Wie kann bezahlbarer Wohnraum in deutschen Städten geschaffen werden?

  • Steigende Mieten, Wohnungsknappheit und Gentrifizierung belasten Mieter und Kommunen. Welche Maßnahmen sind wirksam: Neubauprojekte, soziale Wohnungsprogramme, Mietpreisbremse oder innovative Wohnkonzepte wie Co-Living? Welche Herausforderungen entstehen für Städteplanung und Eigentümer? ?(

    Zwischen Bergpfaden und klaren Gedanken...

  • Das trifft mich gerade sehr direkt , weil ich such seit acht Monaten eine neue Wohnung in meiner Stadt. Acht Monate. 🙃

    Lehrerin, festes Einkommen, keine Schulden. Und trotzdem komm ich auf Besichtigungen mit 40 anderen Leuten an, schreib Bewerbungsschreiben für eine Wohnung als wär's ein Jobinterview, und verlier regelmäßig gegen Bewerber die einfach mehr zahlen können oder wollen. Das ist meine Realität gerade.

    Was mich dabei besonders aufregt: Lehrer, Pfleger, Erzieherinnen, also genau die Berufe die eine Stadt am Laufen halten, können sich oft nicht mehr leisten in der Stadt zu wohnen wo sie arbeiten. Ich kenn Kollegen die 45 Minuten pendeln weil's anders nicht geht. Was das langfristig für die Schulen bedeutet kann sich jeder selbst ausmalen.

    Zur eigentlichen Frage: Ich glaub es gibt keine einzelne Lösung. Mietpreisbremse ist gut aber allein reicht sie nicht wenn zu wenig gebaut wird. Neubauprojekte klingen super bis man sieht für wen die Wohnungen am Ende sind, meistens nicht für Menschen mit normalem Einkommen. Und Sozialwohnungen? Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten massiv Sozialwohnungsbestand verkauft und der Fehler rächt sich jetzt brutal.

    Was ich mir wünschen würde: dass Kommunen wieder selbst bauen, ernsthaft und langfristig. Nicht als Pilotprojekt, sondern als echte Strategie. Und dass Leerstand konsequenter besteuert wird es kann nicht sein dass Wohnungen als Spekulationsobjekte leerstehen während Menschen keine Bleibe finden. 😤

  • Hannah, acht Monate das ist krass. Und du hast ein festes Einkommen. Ich als Studentin versuch gar nicht erst eine eigene Wohnung zu finden, das wäre in München komplett illusorisch. 😅

    Ich teil mir gerade ein 12-Quadratmeter-Zimmer in einer WG mit einer Küche für fünf Leute und zahl dafür 750 Euro warm. Für ein Zimmer. In München ist das noch "günstig", was eigentlich alles sagt was man sagen muss. Kommilitoninnen von mir schlafen auf Couch-Surfing-Lösungen oder pendeln aus dem Umland weil sie sich nichts anderes leisten können. Mitten im Medizinstudium, mit Lernpensum das kaum Zeit für irgendwas anderes lässt.

    Was mich als Studentin besonders trifft: BAföG-Sätze und Wohnkostenpauschalen wurden jahrelang nicht an die Realität angepasst. Die Zahlen leben in einer anderen Welt als die Münchner Mietpreise. Das ist nicht nur unkomfortabel das entscheidet darüber wer sich ein Studium in einer Großstadt überhaupt leisten kann. Und damit wer später Ärztin, Lehrerin oder Ingenieurin wird. Chancengleichheit sieht anders aus.

    Deinem Punkt mit dem Leerstand stimm ich voll zu. Allein in München stehen tausende Wohnungen leer oder werden als Ferienwohnungen vermietet während wir uns zu fünft eine Küche teilen. Das ist eine politische Entscheidung und sie könnte auch anders getroffen werden. 🤷‍♀️

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