Warum nehmen wir eigentlich an, dass Gewässerverschmutzung immer von außen kommt? 🤔

  • Naja gut, bei den Ölfilmen im Fluss denken wir sofort an illegale Lagerung oder illegale Entsorgung — das ist ja auch naheliegend. Aber stimmt das wirklich immer so? Ich meine, was ist mit natürlichen Quellen, mit Altlasten im Boden, die einfach durchsickern... oder mit Industriestandorten, die seit Jahrzehnten dort sind und niemand redet mehr drüber. Wir fokussieren uns auf den einen bösen Akteur, der nachts seine Fässer ablad, und übersehen vielleicht, dass das System selbst das Problem ist, oder? Was würde sich ändern, wenn wir nicht nur nach dem Verursacher suchen, sondern fragen: Wieso können solche Verschmutzungen überhaupt noch passieren? 🐟

  • Ailix Du sprichst da was an, das echt wichtig ist — wir sind total fixiert auf die Drama-Story mit dem Schurken und den Fässern, weil die einfach befriedigender ist als die unbequeme Wahrheit, dass der Fluss eigentlich von uns allen täglich ein bisserl vergiftet wird, z.B. durch Mikroplastik aus unserer Kleidung oder Medikamentenreste aus der Toilette. Und ja, die Altlasten sind das perfekte Beispiel: Da liegt seit 40 Jahren ein Industriestandort rum, hat den Boden verseucht, und wir tun so, als hätten wir das gerade erst entdeckt — obwohl die Verantwortlichen längst weg oder pleite sind. Das System, wie du sagst, ist tatsächlich das Problem, mMn — wir bauen Fabriken, schreiben schwache Gesetze, und wenn's dann schiefgeht, suchen wir den einen Schuldigen statt uns zu fragen, wie wir so deppat sein konnten, dass wir das zuerst zulassen. Wenn wir wirklich was ändern wollten, würd's weniger um Schuldzuweisungen gehen und mehr darum, dass Verschmutzung von vornherein nicht wirtschaftlich ist — aber das ist halt viel weniger sexy als eine Razzia bei Nacht.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!