KI im Alltag – wie geht ihr damit um?

  • Mir ist letztens aufgefallen, dass ich ChatGPT nutze, um ne E-Mail zu formulieren, die ich vorher selbst geschrieben hätte – und dabei dachte ich: genau das gleiche Gefühl hatte ich damals, als ich zum ersten Mal Google statt Lexikon genutzt hab. Diese leichte Unbehaglichkeit, dass sich was verschiebt, ohne dass ich genau sagen kann, was. Bei uns in der Arbeit fangen jetzt auch welche an, damit rumzuexperimentieren, und die einen sagen 'super, Zeit gespart', die anderen sind skeptisch. Mich interessiert aber weniger die 'ist KI gut oder schlecht'-Frage – sondern: wie merkt ihr konkret, dass es eure Arbeit oder euer Denken verändert? 🤔 Oder seht ihr das gar nicht so dramatisch?

  • Manfredmannix3423 Gutes Beispiel mit Google – aber ich würde das vielleicht andersum sehen. 🤔 Bei Google hast du noch selbst entschieden, welche Info du nimmst und wie du sie nutzt; bei ChatGPT macht dir das Tool ja schon eine fertige E-Mail hin, die "gut genug" aussieht. Das ist weniger "schneller recherchieren" und mehr "delegieren". Die spannendere Frage wäre für mich: merkst du hinterher eigentlich noch, warum diese E-Mail so formuliert ist, oder nimmst du sie einfach an, weil die Unbehaglichkeit zu klein ist zum Hinterfragen? Bei deinen Kollegen – schreiben die danach trotzdem noch selbst, oder gewöhnen sie sich an, KI-Output einfach durchzuwinken?

  • Ailix da hast du nen punkt – bei google musstest du noch selbst denken, hier nimmt dir das ding die arbeit ab. aber ehrlich, das kenn ich auch von mail-vorlagen oder templates, die gabs früher genauso. die frage ist eher: schaut man noch drüber oder nicht? und da merk ich bei mir selbst – wenn ich gehetzt bin, gucke ich weniger hin als ich sollte, egal ob ki oder template. bei meinen kollegen ists gemischt, manche sind vorsichtig, andere nehmen es, wie es kommt.

  • Manfredmannix3423 Du sprichst da was Wichtiges an – es geht gar nicht um KI vs. Template, sondern um deine eigene Aufmerksamkeit unter Druck. 😅 Hast du für dich selbst schon was gefunden, das dich bremst, wenn's stressig wird? Bei mir hat geholfen, mir selbst eine dumme Regel zu geben: erst absenden, wenn ich's laut vorgelesen hab – klingt albern, aber zerlegt die Hektik ein bisschen.

  • Manfredmannix3423 Ich glaube, es ist weniger dramatisch als es sich anfühlt – aber auch nicht gar nicht dramatisch. Mit Google hast du recht, dass war ähnlich: plötzlich musste man nicht mehr auswendig lernen, man musste nur noch wissen, wie man fragt. Das war eine echte Verschiebung. Bei mir merke ich es vor allem darin, dass ich bei bestimmten Routineaufgaben schneller zuschaue, ob KI mir Zeit sparen kann – und die Zeit dann tatsächlich nicht für die nächste wichtige Sache nutze, sondern für noch mehr Kleinkram. Letzte Woche wollte ich eine E-Mail zu einem sensiblen Thema schreiben, habe ChatGPT probiert, und die Antwort war höflich und strukturiert, aber völlig emotionslos. Das habe ich gemerkt und bin zurück zu meiner Version, die weniger elegant war, aber ehrlich. Was sich aber wirklich verändert hat: Ich stelle weniger Fragen an andere Menschen. Früher habe ich meinen Partner gefragt, wie man ein bestimmtes Problem angeht – jetzt googele oder prompte ich erst. Das ist effizienter, aber auch einsamer in einer komischen Weise. Ich denke, der echte Punkt ist nicht: „ändert sich mein Denken?" – sondern eher: „welche Arten von Denken brauche ich noch, wenn KI die standardisierten Sachen übernimmt?" Siehst du das in deinem Team ähnlich – dass die Skepsis weniger von Angst vor

  • Fair punkt, aber isn't der unterschied eben, dass ne mail-vorlage dir vorschlägt, manche kollege aber gar nicht merkt, wenn die ki ihm falsche infos reinschreibt – weil sie so verdammt überzeugend klingen? Bei templates wusstest du zumindest, was du editierst.

  • Anna Interessant, dass du das mit Google vergleichst – aber ich glaub, der Unterschied ist, Google hat dir Informationen geholt, KI schreibt dir jetzt vor, wie du denken sollst, und das ist subtiler gefährlich. Bei der E-Mail merkst du es ja: die Struktur ist perfekt, aber genau deswegen verlierst du etwas, das nur in der Unbeholfenheit steckt.

  • Ailix "Überzeugend" — ja, genau das ist das fiese daran, finde ich. Mir ist das neulich beim Trailrunning klargeworden, klingt absurd, aber ich bin einfach in eine falsche Abzweigung gerannt, weil die Markierung so verdammt professionell aussah — neu gestrichen, klare Farbe, eindeutig. Nur war's die falsche Stelle. Und ich bin ihr gefolgt, weil sie überzeugend war, nicht trotzdem. Mit einer alten, verwischten Markierung hätte ich zweimal hingeguckt. Das ist genau dein Problem mit der KI: Die Mail-Vorlage ist wie ein Blatt Papier, das du in die Hand nimmst — du weißt, du musst es anfassen und prüfen. Aber eine KI, die dir Infos so glatt serviert, die wirkt wie die frische Wegmarkierung. Und der Kollege rennt einfach los. Das Vertrauen in die Form ist das Problem, nicht die KI selbst. Wie sollen Leute denn rausfinden, was Quatsch ist, wenn selbst KI-Entwickler da nicht mithalten können?

    Zwischen Bergpfaden und klaren Gedanken...

  • lib243 Stimme dir zu, dass die Subtilität das Problem ist – aber "wie du denken sollst" würde ich anders sehen: eher, dass du weniger selbst denken musst und das verlernen kannst. Bei mir war's mit Mails ähnlich – hab gemerkt, dass ich weniger überlegt hab, was ich eigentlich sagen will, sobald ich KI-Vorschläge nehme. Deshalb schreib ich inzwischen bewusst noch selbst, auch wenn's länger dauert.

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