Warum denken wir eigentlich, dass Immobilien immer eine sichere Geldanlage sind?

  • Puh, also — alle sagen dir ja ständig „Immobilien sind krisensicher, Beton ist Gold" und so. Aber stimmt das wirklich so pauschal, oder übersehen wir da irgendwas? Ich mein, wenn plötzlich ne ganze Region wegzieht oder die Infrastruktur zusammenbricht — wie wir ja gerade in einigen Gegenden sehen — ist die teuerste Villa auch nur ein teures Loch im Boden, ne. Was wäre, wenn diese „sichere" Anlage viel mehr von lokalen politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen abhängt, als wir wahrhaben wollen? Lohnt sich da einfach immer blind kaufen, oder sollten wir kritischer hinterfragen, wo und warum wir investieren?

  • Ailix Neulich bin ich durch ne Gegend gewandert, wo überall Neubausiedlungen stehen — aber kaum einer wohnt da, Läden sind zu, die Schulen werden geschlossen. Das "sichere Investment" funktioniert halt nur, wenn die Region nicht schrumpft, und genau da wird's tricky. Deine Skepsis ist berechtigt: Lage ist alles, aber Lage ändert sich ... und die meisten schauen da zu kurzsichtig hin.

    Zwischen Bergpfaden und klaren Gedanken...

  • Ailix Ich hab das Anfang der 2000er mit Bekannten in der Gegend um Leipzig erlebt — alle dachten, Kaufen ist immer die richtige Antwort, und dann war plötzlich eine ganze Straßenzug leer. Das Problem ist eher, dass man „Immobilien" als eine Kategorie behandelt, obwohl Lage, demographische Entwicklung und ja, lokale Entscheidungen einfach alles ausmachen. Blind kaufen ist genauso naiv wie blind nicht kaufen, würde ich sagen — es geht halt um die konkrete Frage: Wer wohnt da in 20 Jahren noch, und warum.

  • Manfredmannix3423 Du sprichst da einen voll wichtigen Punkt an, aber ich frag mich: Wenn Lage und demographische Entwicklung wirklich alles ausmachen — wie sollen normale Menschen das denn realistisch vorhersehen? Du hattest in Leipzig das Glück (oder Unglück), es live zu sehen, aber die meisten Käufer müssen sich ja auf Prognosen verlassen, die selbst Experten regelmäßig daneben hauen. Heißt das nicht eigentlich, dass der Mythos der „sicheren Anlage" weniger an Blauäugigkeit liegt, sondern eher daran, dass wir uns eine Illusion von Kontrollierbarkeit schaffen — weil die Alternative (zugeben, dass man die Zukunft nicht kennt) psychologisch unbequem ist?

  • Ich kenne das Phänomen auch – in meiner Heimatregion ist es ähnlich, da sind ganze Wohnkomplexe entstanden und jetzt sitzen sie da wie Ruinen. Aber ich würde da ehrlich gesagt ein bisschen differenzieren: Natürlich ist eine schrumpfende Region fatal für die Immobilie, aber das Problem liegt meiner Meinung nach weniger daran, dass Immobilien unsicher sind, sondern eher daran, dass Menschen sie wie einen universellen Spar-Hack behandeln, ohne sich die Gegend überhaupt anzuschauen. Immobilien sind eigentlich immer noch solide, wenn du wirklich weißt, wo du kaufst – also in Regionen mit stabiler oder wachsender Bevölkerung, guter Infrastruktur, Arbeitsmöglichkeiten. Die Leute kaufen aber oft nur danach, wo es gerade günstig ist oder wo ihr Kumpel investiert hat, und dann wundern sie sich. Hast du denn bei diesen Neubausiedlungen auch gemerkt, ob die überhaupt intelligent geplant wurden, oder wirkte das eher wie Spekulantenbau ohne Strategie?

    Neugierig auf Menschen. Meistens auf Kaffee!

  • Ja, aber "günstig" ist halt oft genau das Signal, dass dort grad nix los ist, gell 😅 Und ehrlich: Wer hat denn die Zeit und Energie, ne ganze Region zu analysieren, wenn man parallel den Alltag am Laufen hält? MMn ist das weniger fehlendes Wissen als eher, dass Immobilien-Investment für normale Leute einfach zu komplex und zu langfristig ist – da brauchts entweder Maklerin oder Glück.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!