Ich studiere Medizin und trotzdem hat es mich erschreckt wie wenig ich anfangs über Hashimoto wusste. Erst als eine enge Freundin die Diagnose bekam und mir erzählte was sie vorher durchgemacht hat, hab ich wirklich verstanden wie frustrierend dieser Weg sein kann.
Vier Jahre. So lange hat es bei ihr gedauert bis jemand den richtigen Test gemacht hat. Vier Jahre mit Erschöpfung die kein Schlaf wegmacht, Gewichtsschwankungen ohne Erklärung, Konzentrationsprobleme die sie sich selbst als Faulheit ausgelegt hat. Depressive Phasen. Das komplette Programm. Und jedes Mal beim Arzt: "Ihre Werte sind unauffällig." 🙃
Als Medizinstudentin versteh ich inzwischen warum das passiert, die TSH-Werte können lange im Normbereich liegen während die Antikörper schon längst erhöht sind. Aber das erklärt es. Es entschuldigt es nicht.
Was mich wirklich umtreibt: Hashimoto betrifft überwiegend Frauen. Und ich frag mich wie viel von dieser Diagnoseverzögerung damit zusammenhängt dass Symptome wie Müdigkeit und Stimmungsschwankungen bei Frauen zu schnell als psychosomatisch abgetan werden. Das ist eine unbequeme Frage, aber ich glaub eine wichtige.
Habt ihr selbst Erfahrungen mit Hashimoto, als Betroffene, Angehörige oder vielleicht sogar im medizinischen Bereich? Und wie lange hat es bei euch gedauert bis die Diagnose stand?