brauch die Struktur als Ankerpunkt, aber nicht als Korsett. Wenn ich komplett ohne Plan trainiere, falle ich nach zwei Wochen in ein Loch, weil mir irgendwie die Orientierung fehlt — aber sobald der Plan zu detailliert wird, rebelliert irgendwas in mir dagegen, und dann mach ich bewusst das Gegenteil, nur um nicht spulen zu müssen. Das hat mich mal in Brüssel auch beim Stadtbummel ruiniert: Ich hatte mir diesen sterilen Walking-Route geplant, bin nach 20 Minuten genervt gewesen und bin einfach in die falsche Richtung davongelaufen — bin dann drei Stunden im falschen Viertel umhergeirrt und hab die beste Falafel meines Lebens gefunden. Manchmal ist Unzufriedenheit mit dem Plan halt das beste, was dir passieren kann. Meine Lösung jetzt: grobe Struktur mit Flexibilität drin. Drei, vier Fixpunkte pro Woche, der Rest füllt sich je nachdem. Klingt chaotisch, funktioniert bei mir aber besser als jede Excel-Tabelle. Bei dir scheint das ja auch der Knackpunkt zu sein — die Balance zwischen "ich weiß, wo's hingehen soll" und "aber nicht so verdammt präzise".

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  • Samix "aus nem Plan ausbrechen" — ja, das kenn ich. Ich hatte mal ne Phase, wo ich mir selbst so nen strikten Trainingsplan vorgesetzt hab, weil ich dachte, das wäre halt das Einzige, das funktioniert, und am Ende bin ich nach drei Wochen komplett burnout-mäßig raus aus allem 🙃 Aber ehrlich? deine Antwort ist schon ziemlich aufschlussreich — du merkst ja selbst, dass du seit du die Zügel lockerer hältst, einfach mehr machst. Das ist nicht, weil du undiszipliniert bist, sondern weil dein Gehirn auf Widerstand reagiert. Manche brauchen halt die Struktur wie ne Krücke, andere brauchen sie wie ne Falle. Die Frage ist nicht "brauchst du Struktur oder Freiheit", sondern eher: was lässt dich weitermachen und nicht nach zwei Wochen wieder frustriert hinschmeißen?

  • healthyfreak98 Ja, aber das ist halt auch die Frage: Verschwindet die Frustration dann wirklich, oder schiebst du sie nur nach hinten? 🤔 Ich merk bei mir selbst, dass ich ohne irgendwelche Ankerpunkte ganz gerne in diese „naja, passt heute nicht"-Spirale rutsche und dann drei Wochen nix machen, weil ich mir denk, es lohnt sich sowieso nicht mehr. Wie machst du das – hast du da noch nen Mini-System, oder vertraust du echt komplett drauf, dass du von allein wieder anfängst?

  • lib243 Naja, das mit der "minimal viable routine" ist eh smart – erinnert mich irgendwie an den MVP-Gedanke aus der Softwareentwicklung, nur halt für deinen Körper. Aber ehrlich gesagt frag ich mich: wenn du nur die zwei Kraft-Sessions als Non-Negotiable hast und der Rest "entsteht", wie merkst du dann, ob du eigentlich im Flow bleibst oder ob du dich selbst unbewusst sabotierst...? Ich mein, bei mir wars immer so, dass ich gedacht hab, ich bin flexibel – am Ende war ich einfach nur chaotisch.

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  • Das Problem mit der „naja, passt heute nicht"-Spirale kenne ich, und ehrlich gesagt glaube ich, dass du dir da selbst was vormachst, wenn du denkst, drei Wochen Pause würden die Frustration auflösen – sie sammelt sich eher an, oder? Bei mir war's so: Ich dachte, ich bräuchte null Struktur, um nicht verkrampft zu sein, bin dann aber genau in diese Schuldgefühl-Lähmung gerutscht, die noch frustrierender war als jede starre Routine. Meine Frage wäre: Inwiefern unterscheidet sich dein „echt komplett vertrauen" von Prokrastination mit gutem Gewissen – oder anders gefragt, wie merkst du überhaupt, wo die Grenze ist?

  • Also, puh – das mit dem bewussten Sabotieren spricht mir aus der Seele, ehrlich gesagt! 😅 Ich glaub, da liegt der Knackpunkt: zwischen "flexibel sein" und "mir selbst was vormachen" is halt a schmale Linie, bzw. Ich würd da neugierig nachfragen – merkst du bei dir selbst inzwischen einen Unterschied zwischen Tagen, wo die zwei Kraft-Sessions wirklich solide sind, und Tagen, wo auch die eher halbherzig laufen? Also ob das vielleicht a Signal is, dass du grundsätzlich mehr Struktur brauchst?

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  • Anna Ugh, ja, das kenne ich zu gut 😅 Hab das lange gedacht, dass ich einfach „diszipliniert genug" bin um nach drei Wochen Pause wieder rein zu gehen – spoiler: bin ich nicht, die Frustration war danach viel größer als vorher. Bei mir hat geholfen, mir selbst den Druck zu nehmen und stattdessen einen ultra-niedrigen Ankerpunkt zu setzen: nicht „Montag Krafttraining", sondern „Montag und Freitag gehe ich hin, punkt, auch wenn ich nur 20 Minuten bleibe oder nur rumhänge". Das klingt blöd, aber ich merk wirklich, dass mein Gehirn die Gewöhnung braucht – die physische Präsenz ist irgendwie wichtiger als die Leistung. Nach zwei Wochen konsequenz (auch wenn's mal nur 15 Min sind) fällt mir der Einstieg unglaublich leichter. Das echte Problem ist mMn gar nicht die eine Ausfallwoche, sondern wenn die Gewöhnung unterbrochen wird und du wieder bei null anfängst – psychologisch ist das brutal, da hast du völlig recht. Mein Mini-System ist also weniger Motivation und mehr: niedrige Einstiegshürde konsequent halten, damit die Spirale gar nicht erst anfängt. Aber ob das bei dir auch funktioniert oder ob du eher jemand bist, der intensive Phasen braucht mit echten Pausen dazwischen – das musst du selbst rau

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