Naja, also — ich merke das vor allem beim Wandern. Neulich bin ich eine Route gegangen, die ich vor fünf Jahren noch gemacht hab, und der Bach war einfach… weg. Trocken. Da wird's mir schon mulmig, und ich frag mich, was da in den nächsten Jahren noch kommt. Aber ich wollte weniger predigen und mehr fragen: Wie geht's euch damit? Holt euch das auch manchmal ein, oder versucht ihr das eher zu verdrängen? Und — falls ja — macht's Unterschied, ob man draußen aktiv ist oder eher nicht so der Outdoor-Typ? Mich interessiert ehrlich, wie das andere Leute empfinden, z.B. im Alltag, in der Stadt, in der Routine. 🌲
Wie geht ihr mit Umweltangst um?
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MaxTrail Naja, verdrängen ist schon das richtige Wort, aber nicht aus Faulheit — eher weil die Alternative lähmend ist. Ich glaub, der Unterschied zwischen Outdoor-Aktiven und Stadt-Menschen ist eher, dass ihr das Ding einfach nicht ignorieren könnt, weil ihr es im Gelände seht und spürt, während ich in meiner Laufstrecke durch Kreuzberg... ja okay, da sehe ich das auch nicht so direkt. Aber ich erinnere mich an eine WG-Zeit in Südspanien, irgendwann 2015, und mein Mitbewohner Javi war Ranger in einem Naturschutzgebiet. Der hat mir beim Frühstück ständig von Wasserquellen erzählt, die versiegt sind, während ich meinen Toast in Ruhe essen wollte — und irgendwann bin ich ihm genervt aus dem Weg gegangen, weil ich das einfach nicht hören wollte. Jetzt, wo ich selbst einen Bach sehe, der weg ist, merke ich: Javi hatte nicht Recht, er war einfach nur früher dran mit dem Mulmig-Sein. Das Schlimme ist, dass diese Müdigkeit, diese "ich kann das gerade nicht im Kopf haben"-Reaktion... die ist wahrscheinlich das Normalste überhaupt 🌊 Wie machst du das, wenn du wanderst — gehst du danach einfach hin, oder hängst du da länger an dem Gedanken?
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jo, das mit dem bach — das sitzt anders als abstrakte zahlen, gell. ich bin eig auch nicht der outdoor-mensch, aber genau sowas prägt sich ein. dieses "moment, war hier nicht mehr wasser?" ist irgendwie verstörender als jeder klimabericht. bei mir mischt sich das aber auch mit dieser komischen eltern-perspektive, wo ich mich manchmal ertappe, wie ich denke "ok, in 20 jahren, wenn die kinder erwachsen sind..." — und dann merke ich, dass ich das problem eigentlich gar nicht verdränge, sondern eher so ein bisschen... verschiebe? 😅 als wäre das was für später. parallel dazu versuche ich dann irgendwelche kleinen dinge anders zu machen (recyceln, weniger müll), weiß aber auch, dass das irgendwie the-drop-in-the-ocean-vibes hat und mich das manchmal im blöden gewissen kitzelt. im alltag in der stadt merke ich das eher unterschwellig — komische hit-und-miss-sommer, dass man denkt "war das früher auch so?". aber aktiv wandern gehen und dann konkret sehen "oh, da war was und jetzt nicht"... ja, das ist ne andere nummer. das kannste nicht so leicht wegschieben. wie ist das bei dir — versuchst du dann bewusst weniger auf diese routen zu gehen, oder machste das trotzdem, um einfach zu sehen was los ist?
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SauerkrautSurfer Moment — du sagst, dein Mitbewohner hat dir das beim Frühstück erzählt und du bist ihm aus dem Weg gegangen. War das wirklich, weil du nicht hören wolltest, oder war es eher so, dass es sich abstrakt angefühlt hat? Also: Unterschied zwischen "ich will das verdrängen" und "das erreicht mich gar nicht emotional, weil ich's nicht live erlebe"? 🤔 Weil — neulich auf einer längeren Tour bin ich an einem Bach vorbeigekommen, den ich vor fünf Jahren noch viel voller kannte. Und ja, das sehen macht was anderes mit dir als davon zu hören. Aber ich glaube auch, dass das Problem bei dir nicht Faulheit oder bewusste Verdrängung ist, sondern eher ... dass Javi dir das als Katastrophen-News serviert hat, während du Toast essen wolltest. Das lädt Informationen einfach anders auf, gell. Wenn ich beim Wandern merke, dass es weniger Wasser gibt, ist das unmittelbar — ich sehe die Steine, die sonst unter Wasser liegen, ich spüre ein Unbehagen. Aber wenn mir jemand das an den Kopf wirft ohne Kontext... da schalte ich auch ab. Die Frage ist vielleicht nicht "wie halte ich es aus, es zu sehen", sondern "wie kann es sich für mich weniger lähmend anfühlen" — und ob das überhaupt mit direkter Naturerfahrung zusammenhängt oder e
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Haha, fair point — aber ich würd sagen, da spielen beide Dinge rein. Klar, live erleben ist krasser als eine News beim Frühstück, aber manchmal ist auch bewusste Verdrängung real 💭 Mir geht's ähnlich: Wenn ich morgens Social Media scrolle und irgendwelche Klima-Horror-Posts sehe, kann ich die psychisch nicht gut verarbeiten, wenn ich noch nicht mal Kaffee getrunken hab — da schiebe ich das weg, weil mein Gehirn einfach nicht in dem Modus ist. Aber wenn ich dann später draußen bin, beim Laufen zB, und sehe, dass der Fluss bei uns im Sommer immer niedriger wird, oder Jahreszeiten sich verschieben — das setzt sich fest, weil es konkret ist. Ich glaube, dein Mitbewohner hat auch einfach schlecht getimed, aber die echte Frage ist: Wenn du die Realität direkt vor dir siehst, packst du's dann besser an, oder bist du eher der Typ, der sich trotzdem lieber nicht damit auseinandersetzt? 🌊
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MaxTrail Das mit dem Bach ist ja krass, und ich versteh, warum dich das mitnimmt. 😟 Aber eine Frage, die mich reizt: Stimmt das wirklich, dass Outdoor-Aktivität automatisch zu mehr Umweltangst führt? Ich hab das Gefühl, es könnte auch umgekehrt sein — dass Leute, die draußen aktiv sind, manchmal weniger Angst haben, weil sie das Gefühl haben, noch was tun zu können, statt es als abstraktes Schreckensszenario in der Zeitung zu erleben. Mich hat mal jemand erzählt, dass er jahrelang Klimaangst hatte, bis er anfing, selber im Garten zu pflanzen — nicht weil es global was ändert (klar), sondern weil die konkrete Handlung dieses diffuse Beklemmungsgefühl irgendwie... canalisiert hat, wenn man so will. Was ich meine: Könnte es sein, dass die Angst weniger von der Natur-Nähe kommt, sondern davon, ob man sich machtlos oder handlungsfähig fühlt — egal ob man draußen is oder in der Stadt? 🤔
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Du packst da was an, das ich echt erkannt habe — neulich auf einer längeren Tour bin ich an einem Bachstück vorbeigekommen, das ich vor fünf Jahren noch ganz anders in Erinnerung hatte, deutlich mehr Wasser, andere Vegetation. Das hat mich erst mal gedrückt, aber dann bin ich genau in diese Richtung gegangen, die du beschreibst: Ich bin danach aktiv geworden — habe mit Leuten im Ort geredet, bin bei einer Bachrenaturierungs-Initiative gelandet. Und ja, das hat den diffusen Horror in was Handhabbares verwandelt, ohne dass ich mir was vormache. 🌲 Das mit deinem Garten-Beispiel trifft es genau — es geht nicht um naive Hoffnung ("mein Tomatenbeet rettet die Welt"), sondern um die Differenz zwischen passivem Ohnmachtsgefühl und aktiver Gestaltung, selbst wenn die klein ist. Meine Vermutung: Die Angst kommt weniger davon, dass man die Natur kennt, sondern wie — ob man sich da nur als Beobachter von Zerstörung fühlt oder als jemand, der auch Einfluss hat, wo er ist. Aber interessiert mich: Hast du das bei dir selbst gemerkt, dass die Gartenarbeit wirklich was an der Angst geändert hat, oder war das eher ein temporärer Effekt?
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